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Sachsen-Anhalt Ein Monat 9-Euro-Ticket: 400.000 Karten verkauft

Ein Fahrgast kauft das 9-Euro-Ticket für den Monat Juli.

(Foto: Christoph Soeder/dpa/Symbolbild)

Magdeburg (dpa/sa) - Innerhalb des ersten Monats nach dem Start des 9-Euro-Tickets sind nach Angaben des Verkehrsministeriums allein in Sachsen-Anhalt mehr als 400.000 Fahrscheine verkauft worden. "Der öffentliche Nahverkehr ist in diesen Wochen gefragt wie selten zuvor", sagte Ministerin Lydia Hüskens (FDP) am Freitag laut einer Mitteilung. "Das eigentliche Ziel, die Menschen in unserem Land zu entlasten, wird täglich erreicht."

Die Passagierzahlen haben sich demnach auf allen Zugstrecken im Land und zu allen Zeiten deutlich erhöht. "Die klassischen morgendlichen Pendlerzüge, wie beispielsweise die S-Bahn zwischen Halle und Leipzig, befördern derzeit durchschnittlich rund 30 Prozent mehr Kunden", hieß es seitens des Ministeriums. Dabei verdoppelten sich die Zahlen im Tagesverlauf oft. Der Regionalexpress zwischen Magdeburg und Leipzig habe montags bis freitags rund 6000 zusätzliche Fahrgäste und am Wochenende sogar gut 7000 mehr, hieß es weiter.

Auch die Züge zu touristischen Zielen, etwa in den Harz, werden demnach am Wochenende stärker nachgefragt. Dort war die Zahl der Fahrgäste den Angaben zufolge mindestens doppelt so hoch wie noch im Vormonat. Inwieweit der bevorstehende Ferienbeginn zu einem weiteren Anstieg der Zahlen führe, bleibe abzuwarten, sagte die Ministerin.

Mit zusätzlichen Waggons konnten auf manchen Strecken zwar mehr Sitzplätze angeboten werden. Wegen knapper Ressourcen an Fahrzeugen und Personal sind weitere Aufstockungen längerfristig aber kaum umsetzbar, hieß es. "Einige Wald- und Böschungsbrände haben den Zugverkehr zusätzlich beeinträchtigt", sagte Hüskens.

"Letztlich zeigt uns der Feldversuch 9-Euro-Ticket aber eines ganz deutlich: Die Infrastruktur ist für diesen spürbaren Passagieranstieg einfach nicht gut gerüstet", sagte die Ministerin. Es habe in den vergangenen Jahren ganz klar zu wenige Investitionen gegeben.

Das Ticket ist eine Reaktion auf die stark gestiegenen Energiekosten und soll bundesweit als Entlastungsmaßnahme dienen. Es wird in den Monaten Juni, Juli und August angeboten und gilt deutschlandweit für Fahrten mit Bussen, Straßen- und Regionalbahnen in der 2. Klasse. Für jeden Monat wird ein Extra-Ticket ausgestellt.

Quelle: dpa

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