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Sachsen-Anhalt Weniger Waldbrände, aber größere Fläche betroffen

Ein Feuerwehrfahrzeug steht mit eingeschaltetem Blaulicht auf einer Straße. Foto: Patrick Seeger/dpa/Symbolbild

(Foto: Patrick Seeger/dpa/Symbolbild)

Es wird immer trockener in Sachsen-Anhalt. Forst- und Landwirte schauen mit Sorge auf die Waldbrandgefahr. Der vorbeugende Schutz wurde verbessert. Wie sieht die Bilanz für das erste Halbjahr aus?

Halberstadt (dpa/sa) - Im ersten Halbjahr dieses Jahres hat es in Sachsen-Anhalt 23 Waldbrände gegeben. Das waren fünf weniger als im Vorjahreszeitraum, wie Andreas Goldschmidt vom Landeszentrum Wald sagte. Trotz der geringeren Zahl von Bränden war eine deutlich größere Fläche betroffen. Zwischen Januar und Juni 2020 habe es auf 5,79 Hektar gebrannt, nun seien es 14,35 Hektar gewesen. Ursache war ein Brand bei Kemberg im Landkreis Wittenberg Mitte Juni, der allein 11,3 Hektar erfasst habe. Davon seien 9,3 Hektar Waldfläche gewesen. Es wird Brandstiftung vermutet.

Aus dem ersten Halbjahr lässt sich laut Goldschmidt allerdings nicht schließen, wie das Waldbrandjahr insgesamt verläuft. Das sei von verschiedenen Faktoren abhängig: Trockenheit, hohe Temperaturen, Wind, und auch, wie schnell die Feuerwehr zum Löschen anrücken könne. Was bei Forst- und Landwirten für Entspannung sorge, sei wechselhaftes Wetter mit Regengüssen, die die Brandgefahr senken. Grundsätzlich aber gelte wegen des Klimawandels: "Wir sitzen auf einem Pulverfass. Es wird immer trockener und wärmer."

Rund 50 Prozent der Brände werden laut Goldschmidt inzwischen von dem automatischen Erkennungssystem zuerst gemeldet. Das arbeitetet etwa mit optischen Sensoren und einer Bilderkennungssoftware, die kleinste Rauchwolken genau lokalisieren können. Dann lägen sehr schnell die genauen Koordinaten vor, es könne schnell Hilfe anrücken. Wenn Bürger, die zufällig im Wald unterwegs seien, einen Brand meldeten, könnten sie den Ort oft nicht genau beschreiben.

In vielen Fällen liefen die Informationen von Bürgern und des zuletzt immer weiter verbesserten Waldbranderkennungssystems zusammen. Die Feuerwehren seien inzwischen deutlich besser sensibilisiert für Waldbrände, Ausbildung und Übungen hätten sich verbessert. Und bei hoher Waldbrandgefahr werde der Harz überflogen, um mögliche Brände frühzeitig zu erkennen.

Mit Blick auf die Brandursachen sagte Goldschmidt: "95 Prozent der Waldbrände sind menschengemacht." Die Statistik zeige: In 36 Prozent sei Brandstiftung nachgewiesen. Bei 13 Prozent liege Fahrlässigkeit vor, etwa im Umgang mit landwirtschaftlichen Maschinen oder wenn Autos über trockenem Gras geparkt würden. In 51 Prozent sei die Ursache unbekannt und könne nicht ermittelt werden. Klar sei aber auch, dass es nur in fünf Prozent eine natürliche Ursache gebe. Das sei dann ein Blitzschlag. "Eine Selbstentzündung gibt es nicht", betonte Goldschmidt.

© dpa-infocom, dpa:210710-99-329427/3

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