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Thüringen AOK-Analyse: Generation 50 plus ist kränker als früher

Zwei ältere Menschen sitzen auf einer Bank in der Natur.

(Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB)

Dresden/Erfurt (dpa/th) - Die heutige Generation der über 50-Jährigen in Thüringen lebt deutlich ungesünder als früher. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Untersuchung der AOK Plus, die dafür die Daten ihrer Versicherten im Alter von 50 bis 69 Jahren auswertete. Von den 665.397 Thüringern in dieser Altersgruppe sind den Angaben nach 297.708 und damit rund 45 Prozent bei der größten gesetzlichen Krankenkasse im Freistaat versichert. Laut der am Dienstag vorgestellten Analyse liegen etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes seit Jahren auf hohem Niveau oder haben sogar noch zugenommen.

"Vieles wird durch ungesunde Ernährung, zu wenig Bewegung und eine gestresste Psyche verursacht oder verstärkt", sagte AOK-Vorstandsvorsitzender Rainer Striebel. So stiegen Volkskrankheiten weiter an. Den Zahlen nach litt 2021 jeder zweite AOK-Versicherte in Thüringen an Bluthochdruck - einem bedeutenden Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Krankheiten und damit auch für Herzinfarkt und Schlaganfall. Jeder neunte Versicherte hatte demnach Herzrhythmusstörungen. Jeder zehnte Versicherte erhielt die Diagnose koronare Herzkrankheit.

Bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen nehmen laut AOK die Anteile mit fortschreitendem Alter zu, und Männer seien jeweils deutlich häufiger betroffen, hieß es. Eine Ursache für diese Krankheiten sei Übergewicht. "Die Generation 50 plus ist in Thüringen zu dick", erklärte Striebel. Jeder fünfte Versicherte hatte der Untersuchung zufolge 2021 Adipositas. Fettleibigkeit und mangelnde Bewegung führten oft zu Diabetes mellitus Typ 2: Daran habe im vergangenen Jahr jeder sechste Versicherte dieser Altersgruppe gelitten. Auch hier stiegen die Zahlen mit dem Alter an, und häufiger seien Männer betroffen.

Alarmierend sei ferner der starke Anstieg von psychischen Erkrankungen sowohl bei Männern als auch bei Frauen dieser Altersgruppe. Insgesamt seien Frauen dabei aber deutlich häufiger betroffen. Auch das Suchtverhalten bei Alkohol- und Tabakkonsum steige. 2021 litt den Angaben nach jeder sechste Versicherte an einer Depression. Zwischen 2016 und 2021 sei das ein Zuwachs von 10,2 Prozent. Jeder achte Versicherte erhielt im vergangenen Jahr in Thüringen die Diagnose psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak - ein Anstieg von 27,8 Prozent.

Die Zahlen zeigten außerdem, dass die Männer Vorsorgemuffel seien. Frauen nutzten häufiger Früherkennungsuntersuchungen, ließen sich eher impfen und zeigten generell mehr Eigenverantwortung für ihre Gesundheit.

Quelle: dpa

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