Marktberichte

Goldanleger geben sich gelassen Ölpreis ignoriert Krisen

Riskanter als viele Anleger vermuten: Gold ist eine spekulative Vermögensanlage. Foto: Armin Weigel

Wenn die Kanonen donnern, suchen die Anleger Deckung - in Form von sicheren Häfen wie Gold.

(Foto: dpa)

Dicke Verluste bei Dow und Dax, Gewinnwarnungen und politische Krisen: Doch beim Öl siehen Anleger das anders - noch. Dagegen steigen die Kaffeepreise. Grund Sind Sorgen um Ernteausfälle nach einer Dürre.

Politische Krisen und Kriege tun derzeit nichts für den Ölpreis. Futures auf Rohöl fielen erneut im Preis. Der Ausverkauf setzte sich fort und ließ den US-Kontrakt auf das niedrigste Niveau seit Februar sinken.

Dafür gibt es auch saisonale Gründe. Im Sommer sinkt die Nachfrage der Raffinerien schon deshalb, weil dann üblicherweise die Anlagen gewartet werden, erläutern die Analysten von JBC Energy. Da auch die Profitmargen für Ölprodukte aktuell sehr niedrig sind, fragten die Ölraffinerien besonders wenig nach.  Zudem sind die Lagerbestände sehr hoch. "Der Ölmarkt sieht ziemlich überversorgt aus angesichts der üppigen Ölreserven in Europa und den USA", sagte Myrto Sokou, leitende Analystin bei Sucden Research.

Im Juli hätten sich die Brent-Futures so schwach entwickelt wie zuletzt im April 2013, schreibt sie. Sie büßten sechs US-Dollar im Laufe des Monats an Wert ein. Der September-Kontrakt in Brent ging an der ICE um 0,6 Prozent auf 105,42 Dollar je Barrel zurück.

Rohöl der Qualität WTI wurde an der Nymex mit 97,28 Dollar je Barrel gehandelt, ein Minus von fast 0,9 Prozent. So günstig war nordamerikanisches Rohöl zuletzt am 7. Februar. Nymex-gehandeltes WTI verlor im Laufe des Handels am Donnerstag 2,10 Dollar pro Barrel und wurde zwischenzeitlich auf dem niedrigsten Niveau seit Mitte März gepreist.

Kann Russland noch ängstigen?

Trotz der unerwartet starken Konjunkturdaten, die am Donnerstag aus den USA kamen, halten es einige Experten für möglich, dass die Befürchtungen hinsichtlich Russlands am Ende doch noch die Ölanleger in Angst versetzen könnte.

"Die Russland-Sanktionen könnten der Punkt sein, der die Konjunktur der Eurozone in die Deflation kippen lässt, aber sie könnten eben auch dem Vertrauen der Anleger in den US-Aktienmarkt den Rest geben und einen Kursrutsch auslösen", sagte David Hufton von PVM. Die aktuellen Arbeitsmarktdaten könnten in diesem Fall brandbeschleunigend wirken. Sie fielen am Freitag schlechter aus als erwartet.

Gold-Anleger wetteten derweil auf eine Fortsetzung der US-Nullzinspolitik. Die "Anti-Inflationswährung" verteuerte sich um 0,9 Prozent auf 1293,46 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Sorge um Ernte treibt Kaffeepreis

Dagegen verteuern Spekulationen auf zusätzliche Ernteausfälle im wichtigen Exportland Brasilien Kaffee weiter. Der Terminkontrakt auf die Sorte Arabica stieg um bis zu 6,3 Prozent und notierte mit 2,074 Dollar je Pfund so hoch wie zuletzt im Mai. Der Robusta-Future stieg in der Spitze ebenfalls auf ein Drei-Monats-Hoch von 2139 Dollar je Tonne.

Wegen der Dürre senkte der Kaffee-Exporteur Terra Forte seine Prognose für die brasilianische Ernte der Saison 2014/2015 auf 45,8 von zuvor 47,4 Millionen 60-Kilogramm-Säcken. Bereits seit Tagen spekulieren Anleger über den Umfang der Einbußen bei der brasilianischen Kaffee-Ernte.

Quelle: ntv.de, bad/dpa/DJ

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