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Euro fast unverändert Rubel weiter im freien Fall

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Seit Jahresbeginn hat der Rubel zum US-Dollar bereits rund 18 Prozent an Wert verloren.

(Foto: dpa)

Russlands Währung rauscht von einem Rekordtief zum nächsten. Nun erreicht der Rubel gegenüber einem Devisenkorb aus Euro und Dollar einen neuen Tiefstand. Die europäische Gemeinschaftswährung hingegen kommt etwas zurück.

Der Rubel setzt seine Talfahrt trotz Interventionen der Notenbank fast ungebremst fort und fällt von einem Rekordtief zum nächsten. Am Mittwoch markiert die russische Währung zu einem Korb wichtiger Devisen ein weiteres Allzeittief, obwohl die russische Zentralbank Hunderte Millionen US-Dollar zur Stützung des Rubels aufwendet. In den ersten Handelsminuten fällt er zum Dollar/Euro-Devisenkorb auf 44,74, um sich dann auf 44,72 leicht zu erholen. Auch zum US-Dollar gibt der Rubel um 0,2 Prozent auf 39,99 nach. Seit Jahresbeginn hat der Rubel zum US-Dollar bereits rund 18 Prozent an Wert verloren.

Sanktionen des Westens wegen Russlands völkerrechtswidriger Annexion der ukrainischen Krim, der massive Verfall des Ölpreises und letztlich die schwache Konjunktur in Russland drücken den Rubel im Tagesrhythmus auf immer neue Rekordtiefstände zu einem Dollar/Euro-Devisenkorb, den die Notenbank seit Anfang Oktober zur Messlatte ihrer Devisenmarktbeobachtung gemacht hat. Zur Volatilität des Rubels trägt auch die Absicht der Zentralbank bei, ihn ab 2015 dem freien Spiel von Angebot und Nachfrage zu überlassen.

Öl der europäischen Referenzsorte Brent ist unter die Marke von 92 US-Dollar gefallen - zwischenzeitlich wurden gar Preise unter 91 Dollar aufgerufen, wodurch auch der Abgabedruck auf den Rubel wächst: In den Haushaltsplanungen Russlands für 2014 wurde ein um über zehn Dollar höherer Brentpreis zu Grunde gelegt. Trotz aller Diversifizierungsbemühungen hängt die russische Wirtschaft ganz entscheidend vom Energiemarkt ab, denn das Land exportiert neben anderen Rohstoffen vor allem Öl und Gas. Daneben schränken die westlichen Sanktionen die Möglichkeiten russischer Unternehmen zur Fremdmittelbeschaffung außerhalb Russlands stark ein.

Stabilisierung des Eurokurses seit Wochenbeginn

Der Euro hat sich am Mittwoch nur wenig bewegt. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,2670 US-Dollar und damit in etwa so viel wie im asiatischen Handel. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am frühen Nachmittag auf 1,2645 (Dienstag: 1,2607) Dollar festgesetzt.

Im Tagesverlauf wurden keine marktbewegenden Konjunkturdaten veröffentlicht. Anleger wollten auf das für den Abend anstehende Protokoll der US-Notenbank zur jüngsten Zinssitzung warten, hieß es. Von den sogenannten Fed-Minutes erhofften sie sich Hinweise auf den Zeitpunkt der ersten Zinsanhebung in den USA nach der schwersten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit. Derzeit wird mit der Zinswende für Mitte 2015 gerechnet.

Die erwartete Zinswende in den USA und eine weitere Lockerung der Geldpolitik der EZB hatten den Eurokurs in den vergangenen Wochen unter Druck gebracht. Allerdings war seit Wochenbeginn trotz schwacher Konjunkturdaten aus Deutschland eine Stabilisierung zu beobachten. Nach der jüngsten Schwächephase beim Eurokurs sei eine zeitweise Gegenbewegung nicht ausgeschlossen, sagte Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Mittelfristig bestehe jedoch weiter die Möglichkeit eines Rückfalls in Richtung von 1,20 US-Dollar.

Quelle: n-tv.de, kst/jwu/DJ/rts/dpa

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