Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 38 Was ist Obst, was Gemüse?

Fast jeder weiß, ob er z.B. eine Banane der Gattung Gemüse oder Obst zuordnen soll. Aber welche Eigenschaften muss ein Lebensmittel haben, um in die jeweilige Kategorie eingeordnet zu werden? Auf den Punkt gebracht: Was ist der Unterschied zwischen Obst und Gemüse? (fragt Patrick Pickel aus München)

Die Frage nach dem Unterschied zwischen Obst oder Gemüse zu klären, ist nicht so einfach. Selbst Lebensmittelwissenschaftler haben bis heute keine eindeutige Definition für den Unterschied zwischen Obst und Gemüse gefunden.

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Auberginen, Tomaten, Paprika, Gurken, Melonen, Kürbisse, Hülsenfrüchte, Okraschoten und Zucchini gehören zur Gattung Fruchtgemüse.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Das Wort Obst leitete sich aus dem althochdeutschen Wort "obez" ab, das soviel bedeutete wie Zukost. Hierunter wurde alles verstanden, was gegessen wurde, außer Brot und Fleisch, also auch Gemüse, Hülsenfrüchte und Ähnliches. Das Wort Gemüse dagegen kommt von dem mittelhochdeutschen Wort "Mus", das einen gekochten Brei aus verschiedenen Nutzpflanzen bezeichnete.

Aus den Herkunftsgeschichten der Wörter wurde ein weiteres, allerdings auch kein eindeutiges Unterscheidungsmerkmal zwischen Obst und Gemüse abgeleitet. Obst kann fast immer roh, Gemüse dagegen eher im gekochten oder zumindest gedünsteten Zustand gegessen werden. Das mag zum einen am höheren Zuckergehalt von Obst und zum anderen an der Konsistenz von Obst gelegen haben. Reifes Obst ist sehr weich und daher gut zu kauen. Die meisten Gemüsesorten dagegen sind hart und daher schwer zu kauen. Mediziner raten beispielsweise von ausschließlich vegetarischer Rohkosternährung ab, da allein das Kauen mehr Energie in Anspruch nehmen könnte, als mit der Rohkost aufgenommen werden kann.

Auch botanische Definition hat Lücken

Aber zurück zum Thema: Die Botaniker machen sich die Definition von Obst und Gemüse einfach: Obst ist demnach ein übergeordneter Begriff für Früchte und Samen, die aus den Blüten mehrjähriger Pflanzen entstehen. Zum Gemüse gehören essbare Pflanzenteile, also Blätter, Stängel, Wurzeln usw. von Pflanzen, die nur einmal in ihrem Pflanzenleben fruchten.

Auberginen, Tomaten, Paprika, Gurken, Melonen, Kürbisse, Hülsenfrüchte, Okraschoten und Zucchini können nicht eindeutig dieser Definition zugeordnet werden. Aus diesem Grund wurde für diese Sorten die Zusatzkategorie Fruchtgemüse eingeführt. Unter Fruchtgemüse versteht man also Gemüsearten, deren Früchte zum Verzehr geeignet sind.

Bleibt immer noch die Frage, warum der Rhabarber im Obst- und die Avocado im Gemüseregal des Supermarktes zu finden sind.

Quelle: ntv.de