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Sonntag, 25. Mai 2014

Madrider Drama im CL-Finale: Atletico kollabiert, Real triumphiert, Ronaldo posiert

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Auch ohne deutsche Teams im Champions-League-Finale 2014 bleibt der große Henkelpott in deutscher Hand. (Foto: dpa)

Auch ohne deutsche Teams im Champions-League-Finale 2014 bleibt der große Henkelpott in deutscher Hand.

Auch ohne deutsche Teams im Champions-League-Finale 2014 bleibt der große Henkelpott in deutscher Hand.

In Lissabon bestieg Nationalspieler Sami Khedira (2. R., 3. v. r.) mit Real Madrid nach einem dramatischen Finale gegen Atletico Madrid den europäischen Fußball-Thron.

4:1 nach Verlängerung hieß es nach 120 intensiven Minuten, in denen Außenseiter Atletico am Ende unter Wert geschlagen wurde.

Die "Königlichen" erfüllten sich damit den Traum von "La Décima", dem insgesamt zehnten Triumph in Landesmeisterpokal und Champions League.

Danach hatte es im Estadio da Luz lange Zeit nicht ausgesehen.

Bis in die Nachspielzeit der regulären Spielzeit lag Atlético nach der Führung durch Diego Godín (36.) vorn und hatte schon eine Hand am Pokal.

Dann aber rettete Sergio Ramos (90.+3) den Favoriten Real nach einer Ecke mit einem perfekten Kopfball doch noch in die Verlängerung.

Dort erzielten Gareth Bale (110.), …

… Marcelo (118.) und …

… Weltfußballer Cristiano Ronaldo per Foulelfmeter (120.) in einer turbulenten Schlussphase die entscheidenden Treffer.

Sein 17. Tor im laufenden Wettbewerb feierte der Portugiese gewohnt exzentrisch - und gerade so, als hätte er das Finale im Alleingang entschieden.

Atlético, das auch bei seiner ersten Finalteilnahme 1974 gegen den FC Bayern erst kurz vor Schluss den Ausgleich kassiert und dadurch letztlich den Pokal verloren hatte, ...

... nahm die Niederlage mit Größe hin.

"Ab dem 1:1 hat Real dominiert und am Ende verdient gewonnen", sagte Atlético-Kapitän Gabi.

"Wir haben bis zuletzt alles gegeben. Wir sind seit einem Jahr in sämtlichen Wettbewerben unterwegs, irgendwann ist die Kraft am Ende. Glückwunsch an Real."

Real hatte bereits von 1956 bis 1960 sowie 1966, 1998, 2000 und 2002 die wichtigste Trophäe im europäischen Vereinsfußball gewonnen.

Real-Coach Carlo Ancelotti gewann als erster Trainer dreimal die Champions League, nachdem er 2003 und 2007 mit dem AC Mailand triumphiert hatte.

Atlético, dessen Heimstadion in Vicente Calderon in Madrid ausverkauft war und zur gigantischen Public-Viewing-Bühne wurde, ...

... verpasste nach dem Gewinn der spanischen Meisterschaft den zweiten Titel der Saison.

In Reals Finaldrama mit Happy End spielte Khedira zunächst eine unrühmliche Hauptrolle, als er Atléticos Führung durch Diego Godín mitverschuldete.

Der 27-Jährige, der 188 Tage nach seinem Kreuzbandriss überraschend in der Startelf stand, verlor das Kopfball-Duell gegen Atléticos Innenverteidiger.

Die größte Schuld am 0:1 trug freilich der "heilige" Torwart Iker Casillas, ...

... der sich einen groben Stellungsfehler leistete ...

... und dadurch das Gegentor erst ermöglichte.

Der Uruguayer Godín hätte zum zweiten Mal binnen einer Woche zum Helden werden können.

Sieben Tage zuvor hatte sein Treffer zum 1:1 beim FC Barcelona den Rot-Weißen die erste Meisterschaft seit 1996 beschert.

Doch diesmal sollte die Krönung ausbleiben.

Ein Jahr nach dem hochklassigen deutschen Duell in Wembley sahen die 60.976 Zuschauer im Lissaboner Estádio da Luz ein zähes ...

... und teilweise nickliges Spiel.

Khedira, der den gesperrten Xabi Alonso auf der "Sechs" vertrat, spielte ansonsten ordentlich und warf sich mutig in die Zweikämpfe.

Kurz vor der Pause sah er nach einem Foul an David Villa Gelb.

Nach 59 Minuten musste er für den offensiveren Isco weichen.

Der sollte Ronaldo noch besser in Szene setzen.

Der Portugiese gab bei seinem Heimspiel zwar die meisten Schüsse aller Spieler auf dem Platz ab, agierte dabei aber glücklos.

Ob per Freistoß (28., 54.) ...

... oder Kopf (55., 63.).

Nichts klappte.

Auch 100-Millonen-Mann Gareth Bale glänzte zunächst vor allem als Chancentod ...

... und vergab mehrere hochkarätige Torgelegenheiten (32., 73., 77.).

Auch diese in der 32. Minute.

Von Sturmspitze Karim Benzema ...

... bekam Reals Edelfan, Spaniens König Juan Carlos I. (roter Schlips), fast nichts zu sehen.

Real, das zuletzt 2002 triumphiert hatte (2:1 gegen Bayer Leverkusen), rannte mit zunehmender Spieldauer immer verzweifelter an.

Doch das "weiße Ballett", dessen "BBC"-Sturm (Bale, Benzema, Cristiano) mehr Ablöse gekostet hat als die gesamte Atlético-Startelf zusammen wert ist, tanzte erst, als es fast zu spät war.

Ramos, der schon im Halbfinale gegen die Bayern einen Doppelpack erzielte, köpfte in der 93. Minute eine Modric-Ecke ins linke Toreck.

Zur Belohnung erhielt er einen Kuss von Casillas auf die rechte Wange, denn dessen schwerer Fehler war damit ausgebügelt und zumindest die Verlängerung erzwungen.

Dort gingen Atlético zusehends die Kräfte aus.

Auch, weil der Außenseiter schon in der neunten Minute das erste Mal hatte wechseln müssen.

Stürmerstar Diego Costa, nach vermeintlicher "Wunderheilung" durch Pferdeplazenta in der Startelf, ...

... hatte erneut Probleme und musste bereits früh raus.

Die späte Überlegenheit nutzte Bale in der 110. Minute nach einem fantastischen Solo von Angel di Maria zum dritten Kopfballtor des Abends, …

… ehe Marcelo mit einem Linksschuss von der Strafraumkante alles klar machte (117.).

In der 120. Minute schritt schließlich Ronaldo zum Elfmeter ...

... und bestätigte seinen Ruf als größter Pfau des Weltfußballs.

Nach dem 4:1 stürmte Atlético-Coach Diego Simeone wutentbrannt auf den Platz und sorgte vor dem Schlusspfiff noch für ein Durcheinander, ...

... nachdem Reals Innenverteidiger Raphael Varane den Gegner verhöhnt hatte.

Wenig später stand den Feierlichkeiten von Real Madrid aber nichts mehr im Weg.

Für Atletico endete eine großartige Saison hingegen mit Tränen.

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