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Donnerstag, 13. April 2017

Trotz und Tränen gegen Monaco: BVB quält sich, kämpft, verliert und gewinnt doch Hoffnung

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Völlig erschöpft standen die Spieler von Borussia Dortmund vor der Südtribüne. (Foto: imago/Eibner)

Völlig erschöpft standen die Spieler von Borussia Dortmund vor der Südtribüne.

Völlig erschöpft standen die Spieler von Borussia Dortmund vor der Südtribüne.

Vielen standen Tränen in den Augen, ...

... als zehntausende Fans für sie "Der BVB wird niemals untergehen" sangen.

Selten war dieser Gesang so passend wie nach diesem Spiel gegen AS Monaco, einem der schwersten der Dortmunder Vereinsgeschichte.

Nicht einmal 24 Stunden nach dem Anschlag auf ihren Mannschaftsbus mussten die BVB-Profis auf Geheiß der Uefa zum Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen die Franzosen antreten.

Dortmund verlor unglücklich mit 2:3 (0:2).

Nach einem aufopferungsvollen Kampf ...

... ist der Glaube ans Weiterkommen aber noch da.

"Es war kein schöner Tag heute. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir alle Menschen sind. Aber die zweite Halbzeit war überragend, und das zweite Tor ist Gold wert", sagte Nuri Sahin beim Bezahlsender Sky ...

... nach dem späten Anschlusstreffer durch Shinji Kagawa (84.) zum Endstand im Hinblick auf das Rückspiel am 18. April im Fürstentum.

"Es hat viel Mut und Courage gebraucht, hier heute Fußball zu spielen", sagte Trainer Thomas Tuchel, der mit der Uefa angesichts der kurzfristigen Neuansetzung nach der Absage vom Dienstag …

… hart ins Gericht ging: "Die Mannschaft hätte gern mehr Tage gehabt. Wir fühlten uns komplett übergangen, als es hieß: Morgen seid ihr dran."

Das Stadion glich einem Hochsicherheitstrakt.

Die Stimmung war angespannt, trotzig, ...

... aber auch wohlwollend, wozu die Gastfreundschaft vieler Dortmunder gegenüber Monaco-Fans ohne Unterkunft nach der Spielabsage vom Dienstag beigetragen hatte.

Die bedankten sich vor der Partie auf ihre Weise.

Tuchel hatte es jedem seiner Profis freigestellt, ob sie nach der Attacke auf den Teambus mit drei Explosionen auflaufen. Als Schiedsrichter Daniele Orsato die Begegnung um 18.46 Uhr ...

... unter den Augen von Bundesinnenminister Thomas de Maizière, NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und DFB-Präsident Reinhard Grindel anpfiff, waren alle Dortmunder Spieler dabei.

Die BVB-Fans unter den 65.849 Zuschauern im ausverkauften Stadion trieben ihr Team von der ersten Minute frenetisch an, auf der Südtribüne war das BVB-Logo zu sehen.

Doch die Gastgeber hatten große Mühe ins Spiel zu kommen, auch wenn sich Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang die erste Chance bot (11.).

Trotz der bedingungslosen Unterstützung der Fans ...

... mit Anfeuerungsrufen, ...

... Mutmachern ...

... und Genesungswünschen für den verletzten BVB-Profi Marc Bartra ...

... eine Halbzeit lang völlig verunsichert.

Verständlich nach den schockierenden Vorkommnissen und der schweren Verletzung von Marc Bartra, dessen Konterfei die Dortmunder auf ihren Aufwärm-Hemden trugen ...

... und für den es Stadion zahlreiche Banner und Transparente mit guten Wünschen gab.

"Wir wussten, dass es nicht einfach wird. Bis zum Anpfiff war alles im Kopf, nur kein Fußball", sagte Sahin.

Tuchel stand schon nach wenigen Minuten an der Seitenlinie, dirigierte lautstark und versuchte sein Team anzutreiben.

Es half zunächst nichts. Auch nach dem Anpfiff schien sich alles gegen Borussia verschworen zu haben.

Dem Führungstreffer des offensivstarken französischen Tabellenführers durch das 18 Jahre alte Wunderkind Kylian Mbappé (19.) ...

... ging eine klare Abseitsstellung voraus.

Beim 0:2 beförderte Sven Bender den Ball aus sechs Metern per Kopf ins eigene Netz (35.), ...

... zuvor war der BVB-Verteidiger leicht gefoult worden.

Glück hatte der Fußball-Bundesligist allerdings, als Fabinho einen Foulelfmeter ...

... neben das Tor setzte (17.).

In der zweiten Halbzeit setzte Tuchel angesichts des deutlichen Rückstands alles auf eine Karte: Für die Abwehrspieler Sven Bender und Marcel Schmelzer kamen Regisseur Nuri Sahin und Offensivspieler Christian Pulisic.

Der Mut zahlte sich aus: Nun spielte der BVB wieder wie der BVB, erhöhte den Druck immer mehr.

Ousmane Dembélé (57.) brachte die aufopferungsvoll kämpfenden Dortmunder ...

... nach einer feinen Kombination über Aubameyang und Shinji Kagawa zurück ins Spiel.

Monaco kam kaum noch über die Mittellinie, ...

... hatte aber urplötzlich die Riesenchance zum 3:1, als Radamel Falcao (75.) über das leere Tor schoss.

Kurz darauf schlug dann Mbappé nach einem schlimmen Fehlpass von Lukasz Piszczek zu, doch der BVB kämpfte weiter.

Kagawa gelang noch das Tor zum 2:3, das die Hoffnung auf das Champions-League-Halbfinale am Leben erhielt.

Trotz allem, was passiert ist und in den Spielern nachwirkt.

Trotz allem, was den BVB-Profis nach dem Anschlag an moralischer Überhöhung aufgebürdet wurde.

Es wäre ein weiterer Schritt zurück in die Normalität.

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