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Sonntag, 14. August 2011

"Es spielt keine Rolle, ob es Bayern-Dusel war": Die Bundesliga in Wort und Witz

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Das ist die Szene, die am 2. Spieltag für viel Aufregung und Diskussionsstoff sorgt: Wolfsburgs Stürmer Patrick Helmes köpft auf das bayrische Tor und ... (Foto: AP)

Das ist die Szene, die am 2. Spieltag für viel Aufregung und Diskussionsstoff sorgt: Wolfsburgs Stürmer Patrick Helmes köpft auf das bayrische Tor und ...

Das ist die Szene, die am 2. Spieltag für viel Aufregung und Diskussionsstoff sorgt: Wolfsburgs Stürmer Patrick Helmes köpft auf das bayrische Tor und ...

... drin ist der Ball. Manuel Neuer strampelt wie ein auf dem Rücken liegender Käfer. "Päddi" Helmes setzt zum Jubellauf an.

Doch was ist das? Au Backe, Felix Magath. Knut Kircher gibt das Tor nicht. Es soll abseits gewesen sein. Der VfL-Coach kann es nicht fassen: "Ich habe von der Bank aus gesehen, was vier schwarze Schiris nicht gesehen haben. Dass kein Abseits vorliegen kann, wenn der Bayern-Spieler den verlängert - so gut kenne ich doch die Fußball-Regeln."

Mit rotem Kopf und weit aufgerissenem Mund schimpft Magath: "Wenn vier Mann nicht in der Lage sind, das richtig zu entscheiden, dann wird es Zeit, dass man dazu übergeht, den Fernsehbeweis einzuführen." Es ist nicht das erste Mal, dass Magath den TV-Beweis fordert.

Der von Magath so hart angegangene und von Torwart Diego Benaglio ins Visier genommene Referee Kircher gibt zu: "Nachdem wir uns die TV-Bilder angesehen haben, gibt es dazu keine zwei Meinungen - es war kein Abseits. Wir haben einen Fehler gemacht."

Einen Fehler zu viel begehen auch die Wolfsburger: Sie verlieren in letzter Sekunde durch ein Tor von Luiz Gustavo.

Für den früheren Champions-League-Sieger des FC Bayern, Hasan Salihamidzic, ist die Pleite gegen den Ex-Klub schwer zu ertragen: "Am Ende sind die Bayern in der Kabine und wissen nicht, wie sie gewonnen haben."

Bayerns-Kapitän Philipp Lahm (l) ist das egal. Er kann das Gerede vom bayerischen Glück nicht mehr hören. Das sagt er auch Kumpel Franck Ribéry: "Das spielt für uns keine Rolle, ob es Bayern-Dusel war oder das stete Anrennen. Wichtig sind nur die drei Punkte."

Eines der schönsten Tore des 2. Spieltages erzielt der Hoffenheimer Sejad Salihovic. Sein Freistoß ist wie ein Strahl. Aus 33 Metern schlägt der Ball im Winkel ein. Roman Weidenfeller streckt sich nur aus alibitechnischen Gründen.

"Den hätte ich nicht einmal gehalten, wenn ich in der Ecke gestanden hätte. Das muss man hinnehmen und gratulieren", sagt er anschließend.

Schwer verdaulich ist die überraschende Niederlage des BVB für Trainer Jürgen Klopp. Seinen Ärger bekommen jedoch nicht seine Spieler ab, sondern die Berichterstatter. "In dieser Woche ist es mit dem Füllhorn über uns gekommen. Ich verdiene einen Großteil meiner Kohle, weil die Medien Nachrichten transportieren. Aber ich muss mit den Auswirkungen arbeiten. Dass die Öffentlichkeit beim Erreichen von Zielen hilft, ist selten." Dem guten Kloppo ist es nicht recht, dass die Medien zu euphorisch über sein Team und Jungstar Mario Götze berichtet haben.

Auch der Vierte Offizielle muss den übellaunigen Klopp ertragen und wird gar in ein Wortgefecht verwickelt. Dazu will sich der Meistertrainer aber nicht äußern, nur soviel: "Alles, was ich sage, kann gegen mich verwendet werden. Deshalb halte ich die Schnauze zu diesem Thema."

Sein Gegenüber Holger Stanislawski ist hingegen bester Laune. Nur die Verständigung mit den Einheimischen in seinem neuen Arbeitsumfeld klappt noch nicht reibungslos. "Ich bin gerade erst dabei, den Dialekt zu lernen und froh, wenn ich die Leute überhaupt verstehe." Mit Marvin Compper dürfte er damit keine Probleme haben.

Glücklich, aber mit den Kräften am Ende - nach dem Spiel gesteht der Sieger-Trainer: "Anstrengend war's. Ich habe fünf oder sechs Flaschen leer getrunken und habe geschwitzt - ich bin durch. Aber so fühlt sich Arbeit an."

Rund und oft rollt die Kugel ins Kölner Tor auf Schalke. 5:1 gewinnen die Gelsenkirchener. Ein Siegerspieler ist jedoch in Köln geboren - und bereitet auch noch zwei Tore vor: Marco Höger. Stockprügel erwartet er jedoch nicht von seinen rheinländischen Landsleuten: "Ich denke schon, dass ich noch nach Hause darf."

Den Kaffee auf hat Kölns Abwehrspieler Kevin McKenna (r). "Ich bin schon seit vier Jahren beim FC und es ändert sich nichts. Aber wir werden es ändern müssen", sagt er zum traditionellen Fehlstart und der Unruhe im Umfeld.

Auf der Tribüne sitzen derweil die Verantwortlichen und beäugen kritisch die Kölner Nullleistung. Sportdirektor Volker Finke (l) scheint Präsident Wolfgang Overath zuzuraunen: "Glaubst du, das geht noch lange gut mit dem Solbakken?"

Kölns neuer Trainer Stale Solbakken gibt sich nach außen skandinavisch cool. Doch in ihm kocht es: "Im Inneren ist es für mich die Hölle."

Schalkes Matchwinner ist Stürmer Klaas-Jan Huntelaar, der dreimal trifft und den Ball mit nach Hause nimmt.

Zuvor stattet der Holländer jedoch der Schalker Nordkurve einen Besuch ab. "Papa hat gesagt, du musst vorgehen und singen", erklärt er die Anordnung zur Gesangseinlage.

Aufsteiger Hertha BSC rettet in Hamburg beim 2:2 einen Punkt, hätte eigentlich aber gewinnen müssen. Christian Lell formuliert treffend: "Wir waren heute das überlegene Team. Dafür sind wir belohnt worden - aber irgendwie auch doch wieder nicht."

Für die HSV-Fans ist ein Punkt zu Hause gegen den Aufsteiger natürlich zu wenig. Nach dem Spiel randalieren sie im Zug, so dass unter den anderen Passagieren Panik aufkommt. Die Polizei muss die S-Bahn räumen.

Mönchengladbach geht gegen den VfB Stuttgart durch einen umstrittenen Foulelfmeter in Führung.

Marco Reus jubelt an oberster Position. Das darf er, denn er hat den Elfmeter herausgeholt. Anschließend sagt der Gladbacher: "Man kann ihn geben. Wenn man ihn nicht gibt, auch okay." Alles klar.

Egal, ob die Entscheidung richtig oder falsch ist - der VfB kommt noch zum Ausgleich. Cacau schiebt den Ball an Marc André ter Stegen vorbei ins Tor.

Die Experten auf der Tribüne fachsimpeln. Gladbachs Ex-Trainer Hans Meyer sagt zu Leverkusens Coach Dutt: "Siehste Robin, ich habe schon immer gesagt, der Cacau ist ein Guter."

Nach der Freiburger Heimniederlage beweist Heiko Butscher (l) seine Fähigkeiten als Philosoph. Seine Erkenntnis: "Die Bundesliga ist wie ein Marathonlauf. Auch wenn die ersten zwei Schritte noch etwas holprig sind, kann es am Ende trotzdem noch ein guter Lauf werden."

Ron-Robert Zieler gehört zur jungen Garde der Torhüter. Mit Hannover gewinnt er 2:1 in Nürnberg. Abends im Fernsehen plaudert er aus seiner Vergangenheit. Mit 16 Jahren heuert er bei Manchester United an. Über sein erstes Gespräch mit Sir Alex Ferguson berichtet er: "Er saß mir gegenüber und sprach mit seinem schottischen Akzent. Mein Englisch war damals nicht so gut, und ich habe ihn schwer verstanden. Ich habe immer nur 'yes' und 'no' gesagt."

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