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24 Stunden von Le Mans 2009: Die Löwen jagen Audi

 
24 Stunden von Le Mans 2009: Die Löwen jagen Audi

Bienvenue und willkommen zum vielleicht berühmtesten, auf jeden Fall aber verrücktesten Motorsport-Ereignis der Welt. Le Mans hat eingeladen und Gäste aus aller Welt sind gekommen.

Die Autos, die dort antreten, sind echte Rennmaschinen. Am Eingang vermitteln Miniaturausgaben bereits einen ersten Eindruck davon.

Viele der großen Autohersteller wollen in Le Mans präsent sein. Es ist ein Schaufenster der Branche.

Stilecht bewegt man sich natürlich in einem Mini-Flitzer auf dem Gelände vorwärts.

Manche halten es jedoch auch etwas spartanischer.

Auch in diesem Jahr sind fast 240.000 Menschen gekommen.

Es ist ein riesiges Fest rund um den Motorsport.

Die Zuschauer sind hautnah dabei. Der Duft von Gummi und Benzin beziehungsweise Diesel liegt in der Luft.

Im Gegensatz zur Formel 1 wird das Publikum nicht ganz so hart ausgesperrt.

Doch natürlich geht die Sicherheit vor, denn Motorsport kann gefährlich sein.

Für den Fall der Fälle stehen Rettungskräfte bereit. Für Fahrer und Zuschauer.

Audi hat sich in Le Mans bereits ein Denkmal errungen. Die Ingolstädter sind zehn Mal angetreten und haben das Rennen acht Mal gewonnen. Der Audi-Tower zeugt von diesen Erfolgen. In seinem Sockel sind die Gewinner eingraviert.

Rund um die Rennstrecke findet ein riesiges Volksfest statt. Dort sind die Besucher des 24-Stunden-Rennens die Stars.

Sie schaffen eine bemerkenswerte Atmosphäre. Natürlich ist auch die Oranje-Fraktion vertreten. Sie unterstützen unter anderem Jos Verstappen.

Zum Start des Rennens wollen alle einen Blick auf das Starterfeld erhaschen. Pünktlich um 15 Uhr am Samstag geht es los.

Jeder versucht, so viel wie möglich von den Flitzern zu sehen. Ganz verschiedene Taktiken können da zum Erfolg führen.

Andere sind noch auf der Suche nach dem besten Plätzchen.

Das will gut beraten sein. Vor allem, wenn man in größeren Gruppen unterwegs ist.

In den Boxen laufen derweil die Vorbereitungen für die ersten Stopps.

Dabei gibt es eine Neuheit: Die Reifenwechsel dürfen nur von zwei Mechanikern durchgeführt werden.

Bei den wuchtigen Rädern mit Slick-Reifen bedeutet das für die Männer Schwerstarbeit.

Auch abseits der Strecke gibt es jede Menge schöne Aussichten.

Denn auch einige Damen wissen sich ganz besonders in Szene zu setzen.

Das sorgt natürlich für mächtig Unruhe unter den männlichen Besuchern. Die Fotoapparate klicken heiß, und der ein oder andere dürfte fast vergessen haben, warum er eigentlich hier ist.

Zahlreiche dänische Fans sind gekommen, um den König von Le Mans, Tom Kristensen, zu unterstützen. Der Däne konnte bereits acht Mal den Klassiker gewinnen.

Wer möchte, kann sich über Radio ständig über den Verlauf des Rennens informieren.

Und so kann frau auch erfahren, wie sich US-Schauspieler Patrick Dempsey schlägt, der auf den Spuren von Paul Newman wandelnd am Rennen teilnimmt.

Mit dem Team Advanced Engineering startet er in der Klasse LM GT2.

Hinter der Start-Ziel-Geraden findet ein riesiges Volksfest statt.

Auf dem Jahrmarkt können sich die Besucher vergnügen.

Dabei kann auch überschüssige Energie abgebaut werden.

Manche sorgen auf andere Weise für ihr persönliches Wohlergehen. Selbstverpflegung hilft dabei.

Auch in kulinarischer Hinsicht - das ist schließlich französische Spezialität. Interessant auch der selbstgebaute Grill.

Manch einer bleibt jedoch lieber an der Piste ...

... und setzt auf mobile Versorgung. Nicht ganz einfach, dabei immer flüssig zu bleiben. Der guten Laune ist das nicht abträglich.

Auch die Körperpflege darf, trotz Camping, nicht zu kurz kommen.

Für den einen oder anderen ist der Weg dann aber doch zu weit.

In den Boxen hingegen ist die Stimmung angespannt. Schon die ersten Stunden des langen Rennens können über den Ausgang entscheiden.

Deshalb muss alles passen. Keiner im Team darf sich einen Fehler erlauben.

Diese Erfahrung muss auch das Audi-Team machen. Bereits in den ersten Runden gibt es vom Audi Nummer drei einen Ausflug ins Kiesbett. Dann geht beim selben Auto die Kraftstoffpumpe kaputt und der Audi-Sport-Prototyp steht rund zweieinhalb Stunden in der Box.

Die Fans an der Strecke lassen es in der Zwischenzeit etwas ruhiger angehen. Der Abend kommt und viele besorgen sich was zu essen, machen einen Rundgang oder suchen etwas Ruhe.

Diesen drei Zuschauern ist es auch am Abend offensichtlich noch sehr heiß.

Es muss schon etwas Besonderes sein, den Fahrtwind in Gänze abzubekommen - so wie Gott sie schuf.

Zum Glück ist dieser junge Mann etwas besser geschützt, in jeder Hinsicht. An der Rennstrecke ist es sehr laut. Die Diesel-Autos von Audi und Peugeot zischen zwar recht leise vorüber, doch wenn die Corvette mit ihren V8-Motoren vorbeidonnern, bebt die Tribüne.

Auch abseits der Rennstrecke gibt es einige automobile Schönheiten zu bewundern.

Einige sind mit ihren Oldtimern auf dem Gelände unterwegs.

Viele ausgesprochen schöne Wagen sind auf dem Gelände rund um den Ring zu sehen. Wer etwas auf sich hält, reist eben stilecht an.

Das Motto auf der Rennstrecke hat sich auch bei den Fans durchgesetzt. (Übersetzung: Wenn alles unter Kontrolle scheint, bist Du einfach nicht schnell genug.)

Auf den Parkplätzen geht jedem Auto-Fan das Herz auf. Es ist nahezu alles zu sehen, was man sich auf vier Rädern vorstellen kann.

Ob Jung, ob Alt. Sehen und gesehen werden ist das Motto.

Unterdessen läuft das Rennen auf Hochtouren.

Die Peugeot 908 HDi FAP (l.) ziehen souverän ihre Runden. Zwar haben auch die Franzosen mit Schwierigkeiten zu kämpfen - zwei der Boliden hatten einen Mini-Crash in der Box -, doch die Autos zeigen sich stabil und fahren konstant gute Rundenzeiten. Vorne ein Porsche 997.

Nicht nur in der Klasse LMP1, wo Audi und Peugeot antreten, geht es zur Sache. Keine einfache Aufgabe für die schnelleren Autos, sich durch die Menge zu kämpfen.

Die Nacht bricht an in Le Mans. Auf dem Gelände neben der Strecke drehen die Fans richtig auf. Der Jahrmarkt mit seinen Attraktionen sorgt für Abwechslung vom Renngeschehen.

Um Mitternacht erhellt ein Feuerwerk den Himmel über der Rennstrecke.

Nur wenige finden Schlaf.

Und wenn, dann nur unruhig für ein paar Stunden, denn die Renngeräusche sind allgegenwärtig.

Auf der Strecke dauert der Kampf um den Sieg an. Für Audi gibt es einen herben Schlag. Um 21.30 Uhr fliegt der R15 TDi mit der Startnummer zwei vor der Porsche-Kurve von der Strecke.

Fahrer Lucas Luhr kann sich den Crash nicht erklären. Ein technischer Defekt wird ausgeschlossen. Mit dem Heck kracht der Audi in die Reifenstapel. Für das Team, bei dem noch Marco Werner und Mike Rockenfeller im Einsatz sind, ist das Rennen beendet.

Die Sonne kehrt zurück an den Himmel über der Stadt an der Sarthe. Le Mans ist die Hauptstadt des Départements Sarthe in der Region Pays de la Loire.

In den frühen Morgenstunden sind bereits viele Fans wieder auf den Beinen, wenn oft auch auf wackligen.

Auf der Piste hat sich das Bild nicht wesentlich verändert. Der Audi Nummer drei ist wieder auf der Strecke, hat aber durch den langen Boxenstopp keine Chance mehr auf den Sieg. Dafür kann der R15 TDI Nummer drei für das Team Nummer eins mit Allan McNish, Dindo Capello und Tom Kristensen Teile und Setups ausprobieren.

Bei Peugeot beobachtet man dennoch gespannt das Rennen. Vorfreude ist unangebracht. Zu präsent ist die Niederlage aus dem letzten Jahr, wo die Löwenmarke den sicher geglaubten Sieg in den letzten Stunden noch verlor.

Am Rand der Strecke macht sich Erschöpfung breit. Die lange Nacht fordert ihren Tribut.

Noch ist die Haupttribüne relativ leer. Doch einige haben sich sicherheitshalber schon mal einen guten Platz gesichert.

Und auch andere pilgern wieder von den zahlreichen, teils chaotischen Campingplätzen zur Rennstrecke.

Auch wenn manche noch (ihren Rausch aus-) schlafen: Die Spannung steigt. Die 24 Stunden von Le Mans gehen in das letzte Drittel.

Viele der zahlreichen Helfer rund um die Strecke bekommen davon wenig mit. Parkplätze wollen bewacht und Zugänge versperrt werden.

Glücklich, wer eine ordentliche Mahlzeit ergattern kann. Ein Kaffee ist Gold wert.

Dazu noch ein Croissant und fertig ist das französische Frühstück.

Bei Audi hofft man auf Regen. Es reift die Erkenntnis, dass nur so noch ein Sieg möglich ist. Denn immer wenn der R15 TDI #1 eine gute Rundenzeit vorlegt, kann der in Führung liegende Peugeot mit der Nummer neun noch eine Schippe drauf legen.

Der zweite von insgesamt vier Peugeot 908 HDi FAP mit der Nummer acht kann sich auf Position zwei vorschieben. Beide Autos laufen perfekt und die Fahrer erlauben sich keine Fehler.

Le Mans ist eines der härtesten Rennen überhaupt. Das spätere Siegerauto, der Peugeot mit der Nummer neun, fährt insgesamt 382 Runden.

Dabei ist Le Mans eine ausgesprochen lange Strecke. Knapp 13,7 Kilometer legen die Autos bei einer Umrundung zurück.

Nach 24 Stunden hat der Peugeot Nummer neun 5233 km auf dem Buckel. In einem ganzen Jahr Formel 1 werden ähnlich viele Kilometer gefahren wie hier an einem Tag. Die Fahrer aller Lager leisten Großartiges.

Auch viele Fans sind am zweiten Renntag noch gut in Form. Trotz einer außerordentlich langen Anreise.

Die Motorsportbegeisterung der Besucher ist einfach riesengroß.

Sie sind fachkundig und harren aus bis zum Ende. In Le Mans gibt es knallharten Motorsport zu sehen.

Dieses Rennen ist wirklich erst zu Ende, wenn die schwarz-weiße Flagge geschwenkt wird.

Dabei ist die Fortbewegung recht beschwerlich, die Wege sind weit und auch die Anhänger sind froh über etwas Hilfe.

Solchen Beschäftigungen dürften am zweiten Tag nur Hartgesottene nachgegangen sein.

Auch im "Village", wo sich die Zuschauer mit Fan-Devotionalien versorgen können, erwacht wieder das Leben.

Audi war über die gesamte Renndistanz mit 212,734 km/h unterwegs, das siegreiche Peugeot-Team sogar mit 216,664 km/h. Inklusive Boxen-Stopps wohlgemerkt.

Das Team Kolles war mit zwei R10 TDI aus dem Vorjahr unterwegs und belegten am Ende die respektablen Plätze sieben und neun. Am Steuer unter anderem André Lotterer aus Deutschland, der ehemalige Formel-1-Pilot Christijan Albers und der Inder Nairan Karthikeyan.

Doch an den Peugeots führt in diesem Jahr kein Weg vorbei. Von vier Autos fällt nur eines aus. Der 908 mit der Startnummer acht mit den Piloten Franck Montagny und den aktuellen und ehemaligen Formel-1-Fahrern Sébastian Bourdais und Stéphane Sarrazin kann sich den zweiten Platz sichern.

Für den Audi Nummer drei gibt es am Morgen noch einen Ausflug ins Kiesbett. Mit frischen Reifen war der R15 TDI in der Kurvenkombination nach der Start-Ziel-Geraden einen Tick zu schnell unterwegs.

Eine Reminiszenz an den Le-Mans-Film mit Steve McQueen. Dort gingen solche Ausrutscher weitaus weniger glimpflich aus.

Einige Klischees bestätigen sich auch im Nordwesten Frankreichs.

Der Einfallsreichtum der Fans machte viele optische Grausamkeiten wieder wett.

Aston Martin kann mit dem Team um die Fahrer Jan Charouz und Tomas Enge aus der Tschechei, sowie Stefan Mücke aus Deutschland eine respktablen vierten Platz herausfahren. Sie absolvieren nur drei Runden weniger als der drittplatzierte Audi.

Die Fans pilgern zum Ende des Rennens Richtung Ziel. Der Tunnel unter der Start-Ziel-Geraden.

Die Reste vieler Stunden Party bleiben zurück.

In der Audi-Box analysiert man bereits das Rennen. Die Enttäuschung ist durchaus sichtbar, auch wenn das Ergebnis mit dem dritten Platz absolut respektabel ist.

Doch der Peugeot 908 HDi FAP ist in diesem Jahr zu stark. Auch die Fahrer David Brabham, und die beiden Ex-Formel-1-Piloten Marc Gene und Alexander Wurz leisteten sich keine größeren Fehler. Ein verdienter Sieger nach vielen Jahren ohne Titel.

Die Deutschen erkennen diese Leistung an und feiern am Ende mit den Franzosen.

Doch Audi-Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich gibt sich auch kämpferisch: "Wir haben speziell in der zweiten Rennhälfte aber auch mehr vom Potenzial des R15 TDI gesehen. Darauf wollen wir aufbauen und im nächsten Jahr einen neuen Anlauf nehmen."

Die Siegerehrung von Le Mans 2009 mit einem Doppelsieg von Peugeot.

Und die Party danach. Auf Wiedersehen in 2010 in Le Mans, beim wohl härtesten Langstreckenrennen der Welt.

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