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"Wir haben komplett versagt": Die Stimmen zum 22. Spieltag

 
"Wir haben komplett versagt": Die Stimmen zum 22. Spieltag

VfL Bochum - TSG Hoffenheim 2:1 (1:0)

Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick ist enttäuscht: "Die Mannschaft hat vor allem in der zweiten Hälfte alles gegeben. Wir waren optisch überlegen, haben aber zu wenig Torchancen herausgespielt. Nach dem 1:1 waren wir psychologisch im Vorteil, haben aber dennoch das 1:2 kassiert."

Die Bochumer können sich indes mit ihrem Coach über sechs Spiele ohne Niederlage freuen: "Der Schlüssel war, dass wir defensiv kompakt gestanden und wenig zugelassen haben. Wir wussten, dass es schwierig wird, Chancen zu kreieren. Doch die haben wir genutzt", sagt Coach Heiko Herrlich.

Bochums Keeper Philipp Heerwagen räumte ein, trotz des Sieges noch eine gewisse Anspannung zu spüren, drückte das aber viel poetischer aus: "Ich spüre noch immer das Messer des Abstiegsgespenstes an meinem Hals."

Hertha BSC - Mainz 05 1:1 (0:1)

Herthas Trainer Friedhelm Funkel hatte sich vorab informiert: "Wir wussten, dass wir auf eine aggressive und laufstarke Mannschaft treffen würden. Das hat uns Probleme im Spielaufbau eingebracht. Am Ende haben wir wieder nur einen Punkt geholt, wir hätten lieber drei haben wollen."

In der ersten Hälfte hatte Aristide Bancé die Rheinhessen fulminant in Führung geschossen. Mainz' Trainer Thomas Tuchel war zufrieden: "Meine Mannschaft hat mit Mumm und Leidenschaft dagegen gehalten. Ich bin froh, dass unsere positive Entwicklung auswärts mit einem Punkt belohnt wurde."

Borussia M'gladbach - 1. FC Nürnberg 2:1 (1:0)

Gladbachs Friend freute sich über drei Punkte und einen neuen persönlichen Rekord: "Das war sicher nicht mein schönstes Tor, aber dafür mein schnellstes." Nur 22 Sekunden benötigte er nach seiner Einwechslung für den Treffer, ...

... der aus Nürnberg Sicht jedoch irregulär war. "Das Tor von Friend ist für mich eine ganz klare Fehlentscheidung", ist sich Nürnbergs Coach Dieter Hecking sicher. "So ein Tor darf man nicht geben." Doch er zeigt sich auch einsichtig: "Insgesamt haben wir in der ersten Halbzeit ein schlechtes Spiel abgeliefert. Wir waren überhaupt nicht auf dem Platz."

Auf der Gegenseite sieht das Michael Frontzeck naturgemäß anders: "Ich denke Karim Matmour ist beim Siegtreffer zum Ball gegangen, ob der Schiedsrichter das nun pfeift oder nicht." Und: "Unterm Strich war unser Sieg verdient."

Bayer Leverkusen - VfL Wolfsburg 2:1 (0:0)

Die Gefühle des Wolfsburger Trainers Lorenz-Günther Köstner fuhren "Achterbahn": "Wir haben sehr kompakt gespielt und Leverkusen nicht zur Entfaltung kommen lassen. Aus dem Spiel heraus haben wir wenig Torchancen zugelassen und als Mannschaft sehr gut zusammengearbeitet." Und weiter: ...

"Und dann passiert aus dem Nichts das Tor." Doch sieht Köstner Gerechtigkeit: "Das ist das Glück, das sich die Leverkusener in dieser Saison hart erarbeitet haben. Nach dem 0:2 haben wir uns rausgespielt und hatten noch große Chancen zum 2:2. Da müssen wir konzentrierter arbeiten und dürfen jetzt nicht von Pech sprechen."

"Wir haben uns in der ersten Halbzeit schwer getan. Ich habe meine Mannschaft in der Halbzeit aufgefordert, die Drehzahl und das Tempo zu erhöhen", analysiert Bayer-Trainer Jupp Heynckes. "Das hat sie umgesetzt. Beim 1:0 sind wir durch den Wolfsburger Torwart begünstigt worden. Bis zum 2:1 haben wir danach wesentlich besser gespielt und gute Angriffe vorgetragen."

Wolfsburgs Keeper Andre Lenz stimmte nach seiner unfreiwilligen Hilfe beim 2:1-Siegtreffer der Leverkusener "Tausendmal berührt" an, mit leicht verändertem Text: "Tausendmal hält man so einen Ball fest, jetzt springt er mir aus den Händen. Bei uns wird momentan jeder Fehler bestraft."

VfB Stuttgart - Hamburger SV 1:3 (0:1)

HSV-Coach Bruno Labbadia freut sich über eine gelungene Partie: "Wir sind sehr froh, dass wir dieses Spiel gewonnen haben. Es war schließlich sehr wichtig für uns, einen guten Gegner auf Abstand zu halten. Wichtig war es für uns zudem, dass wir uns mal wieder für unser gutes Spiel belohnt haben."

Lob kommt auch vom Gegner. VfB-Trainer Christian Gross: "Hamburg hat in der ersten Hälfte sehr abgeklärt gespielt. Die Mannschaft konnte sich zudem auf den starken Torhüter Rost verlassen. Beim ersten und zweiten Gegentor haben wir schlecht ausgesehen, das war der Hauptgrund für die Niederlage. Das darf uns nicht passieren."

VfB-Sportdirektor Horst Heldt war ein wenig Neid über HSV-Neuzugang und Doppeltorschütze Ruud van Nistelrooy anzumerken, den er aber geschickt verpackte: "Es freut mich, dass man einen solchen Spieler in der Fußball- Bundesliga sieht. Nur schade, dass er seine Qualitäten schon hier gezeigt hat - er hätte auch warten können."

Hannover 96 - Werder Bremen 1:5 (0:4)

"Wir haben uns vor dem Spiel eine Menge vorgenommen, aber wenig davon umsetzen können. Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir als Mannschaft komplett versagt", so das Urteil von H96-Trainer Mirko Slomka. Den zweiten Satz der Analyse würden alle H96-Fans sofort unterschreiben.

Ein bisschen Zuversicht hört man beim Werder-Coach Thomas Schaaf : "Die Erfolge der letzten zwei Wochen haben uns Sicherheit und Selbstbewusstsein gegeben. Das können wir auch für die nächsten Spiele gebrauchen. Wir haben nach den jüngsten Siegen wieder einen Schritt nach vorne gemacht. Ich hoffe, wir können weiter daran anknüpfen."

FC Bayern München - Borussia Dortmund 3:1 (1:1)

Bayern-Trainer Louis van Gaal war ausnahmsweise nicht böse, sondern einfach nur froh: "Das war ein schwer erarbeiteter Sieg."

"Die Borussia hat taktisch sehr gut gestanden. Unser Torhüter Jörg Butt hat ein gutes Spiel gemacht, zudem haben wir viele Chancen kreiert und die Tore geschossen."

"Ich bin heute nur froh, dass wir dieses schwere Spiel gewonnen haben."

"Wir hatten zehn hundertprozentige Torchancen. So wie wir ausgelegt waren, war mir klar, dass wir zu Torchancen kommen würden. Aber wir waren nicht konsequent genug", trauerte BVB-Coach Jürgen Klopp nach dem Spiel.

"Vor dem 2:1 war zudem ein Foul im Mittelfeld. Die Jungs haben alles rausgehauen, was da war. Damit kann man auch zufrieden sein."

Mats Hummels' Fairness vor dem 3:1 durch Mario Gomez nahm Klopp mit Galgenhumor hin: "Das ist das Problem der jungen Leute. Die sind blitzsauber, die machen überhaupt keine dreckigen Sachen." Hummels hatte darauf verzichtet, den Stürmer per Foul am Tor zu hindern.

FC Schalke 04 - 1. FC Köln 2:0 (1:0)

Nach dem sechsten Heimsieg in Serie ohne Gegentor war Felix Magath zufrieden mit seinem jungen Team, das wieder einmal gewann ohne zu glänzen.

Also sprach der Meistercoach: "Wir brauchen gerade in solchen Spielen gegen defensiv gut organisierte Gegner Geduld. Die Spieler wissen, dass irgendwann die Chance kommt. Wir wissen aber, dass wir uns nicht mit den Bayern vergleichen können, dafür ist meine Mannschaft viel zu jung."

Auf Kölner Seite geriet die Spielanalyse deutlich frustrierter, schließlich blieb man erstmals seit acht Auswärtsspielen wieder punktlos.

"Die erste Halbzeit war ein Geduldsspiel und ausgeglichen. Beide Mannschaften waren vorsichtig und hatten kaum Chancen. Schalke war immer gefährlich bei Standardsituationen", diktierte Zvonimir Soldo den Journalisten nach Spielende in die Blöcke.

"Das Gegentor fiel deshalb auch zu einem unglücklichen Zeitpunkt. Deshalb war es in der zweiten Halbzeit auch schwer für uns. Dem 2:0 ging ein Fehler voraus, den man sich gegen eine Spitzenmannschaft nicht leisten darf."

Eintracht Frankfurt - SC Freiburg 2:1 (1:1)

"In den ersten 30 Minuten war ich sehr unzufrieden. Wir haben es nicht geschafft, den Sieg aus Dortmund mit rüberzunehmen", kritisierte Eintracht-Coach Michael Skibbe die erste Halbzeit seiner Mannschaft, was auch zu einer deftigen Pausenansprache geführt haben dürfte.

Die zeigte offenbar Wirkung, denn: "Nach der Pause war dann Feuer unterm Dach, da haben wir athletisch und technisch gut gespielt. Um so schöner ist es, dass uns kurz vor Schluss das Siegtor gelungen ist."

Wenn wir ihnen jetzt verraten, dass Robin Dutts Analyse ähnlich ausfiel, ahnen sie sicher, wo er Unterschiede sah.

"Ich habe zwei unterschiedliche Spielhälften gesehen, wir haben gut angefangen. Die Führung war verdient."

"Der Freistoß vor dem 1:1-Ausgleich war für mich eine klare Fehlentscheidung."

"In der zweiten Halbzeit haben wir dann schlecht gespielt. Beim Gegentreffer waren wir auch noch ungeordnet. Das darf kurz vor Schluss einfach nicht passieren."

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