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Von Bayer bis Obergföll: Die deutschen Medaillenhoffnungen

 
Von Bayer bis Obergföll: Die deutschen Medaillenhoffnungen

Sebastian Bayer ist die neue deutsche Weitsprung-Hoffnung.

Am 8. März 2009 änderte sich das Leben des Aacheners mit einem Satz.

Bei der Hallen-EM in Turin sprang Bayer 8,71 Meter weit - deutscher Rekord, Europarekord und nur acht Zentimeter hinter dem Hallen-Weltrekord von Carl Lewis.

Die Experten rieben sich verwundert die Augen, schließlich hatte Bayer seine Bestleistung um 54 Zentimeter verbessert

Als der 23-Jährige bei den nationalen Titelkämpfen in Ulm seine Freiluftleistung auf 8,49 steigerte ...

... und sich auch seine Freundin, die Hürdensprinterin Carolin Nytra das WM-Ticket sicherte, war das neue Traumpaar der Leichtathletik gefunden.

Doch mit der Favoritenrolle hat Bayer oft noch zu kämpfen.

Ariane Friedrich: Die Höhenjägerin.

Früher brachte die heute 25-Jährige ihren Trainer Günter Eisinger zur Verzweiflung.

Die Hochspringerin kannte praktisch jede Disco in Frankfurt/Main.

Mittlerweile zeugen nur noch die wechselnde Haarfarbe …

… und die ausgelassenen Freudensprünge vom flippigen Image. Friedrich ist zu einer Weltklasse-Athletin gereift und springt die zwei Meter in Serie.

Nach dem siebten Platz bei den Olympischen Spielen ist die angehende Polizeikommissarin in diesem Jahr die Nummer eins.

Bei der Hallen-EM holte sie ihren ersten großen Titel und beim ISTAF entriss sie mit übersprungenen 2,06 Meter Heike Henkel den deutschen Rekord.

Robert Harting: Der Riese im Diskusring.

Um in die Fußstapfen von Rolf Danneberg, Wolfgang Schmidt, Jürgen Schult und Lars Riedel treten zu können, fehlt dem 24-Jährigen noch ein großer Titel.

Sein WM-Silber von Osaka 2007 war eine dicke Überraschung, jetzt setzt der Berliner auf den Heimvorteil.

Doch der 2,01 Meter große und 126 Kilo schwere deutsche Meister, der um keinen Spruch verlegen ist, hat keine leichten Monate hinter sich.

Sein Trainer Werner Goldmann musste wegen seiner DDR-Dopingvergangenheit um eine Weiterbeschäftigung beim DLV bangen, ehe der Verband wieder einmal von einer konsequenten Aufarbeitung absah – und Goldmann weiterbeschäftigte.

68,65 Meter sind Hartings Bestleistung. Vor heimischer Kulisse hofft der Olympia-Vierte nun auf seinen ersten 70-Meter-Wurf.

Betty Heidler: Die hammerharte Frau.

Auch die Werferin von der LG Eintracht Frankfurt hat ein WM-Heimspiel: Die 25-Jährige ist in Berlin geboren.

Nach einem vierten Platz bei Olympia 2004 gelang ihr bei der WM 2007 der große Triumph: Mit 74,76 Metern und zwei Zentimetern Vorsprung holte sie Gold vor der Kubanerin Yipsi Moreno.

In Deutschland ist sie seit vielen Jahren die Nummer eins im Hammerkäfig und mit ihren roten Haaren immer ein Blickfang.

Der enttäuschende neunte Platz in Peking hat Heidler nur stärker gemacht.

Locker wie nie zuvor schleudert sie derzeit ihr vier Kilo schweres Arbeitsgerät hinaus und liegt in der Weltbestenliste auf Platz drei.

Christina Obergföll: Die fröhliche Werferin.

Bei der WM 2005 in Helsinki feierte die Offenburgerin ihren Durchbruch.

Europarekord mit 70,03 Metern und Silber für die aufgeschlossene Studentin.

Auf den ganz großen Wurf bei internationalen Meisterschaften warten die 27-Jährige und ihr Trainer Werner Daniels noch.

Bei der WM 2007 in Osaka gab es erneut Silber hinter der Tschechin Barbora Spotakova, ...

... und in Peking machte sie nach Platz drei ein langes Gesicht.

Immerhin: Damals war es die einzige Olympia-Medaille der deutschen Leichtathleten.

In Berlin scheint nicht ausgeschlossen, dass es im Speerwurf der Frauen gleich zwei Medaillen gibt - so wie bei der WM 2007 in Osaka.

Damals holte Steffi Nerius hinter Obergföll Bronze. In Berlin will die 37-Jährige zwar vor allem ihren letzten großen Wettkampf genießen: "Ein Traum wäre aber eine Medaille, egal, welche Farbe sie hat. Es wäre der perfekte Abschluss für mich."

Wie Nerius Außenseiterchancen auf eine Medaille hat auch Kugelstoßerin Nadine Kleinert.

Nach zweimal Silber (1999, 2001) und einmal Bronze (2007) fehlt Kleinert noch Gold, um ihren WM-Medaillensatz zu vervollständigen.

Olympiasiegerin und Titelverteidigerin Valerie Vili (Neuseeland) dürfte trotz Heimvorteils in Berlin aber auch für Kleinert nicht zu schlagen sein.

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