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August 2008: Die schnellsten Männer der Welt

 
August 2008: Die schnellsten Männer der Welt

Der US-Amerikaner Charles Paddock läuft die 100-Meter-Distanz als erster in 10,4 Sekunden - am 23. April 1921 in Redlands/USA.

Der Kanadier Percy Williams bleibt neun Jahre später, am 09. August 1930 in Toronto eine Zehntelsekunde unter der alten Bestmarke - er braucht 10,3 Sekunden. Hier (Bild) startet er bei den Olympischen Spielen 1928 auf der 100-Meter-Strecke.

Dann geht der Rekord wieder in die USA: Jesse Owens läuft am 20. Juni 1936 in Chicago eine 10,2. Ein Rekord für 20 Jahre. Das Foto stammt aus Berlin; es zeigt den Ausnahmeathleten beim Start zum Vorlauf der 200-Meter-Entscheidung.

Willie Williams verbessert die Zeit seines Landsmannes am 03. August 1956 in Berlin - 10,1.

Dann holt ein Deutscher den Rekord - zum ersten Mal und vorerst auch zum letzten Mal. Armin Hary lief vor 47 Jahren, am 21. Juni, in Zürich als erster Mensch eine handgestoppte 10,0.

Robert Hayes ist einer der US-Amerikaner, die den Rekord einstellen konnten, er gewinnt bei den Olympischen Spielen in Tokio Gold. Außerdem ist er der einzige Sportler, der sowohl Olympiasieger wurde und die Super Bowl der NFL gewann.

Jim Hines (r.) läuft vier Jahre später im kalifornischen Sacramento 9,9 Sekunden - der Rekord ist wieder in den USA - da, wo er fast immer war.

Hines bleibt 15 Jahre lang Rekordhalter.

Danach kommt die Zeit der elektronischen Stoppuhr. Calvin Smith läuft am 03. Juli 1983 in Colorado Springs die Kurzstrecke in 9,93 Sekunden.

Fünf Jahre später unterbietet Carl Lewis ....

... den Rekord seines Landsmannes um eine Hundterstelsekunde.

Am 24.09.1988 läuft Karl Lewis in Seoul 9,92 Sekunden.

Allein der gedopte Kanadier Ben Johnson war in 9,79 Sekunden schneller als der US-Athlet. Johnson wird als größter Betrüger der olympischen Geschichte der Neuzeit gehandelt, nur weil er einer der wenigen war, die dumm genug waren sich erwischen zu lassen.

Am 14. Juni 1991 verliert Carl Lewis seinen Rekord in New York an Leroy Burrell. Burrell läuft eine 9,90.

Doch King Carl schlägt zurück:

Am 25. August ist der Weltrekord wieder seiner. Er läuft in Tokio sensationelle 9,86 Sekunden.

Nach drei Jahren kommt Burrell wieder: Am 06.07.1994 bleibt er in Lausanne eine Hunderstelsekunde unter Lewis' altem Rekord.

Dann ist wieder ein Kanadier ...

... der schnellste Mann der Welt.

Spät ist er in den Blöcken - er geht fast immer als letzter Läufer in den Tiefstart -, aber schnell wieder draußen.

Donovan Bailey läuft am 27.07.1996 in Atlanta die Strecke in 9,84 Sekunden.

Erst 11 Jahre nach dem Fabellauf des gedopten Ben Johnson in Seoul ist ein weiterer Mann ...

genauso schnell. Maurice Greene ...

... läuft am 16. Juni 1999 in Athen ...

....bei einem Meeting 9,79 Sekunden.

Diesmal werden keine ...

... verbotenen ...

... Substanzen im Blut des Weltrekordläufers ...

... nachgewiesen. Der Rekord geht zurück in die USA und gilt als sauber. Doch es geht noch schneller:

Tim Montgomery holt sich in 9,78 Sekunden den Rekord. Der US-Amerikaner läuft in Paris am 14. September 2002 schneller als alle anderen jemals vor ihm (links Leroy Burrell). Doch der Rekord wird nachträglich wegen Dopings aberkannt.

Am 14. Juni 2005 fällt auch Montgomerys (ungültige) Bestmarke.

Die USA verlieren den wichtigsten Weltrekord der Leichtathletik.

Der Jamaikaner Asafa Powell ist der Thronfolger der 100-Meter-Superstars.

Alles, was ihm fehlt ist noch ein großer internationaler Titel. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen wurde er Fünfter und enttäuschte auch bei den folgenden Weltmeisterschaften.

Doch am 12. Mai 2006 holen sich die USA den Rekord für wenige Augenblicke zurück:

Justin Gatlin läuft in Doha ...

... die kurze Sprintstrecke in 9,766 Sekunden.

Weil die Uhr bei 9,76 anhält, glaubt er für eine kurze Zeit, ....

... er habe Powells Weltrekord gebrochen.

Nach einem kurzen Bad in der Menge folgt die Ernüchterung. Die Zeit wird aufgerundet, der Weltrekord bleibt in Jamaika.

Aber es kommt noch viel schlimmer: Zwei Monate später gibt Gatlin eine positive Doping-Probe bekannt.

Weil er seit 2001 mehrfach des Dopings überführt wurde, erhält er eine achtjährige Wettkampfsperre bis 2014. Damit ist seine Sprintkarriere vermutlich vorzeitig beendet.

Ein gutes Jahr später unterbietet ...

.... Asafa Powell seinen alten Rekord höchstpersönlich:

Im italienischen Rieti läuft er sagenhafte drei Huntertstelsekunden schneller ...

... als jemals vorher und kommt mit einer 9,74 ins Ziel. Ein Rekord für die Ewigkeit - dachten viele.

Doch am 31. Mai 2008 überrascht Powells Landsmann Usain Bolt ...

... die Zuschauer und wohl auch sich selbst mit einer noch besseren Zeit.

Nach 100 Metern bleibt die Uhr bei 9,72 Sekunden stehen.

Der Zweitplatzierte Tyson Gay (l.) bleibt mit starken 9,85 Sekunden chancenlos und ...

... gratuliert dem Sieger nach dem Rennen artig.

Bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 lässt Usain Bolt die Leichtathletik-Welt erbeben.

Er stürmt mit einem Fabel-Weltrekord in neue Sphären.

Bolt läuft sagenhafte 9,69 Sekunden. Noch nie ist ein Mensch unter 9,70 Sekunden geblieben.

Bereits weit vor der Ziellinie breitete der 1,96 Meter große Schlaks seine Arme aus und verpasste so eine noch bessere Zeit.

Aber auch so geht der Jamaikaner mit seiner Rekordzeit in die Geschichte ein. Kaum einer erwartet, dass die neue Bestmarke lange hält.

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