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Basel bestraft Münchner Schwächen: FC Bayern stolpert, Hoeneß wütet

 
Basel bestraft Münchner Schwächen: FC Bayern stolpert, Hoeneß wütet

Der beste Münchner in Basel stand nicht auf dem Platz, sondern erst nach dem Spiel Rede und Antwort.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß war in Hochform, obwohl seinem deutschen Rekordmeister zuvor das Unerklärliche widerfahren war.

Ein 0:1 im Achtelfinal-Hinspiel beim großen Schweizer Außenseiter FC Basel.

Hoeneß fand nämlich: "Ich bin der Meinung, 1:0 ist ein Ergebnis, das uns alle Chancen öffnet. Ich mache mir überhaupt keine Sorgen, dass wir das im Rückspiel nicht schaffen können. Ich bin hundertprozentig überzeugt, dass wir das noch schaffen können." Das hinderte ihn natürlich nicht daran, später noch die Contenance zu verlieren.

Die Spieler des FC Bayern teilten den präsidialen Optimismus nach der ersten Niederlage gegen ein Schweizer Team seit 24 Jahren ohnehin nicht.

Das lag vielleicht daran, dass sie es zuvor 90 Minuten mit einem Gegner zu tun gehabt hatten, der im St. Jakob-Park fast die gesamte Spielzeit auf Augenhöhe agierte.

"Das ist ganz bitter für uns. Man kann nicht sagen, dass es unverdient war. Wir haben es uns selber zuzuschreiben. Wir müssen intern die Dinge ansprechen, die nicht stimmen", sagte etwa Keeper Manuel Neuer.

Nach mehreren guten Paraden war er in der 86. Minute doch noch chancenlos gewesen, als sich Valentin Stocker nach erneut haarsträubender Abstimmung in der Bayern-Abwehr ...

... die Ecke vor dem Schuss aussuchen konnte ...

... und Neuer zum Siegtreffer tunnelte.

In der ersten Halbzeit hatten der überragende Münchner Keeper und eine Portion Glück einen Rückstand der Bayern verhindert, als Basel Latte und Pfosten traf.

Die Münchner boten zwar über weite Strecken eine engagierte Vorstellung, ...

... offenbarten aber spielerisch erneut Schwächen.

Das 0:1 gegen das Team von Trainer Heiko Vogel war nicht ungerecht.

Der Traum vom Heim-Endspiel in der Champions League droht für Bayern München damit vorzeitig zu platzen, ...

... fürchtet zumindest der FCB-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer: "Es ist schon bedenklich, was hier passiert ist, weil Basel das Spiel verdient gewonnen hat."

Vor 36.000 Zuschauen hatten die Münchner, bei denen Arjen Robben anstelle von Thomas Müller in der Startelf auflief, optimal ins Spiel gefunden.

Trotz des an manchen Stellen ackerartigen Rasens.

Nach drei Minuten tauchte Franck Ribery nach Robben-Pass im Schweizer Strafraum auf, zeigte eine schöne Finte, scheiterte mit seinem Schuss aus drei Metern aber an Basels Keeper Yann Sommer.

Acht Minuten später setzte Philipp Lahm den Franzosen gut ein, doch Ribery scheiterte mit seinem Flachschuss erneut am gut reagierenden Sommer.

Vorausgegangen war ein Ballverlust des künftigen Münchners Xherdan Shaqiri, dem wie seinen Kollegen zunächst der Druck der Aufgabe im "Jahrhundertspiel" anzumerken war.

Obwohl ihm einige Abspielfehler unterliefen, ...

... prägte er mit zahlreichen Vorstößen das Offensivspiel seiner Elf im "wichtigsten Match eines Schweizer Fußballvereins aller Zite", wie es der Stadionsprecher vor dem Anpfiff formulierte.

Das dichte Bayern-Mittelfeld, in dem Anatolij Timoschtschuk und David Alaba verteidigten, ...

... war bald kein echtes Hindernis mehr für Shaqiri und Co., zumal sie oft über außen kamen.

Über rechts, wo der laut Selbstauskunft ohne Selbstvertrauen angereiste Philipp Lahm wieder einmal nicht seinen besten Tag hatte, erspielte sich Basel die erste gute Chance, als Neuer einen Heber von Marco Streller gerade so ins Toraus boxte (16.).

Bei der folgenden Ecke hatte Basel den ersten von zwei "Holz-Schüss" (Schweizer-Deutsch) binnen drei Minuten. In einer kuriosen Szene lenkte Neuer einen Kopfball von Verteidiger Aleksandar Dragovic nach der Flanke von Shaqiri irgendwie an den Innenpfosten.

Von da kullerte der Ball die Linie entlang, bis ihn Holger Badstuber wegschlug.

In der 19. Minute knallte der frühere Dortmunder Alex Frei den Ball aus elf Metern freistehend ...

... an die Unterkante der Latte.

Die Bayern fingen sich jedoch bald wieder.

So hatten Ribéry, ...

... der oft auf sich allein gestellte Mario Gomez ...

... und Alaba bis zur Pause noch Möglichkeiten zur Führung für die immerhin engagierten Münchner.

Insgesamt blieb das Bayern-Spiel wie der Basler Untergrund: Stückwerk.

Der Außenseiter stellte die Bayern-Abwehr mit geradlinigem, schnellem Spiel in die Spitze immer wieder vor Probleme.

Nicht nur Badstuber kam das eine oder andere Mal zu spät.

Das setzte sich so auch in der zweiten Halbzeit fort. Gomez blieb im Sturmzentrum ohne echte Anbindung ans Mittelfeld.

Toni Kroos spielte solide, aber längst nicht so kreativ auf der "Zehn", wie es der Regisseur kann.

Robben hatte seine beste Szene für lange Zeit nach einer guten Stunde, als er an der Strafraumgrenze ein Foul herausholte.

Allein: Robben war es auch, der den Ball beim folgenden Freistoß dann auch zweimal einem Basler an den Rücken schoss.

Dennoch war es nicht Robben, sondern der in der zweiten Halbzeit allerdings auch nicht mehr so starke Ribéry, der für Müller weichen musste (71.).

Bei seiner Auswechslung verweigerte der Franzose den Handschlag mit Coach Jupp Heynckes.

Eine Szene, zu der sich Berufsoptimist Hoeneß Nachfragen später äußerst explizit verbat: "Jetzt hört doch mal auf mit eurem scheiß Handschlag, jedes Mal dieser Handschlag. Es ist doch scheißegal. Wenn ich aufs Spiel, auf mich sauer bin, dann gebe ich halt keinen Handschlag. Sind wir denn hier im Mädchenpensionat?"

Müller holte sich übrigens gleich in seiner ersten Szene die Gelbe Karte ab, als er Sommer im Kampf um den Ball umrammte.

Zuvor war Gomez am Basler Keeper gescheitert.

Durch das 0:1 sind die Münchner nun bereits 240 Pflichtspielminuten ohne Tor.

Statistisch schwerer als das eigene nicht erzielte Tor wiegt aber der Treffer der Basler.

In den letzten acht internationalen K.o.-Duellen, in denen die Bayern das Hinspiel auswärts verloren, scheiterten sie anschließend sieben Mal.

Nach dem Spiel in Basel wirkte es zumindest so, als würde Bayern-Coach Jupp Heynckes diese schwarze Serie im Gegensatz zu seinem Präsidenten kennen.

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