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1. FC Köln - VfB Stuttgart 1:5 (1:3)
Was sagt man nach einer nicht gerade knappen Heimniederlage? Kölns Trainer Zvonimir Soldo war einfach ehrlich: "Der VfB Stuttgart hat das Spiel verdient gewonnen."
Soldo wollte aber nicht unerwähnt nicht lassen, dass beim 1:5 beileibe nicht alles schlecht war, sondern nur fast alles: "Wir hatten vor dem 0:1 eine gute Chance, wir hatten nach dem 1:3 gute Chancen, aber wir sind nach diesen Möglichkeiten immer wieder bestraft worden."
Dass seine Spieler in Köln auf Bestrafung aus waren und deshalb ein "deutlicher Sieg" heraussprang, freute Christian Gross vom VfB Stuttgart: "Das war eine gute Reaktion auf die Niederlage in der vergangenen Woche. Wir haben nicht perfekt gespielt, aber doch gut und natürlich mit einem überragenden Cacau und einem guten Jens Lehmann."
Cacau erzielte bekanntlich vier der fünf Stuttgarter Tore in Köln und verdreifachte damit seine Torausbeute in dieser Saison.
Das bedeutet auch, dass er nun sechsmal mehr Tore erzielt hat als Lukas Podolski vom 1. FC Köln, aber das nur am Rande für die Statistikfreunde. Podolski sagte übrigens zur Kölner Lage nach dem 1:5: "Wenn wir so weitermachen, rutschen wir noch da unten rein."
1. FC Nürnberg - Bayern München 1:1 (0:1)
Im Hinspiel hatte Bayern-Manager Uli Hoeneß die Nürnberger dafür kritisiert, dass diese sich seinem Millionenensemble nicht als williges Opferlamm präsentiert hatten. "Das war kein Derby, weil die Nürnberger Wall gespielt haben, Betonwall", schäumte Hoeneß damals nach dem 2:1 seiner Bayern im eigenen Stadion.
Nürnbergs Coach Dieter Hecking war das vor dem Rückspiel zu Recht vollkommen egal – er stellte seiner "Cluberer" wieder auf Wall ein.
Das allerdings ging vor der Pause nicht ganz auf: "Wir haben in der ersten Halbzeit defensiv viel richtig gemacht - bis auf einen Fehler, durch den Bayern absolut verdient in Führung gegangen ist. Nach vorne war das zu wenig. Wir hatten nicht den Mut gehabt."
Damit war die Messe in Nürnberg aber noch nicht gelesen, wie Hecking nach der zweiten Halbzeit berichten konnte: "Wir haben dann Gott sei Dank den ersten Fehler der Bayern ausgenutzt ...
"... und uns mit Leidenschaft einen glücklichen Punkt erkämpft."
Nicht glücklich war Hecking allerdings damit, dass Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan den Ausgleich für Nürnberg erzielte: "Er hat jetzt ein Bundesliga-Tor mehr als der Trainer, und das ist scheiße!" Hecking war als Spieler in 36 Bundesliga-Spielen torlos geblieben.
Bayern-Coach Louis van Gaal, der mit seiner Mannschaft zuletzt von Sieg zu Sieg geeilt war und sich deshalb bereits Nationalmannschaften mit WM-Titelambitionen als Trainer empfohlen hatte, war angeblich einverstanden mit der Leistung seines Teams beim Tabellenvorletzten, die immerhin für einen Punkt reichte.
Zumindest sagte er: "Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft sehr zufrieden. Der Gegner hatte eine Strategie, die es manchmal etwas schwierig macht. Nürnberg war sehr aggressiv. Wir hatten trotzdem viele Chancen, haben ein schnelles Positionsspiel gezeigt, wir haben nur kein zweites Tor gemacht."
"Das tut mir leid. Es war eines der besten Spiele in diesem Jahr."
Borussia Dortmund - Hannover 96 4:1 (1:0)
"Meine Mannschaft ist von Beginn an einen hohen Rhythmus gegangen, daraus haben sich viele Chancen ergeben."
"Wir haben sehr flexibel gespielt", beschrieb Jürgen Klopp, wie er das Spiel seiner Dortmunder von der Trainerbank aus erlebt hatte.
Hannovers Trainer Mirko Slomka monierte nach dem unnötigen Pausenrückstand durch "einen schweren individuellen Fehler" in der 44. Minute: "Das Aufbäumen in der zweiten Halbzeit hat gefehlt." Seine Mannschaft habe "unprofessionell", "Bundesliga-untauglich" und teilweise "wie eine Schülermannschaft" agiert.
Mit seinem Lösungsansatz wird es freilich nicht für einen Innovationspreis in der Trainergilde reichen: "Wir müssen viel arbeiten und einiges ändern, dass wir gegen Wolfsburg erfolgreicher sind." Zum Schluss holte er nochmal die Verbalpeitsche raus und drohte: "Wenn das die Spieler nicht kapieren, dann kommen eben andere."
Hamburger SV - Eintracht Frankfurt 0:0
"Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen. Man hat nicht gemerkt, dass wir erst vor 40 Stunden gespielt haben", rieb HSV-Trainer Bruno Labbadia allen noch einmal unter die Nase, dass seine Truppe nicht einmal zwei Tage Pause hatte vor dem Duell mit Frankfurt.
Außerdem sagte er: "Wir haben sehr ordentlich in der Defensive gestanden und nur wenige Konter zugelassen. Das einzige Manko ist, dass wir unsere wenigen Chancen nicht genutzt haben."
"Zwei, drei Chancen müssen an solch einem Tag auch mal reichen."
Gäste-Coach Michael Skibbe hatte ein "sehr interessantes und schnelles Spiel" gesehen, in dem sein Team "in der Defensive nur vor der Pause und kurz vor Spielende gewackelt", ansonsten aber "den HSV gut unter Kontrolle gehalten" habe.
Sein Fazit: "Ich bin mit diesem Punkt hier sehr zufrieden. Das ist für uns ein Erfolg."
FSV Mainz 05 - VfL Bochum 0:0
"Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen", sagte der Mainzer Trainer Thomas Tuchel nach der Nullnummer gegen den VfL Bochum – gegen den bekanntlich schon ganz andere Mannschaften Punkte liegen lassen haben. Vor allem die erste Halbzeit habe ihm "spielerisch und läuferisch" gefallen, leider sei "die Führung nicht geglückt".
Das war besonders ärgerlich, weil es nach dem Pausentee ein bisschen weniger forsch weiterging: "In der zweiten Halbzeit haben wir dann ein bisschen den Faden verloren und uns hat der Mut gefehlt." Das war für Tuchel freilich bestenfalls ein bisschen neu: "Es zieht sich ein bisschen durch die Saison, dass uns in der Kabine ein bisschen der Mut und die Überzeugung abhanden kommt."
Deshalb übernahm er für den Leistungseinbruch mit bester Louis-van-Gaal-Koketterie umgehend ein bisschen Verantwortung indem er mutmaßte: "Vielleicht macht der Trainer schlechte Ansprachen in der Pause."
Bochums Trainer Heiko Herrlich bewies in seiner Spielanalyse, dass er endgültig von Tier-Metaphern losgekommen ist.
Er sagte diesmal: "Wir haben in der ersten Viertelstunde vergessen, dass Fußball auch ein Kampfspiel ist. Wir haben in dieser Phase mit viel Glück kein Tor bekommen, danach haben wir uns ein bisschen stabilisiert."
"In der zweiten Halbzeit waren wir hinten sehr diszipliniert und haben kaum Chancen zugelassen. Insgesamt geht der Punkt in Ordnung."
1899 Hoffenheim - Borussia Mönchengladbach 2:2 (0:1)
0:2 lag 1899 Hoffenheim zurück und erkämpfte sich dennoch einen Punkt. "Die zweite Halbzeit war von der Moral her klasse. Wir mussten im Laufe des Spiels einige Nackenschläge wegstecken. Es gab einige kritische Situationen. Wir müssen mit dem Punkt leben. Um mehr zu holen, hätten ein paar Dinge anders laufen müssen", hob Trainer Ralf Rangnick nach der Partie das Positive noch einmal hervor.
Einer dieser Nackenschläge folgte nach diesem Handspiel von Kapitän Per Nilsson, ...
... das vom Schiedsrichter zu Rangnicks Entsetzen fälschlicherweise in den Strafraum verlegt wurde.
Den fälligen Strafstoß verwandelte Filip Daems zur Gladbacher Führung. Roberto Colautti baute diese zum 2:0 aus - dann kam Hoffenheim.
Trainer Michael Frontzeck überraschte mit folgender Erkenntnis: "Es wären drei Punkte möglich gewesen."
Seine Begründung: "Nach dem 2:0 hatten wir riesige Chancen. Da hat mir die letzte Konsequenz gefehlt. Das hat Hoffenheim ausgenutzt."
Also alles schlecht gewesen? Mitnichten! Denn Frontzeck weiter: "Ein Punkt in Hoffenheim ist auch kein schlechtes Ergebnis." Zumal die Borussia schon im Hinspiel eine Führung verspielt hatte, damals aber richtig. Am 6. Spieltag hatte Hoffenheim nach 0:2-Rückstand in Gladbach noch 4:2 gewonnen.
SC Freiburg - Hertha BSC Berlin 0:3 (0:2)
Freiburgs Coach Robin Dutt lamentierte, ...
... Hertha Friedhelm Funkel sprang an der Seitenlinie umher wie ein junger Fußballgott. Die Emotionen hätten nicht unterschiedlicher sein können.
Wobei den Freiburgern nicht nur im Spiel, sondern auch danach jegliche Emotionen fehlten: "Die Enttäuschung ist wahnsinnig groß. In der Kabine hätte man nach dem Spiel eine Stecknadel fallen hören können. Nach dem 0:1 ist das mentale Gerüst der Mannschaft in sich zusammengebrochen."
"Das war unser schlechtestes Spiel."
Ganz anders Friedhelm Funkel: "Ich freue mich. Wir haben den Aufwärtstrend fortgesetzt. Wir sind stabiler, haben kein Gegentor bekommen ..."
"... und ein paar wunderschöne Tore gemacht. Das war in dieser Situation ganz wichtig."
Werder Bremen - Bayer Leverkusen 2:2 (1:1)
"Beide Mannschaften haben darum gekämpft, sich einen Vorteil zu erarbeiten. Wir sind aber immer hinterhergelaufen. Wir waren in der zweiten Halbzeit häufig zu passiv", sprach der Fußballphilosoph Thomas Schaaf nach der Punkteteilung zu Bremen.
Der Ausgleich in der Nachspielzeit mochte ihn aber nicht so recht erfreuen, stattdessen grantelte er: "Die gute Schlussphase hätten wir direkt nach der Pause gebraucht."
Leverkusens Trainerfuchs Jupp Heynckes schaffte es, in seiner Spielanalyse sein Team zu loben und die Konkurrenz aus Bayern zu dissen. Teil eins klang so: "Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie richtig gut Fußball spielen kann."
Teil zwei klang so: "Die Bremer Mannschaft ist nicht mit der Mannschaft zu vergleichen, die vor ein paar Wochen gegen die Bayern verloren hat. Sie sind jetzt viel besser drauf." Die schlechte Bremer Mannschaft hatte damals zu Hause 2:3 gegen die Bayern verloren, hätte damals aber eigentlich ein 3:10 verdient gehabt.
Weil Bremen jetzt viel besser spielt, war das Leverkusener Remis deshalb eigentlich ein Sieg: "Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Beim 2:2 sind einige Fehler gemacht worden, aber Fußball ohne Fehler gibt es nicht." Das würde ...
... Leverkusens Keeper Rene Adler nach seiner Vorlage zum Bremer 1:1-Ausgleich sicher sofort unterschreiben.
VfL Wolfsburg - FC Schalke 04 2:1 (0:1)
Die erste Halbzeit war aus Wolfsburger Sicht ein Alptraum: Ein reguläres Tor wurde wegen vermeintlichen Abseits' aberkannt, ein Freistoß landete an der Latte.
Und dann brachte Kevin Kuranyi den FC Schalke auch noch unverdient in Führung.
"Aber dann hat die Mannschaft alles aus sich heraus geholt, 90 Minuten alles gegeben und sich am Ende für den Einsatz belohnt."
Merke: Einreden hilft, manchmal zumindest.
Schalke-Trainer Felix Magath erklärte so, warum es mit dem Sieg nicht gereicht hat, ...
... nachdem man "etwas glücklich in Führung gegangen" war: Man wollte das Glückstor nicht nur verteidigen, sondern möglichst ausbauen", was "bei einer Chance von Kevin Kuranyi in der zweiten Halbzeit auch fast gelungen" wäre.
"Aber dass wir da nicht das 2:0 machen, ist wahrscheinlich die Schlüsselszene des Spiels. Dadurch ist Wolfsburg stärker geworden und hat am Ende verdient gewonnen." Die Bayern wird's freuen.
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