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Donnerstag, 21. September 2017

Die Bundesliga in Wort und Witz: "Zum Kotzen. Wir sind doch keine Robben"

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FC Schalke 04 - FC Bayern München 0:3 (0:2) (Foto: imago/ActionPictures)

FC Schalke 04 - FC Bayern München 0:3 (0:2)

FC Schalke 04 - FC Bayern München 0:3 (0:2)

Die Wies'n läuft, beim FC Bayern läuft's. Und das auch dank Sommer-Granätchen James Rodriguez.

Die madrilenische Wunschspieler-Leihgabe von Coach Carlo mischte sich in alle drei Bayern-Treffer aktiv ein, erzielte einen selbst und bereitete die anderen beiden vor.

Coach Carlo war entsprechend majestätisch-euphorisch: "James hat sehr gut gespielt, sehr mannschaftsdienlich mit guten Kombinationen. Aber heute waren alle sehr stark, es ist schwer einen herauszuheben. Ich freue mich sehr für alle.“

Eingeleitet wurde die Niederlage der Königsblauen durch ein Handspiel plus anschließendem Elfmeter von Abwehr-Oldie Naldo. Erkannt allerdings erst durch den Videobeweis.

Keeper Ralf Fährmann fand das, nunja, sch..., ähmm..., pardon, "total zum Kotzen. Wir sind doch keine Robben, haben Arme".

Warum? Deswegen: "Das Perverse ist, dass wir in Hannover für eine ähnliche Situation kein Handspiel bekommen haben." Wir empfehlen Herrn Fährmann die Kolumne unserer Schiedsrichterexperten.

FC Augsburg - RB Leipzig 1:0 (1:0)

Der Abend hätte für die Augsburger so schön sein können, wenn sich Kapitän Daniel Baier zusammengerissen hätte. Aber mit einer obszönen Genital-Geste provozierte er Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl.

Der "Übeltäter" indes wollte aus der Genital-Geste zunächst keine so große Sache machen: "Mein Gott, es ist ein Fußballspiel. Da gehören Emotionen dazu. Er kommentiert an der Außenlinie jede Situation. Ich habe ihm gesagt, dass er nicht jede Situation kommentieren muss. Ich habe da eine Geste gemacht, was soll ich dazu sagen."

Ralph Hasenhüttl sagte dagegen: "Da brauche ich nichts mehr dazu sagen. Der vierte Offizielle hat es nicht gesehen, sonst hätte er wahrscheinlich schon während des Spiels Rot bekommen. Ich habe ihn darauf hingewiesen, mehr kann ich nicht machen."

Nach dem Spiel, sagte Baier, sei so etwas "in der Regel vergessen, aber er wollte mir nicht die Hand geben". Darauf hatte Hasenhüttl in der Tat keine Lust, vielmehr kam es nach Abpfiff zu tumultartigen Szenen auf dem Rasen.

Angesichts des Top-Starts in die Saison und schon zehn Punkten, wollte sich FCA-Trainer Manuel Baum aber nicht die Laune verderben lassen: "Natürlich werde ich mir heute einen Screenshot machen vom Handy." Allerdings von der Tabelle, nicht vom wedelnden Baier.

Der entschuldigte sich nach einer "schlaflosen Nacht" doch noch öffentlich. Vom DFB wurde er trotzdem für eine Partie gesperrt und mit einer Geldstrafe von 20.000 Euro belegt.

Borussia Mönchengladbach - VfB Stuttgart 2:0 (0:0)

Zwei Gladbacher Tore, ein Schütze: Raffael war einmal mehr der Matchwinner der Borussia. Der Brasilianer selbst hielt sich nach seinem ersten Doppelpack seit einem Jahr aber wie gewohnt bedeckt. Der Maestro genoss - und schwieg.

Viel Lob gab es dafür von den Mitspielern. "Wir wissen, dass Raffael eine super Qualität hat und auch solche Bälle verwerten kann", sagte Nico Elvedi über seine etwas krumme Flanke, die der Brasilianer gekonnt zum 1:0 verwertete: "Das war der Dosenöffner."

"Dosenschließer" (oder so) war Keeper Tobias Sippel, der die verletzte Stammkraft Yann Sommer vertrat. Sehr souverän. "Tobi hat die letzten anderthalb Jahre auch Handschuhe angehabt, trainiert und nicht in der Ecke gestanden," erklärte Trainer Dieter Hecking zu Sippels ersten Ligaeinsatz seit dem 14. Mai 2016.

VfL Wolfsburg - SV Werder Bremen 1:1 (1:0)

"Insgesamt war es ein beherzter Auftritt und ein Unentschieden, das in Ordnung geht", sagte Wolfsburgs Sportchef Rebbe nach dem Krisenduell gegen die noch sieglosen Bremer.

Treffender war die Wertung von Werder-Coach Alexander Nouri: "Wir hätten das Spiel gewinnen müssen."

Gegen stark ersatzgeschwächte Bremer war die von Neu-Coach Martin Schmidt bei dessen VfL-Premiere geforderte Leidenschaft und Offensivstärke nur im ersten Durchgang zu spüren.

Trotz der verdienten Führung durch Divock Origi (28. Minute) konnte auch der von Rebbe "zur Wiederherstellung der Ruhe" verpflichtete Schmidt den Rückfall der VfL-Profis in alte Verhaltensmuster nach der Halbzeit nicht verhindern.

Nicht erst nach dem Ausgleich von Fin Bartels (56.) wirkte Wolfsburg hilf- und orientierungslos.

Schmidt war trotzdem irgendwie zufrieden und sprach trotz der schwachen zweiten Hälfte von "einem Punkt für die Moral".

Hamburger SV - Borussia Dortmund 0:3 (0:1)

"Das Spiel war lange Zeit offen, aber Dortmund hat uns sehr effektiv bestraft. Ihre Klasse hat sich am Ende durchgesetzt. Auch wenn es sich blöd anhört: Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Wenn wir in den nächsten Wochen weiter so spielen, werden wir unsere Punkte machen." HSV-Coach Markus Gisdol sieht das Gute im Schlechten.

"Es war kein einfaches Spiel, es war schwer. Hamburg hat es gut gemacht, aber am Ende haben wir verdient gewonnen. Das war ein Sieg der gesamten Mannschaft." BVB-Trainer Peter Bosz litt erst, war dann aber hochzufrieden.

Denn, so der siegende Holländer: "Wenn man wieder zu Null spielt und drei Tore schießt, muss man stolz auf die Mannschaft sein - und das bin ich!"

Ebenfalls guter Dinge: BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Er begann schon einmal mit dem beliebten Dortmunder Tiefstapeln: "Wir wollen eine gute Saison spielen. Aber ihr wisst ja: Am Ende sind die Bayern vorn."

Hellauf begeistert ist Zorc von sich selbst, also indirekt. Denn immerhin hat er ja Andrej Jarmolenko in die Bundesliga geholt, über den er sagte: "Es ist schon brutal, wie schnell Andrej zu einem Unterschiedsfaktor geworden ist - und das in jedem Spiel." Diesmal bereitete der Ukrainer zwei Tore vor.

1. FC Köln - Eintracht Frankfurt 0:1 (0:1)

Fünftes Spiel, fünfte Pleite - da war Kölns Trainer Peter Stöger als Tröster gefragt: "Es ist schwierig, wenn du unten stehst. Ich kann der Mannschaft aber keinen Vorwurf machen, alle haben in der zweiten Halbzeit alles versucht. Die Situation wird nicht leichter, das ist natürlich klar. Aber wir werden unseren Weg weiter durchziehen und nichts in Richtung Aktionismus tun. Es geht um sachliche Arbeit."

Auch Kölns Keeper Timo Horn haderte und nahm die FC-Offensive in die Pflicht: "Wir haben alles reingehauen, aber nutzen eine tausendprozentige Chance zum 1:1 nicht. Wenn man nur ein Tor in fünf Spielen schießt, dann ist es schwer zu punkten."

Auch Sportdirektor Jörg Schmadtke legte den Finger in die Torwunde: "Die Zulieferung in den Sturm ist nicht gut. Unser Topstürmer hat uns verlassen. Wenn du dann einen neuen Stürmer hast und die Zulieferung nicht gut ist, dann kommt es zu dieser Situation." Sein nüchternes Fazit: "Es gibt kein Allheilmittel."

"Wir mussten hart um die Punkte kämpfen. In der Bundesliga kann von Platz fünf abwärts jeder jeden schlagen." Frankfurts Coach Niko Kovac setzte mit seiner Eintracht seine kuriose Saisonserie fort: die beiden Heimspiele gingen verloren, auswärts gab es in drei Partien sieben Punkte.

FSV Mainz - 1899 Hoffenheim 2:3 (2:2)

Mark Uth wurde ganz spät zum Hoffenheimer Helden in Mainz, er krönte in der Nachspielzeit das Comeback der Nagelsmänner nach 0:2-Rückstand mit dem Siegtreffer.

"Sehr, sehr frustrierend" fühle sich das heute an, bekannte Mainz-Coach Sandro Schwarz anschließend: "Wir hatten die klareren Aktionen, um zum Siegtreffer zu gelangen."

Begeistert war Hoffenheims Coach Julian Nagelsmann von der "außergewöhnlichen Moral" seiner Mannschaft: "Es ging nicht mehr um Taktik, es ging nur noch ums Herz."

Der Mainzer Torhüter René Adler war bedient: Wir müssen uns das selbst ankreiden. Wir haben zwei Tore geschossen, das muss auch mal reichen."

SC Freiburg - Hannover 96 1:1 (0:0)

Fünfter Spieltag, immer noch ungeschlagen. Es läuft für Hannover und auch das Remis in Freiburg nahm man sehr gerne mit. "Heute sind wir definitiv mit dem Punkt zufrieden. Wir haben hier heute einen Punkt gewonnen", sagte Torschütze Martin Harnik.

Ähnlich sah es Freiburgs Pascal Stenzel: "Ich glaube, es hätte sich keiner beschweren dürfen, wenn wir heute die drei Punkte hier behalten hätten."

Dazu hätte sein Teamkollege Florian Niederlechner beim Stand von 0:0 aber lieber nicht seinen Elfmeter ...

... weit neben Hannovers Tor gesetzt.

Damit bleibt das Team von Freiburgs Coach Christian Streich weiter sieglos - und trifft nun am 6. Spieltag auf die ebenfalls sieglosen Bremer.

Hertha BSC - Bayer Leverkusen 2:1 (2:0)

"Ich bin froh, dass wir gewonnen haben", atmete Hertha-Coach Pal Dardai durch: "Das 2:0 zur Halbzeit war ein schwieriges Ergebnis. Wir wollten dann kontern, doch der letzte Pass hat gefehlt. Letztendlich war der Sieg verdient."

Die Qualität von Leverkusen lobte Dardai auch noch. Bayer-Coach Heiko Herrlich bilanzierte hingegen trocken: "Vor dem 0:1 müssen wir besser verteidigen. Beim 0:2 waren wir zu langsam im Kopf, da hat die Frische gefehlt. In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht, hätten am Ende sogar noch das 2:2 machen können, aber das wäre nicht verdient gewesen."

Richtig in Rage war Bayers Jungstar Julian Brandt: "Wir haben komplett dämlich gespielt, das ist ärgerlich. Wir gehen relativ dämlich in Rückstand und machen uns das Leben dann selber schwer."

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