Knochen und Fleisch als LuxusgutChinas Mächtige töten Tiger aus Spaß

Tiger sind vom Aussterben bedroht, sie dürfen nicht getötet werden. Weil ihr Fleisch auf dem Schwarzmarkt viel Geld bringt, werden sie trotzdem über Landesgrenzen geschmuggelt und brutal umgebracht. In China sitzen deswegen nun mehrere Männer in Haft.
In der südchinesischen Provinz Guangdong sind mindestens zehn Tiger getötet worden, um damit einen kleinen Kreis von Reichen und Mächtigen zu erfreuen. Nach staatlichen Medienberichten wurden die Raubkatzen unter anderem mit Elektroschocks gequält. Für die Kosten kamen reiche Geschäftsleute auf, die die Knochen und das Fleisch der getöteten Tiger erwarben und dann an Staatsbedienstete verschenkten, wie die Zeitung "Nanfang Daily" berichtete. Es wird vermutet, dass die Tiere über Vietnam nach China geschmuggelt wurden.
Die Polizei in Zhanjiang beschlagnahmte demnach eine kurz zuvor geschlachtete Raubkatze und zahlreiche Tiger-Produkte. 15 Menschen wurden in dem Zusammenhang verhaftet.
Insbesondere die Knochen von Tigern stehen in China traditionell im Ruf, die menschlichen Kräfte stärken zu können. Für ein Kilogramm Tigerknochen werden auf dem Schwarzmarkt Preise um die 14.000 Yuan (umgerechnet rund 1600 Euro) erzielt, für das Fleisch rund 1000 Yuan pro Kilo.
Die Tiger sind vom Aussterben bedroht. Laut der internationalen Roten Liste der bedrohten Arten ging ihre Zahl von rund 100.000 vor einem Jahrhundert auf derzeit rund 3000 zurück.