Frauenquote fürs Cockpit?"Emma" entfacht Sturm der Entrüstung

Ein Kommentar der Zeitschrift "Emma" löst Irritationen und einen Sturm der Entrüstung aus. Der Grund: "Amoktrips sind Männersache", schreibt eine Autorin und fordert deshalb eine Frauenquote auch fürs Cockpit.
Männer sind an vielem schuld. Diesen Eindruck zumindest vermittelt bisweilen die Zeitschrift "Emma", was aber gewöhnlich nicht auf ein großes Echo stößt. Doch jetzt löst das feministische Blatt einen Sturm der Entrüstung im Netz aus. "Schamlos", heißt es in Twitter-Kommentaren, "geschmacklos, respektlos, ... erbärmlich".
Stein des Anstoßes ist ein Kommentar der Sprachwissenschaftlerin Luise F. Pusch zum Absturz der Germanwings-Maschine, den der Copilot aller Wahrscheinlichkeit nach bewusst herbeigeführt hat. Pusch fordert nun eine "Frauenquote fürs Cockpit". Ihre Begründung: "Amoktrips sind Männersache." Und die Lufthansa habe 94 Prozent männliche Piloten.
"Die Opfer sind überwiegend Frauen, die Täter sind männlich", schreibt Pusch. Schließlich seien unter den 16 "Schülern" 14 Schülerinnen und auch bei den beiden "Lehrern" handele es sich um Frauen.
Da die Selbstmordquote bei Männern um ein Vielfaches höher sei als bei Frauen, hält Pusch eine Quote fürs Cockpit für ein geeignetes Mittel, um das Risiko von einem erweiterten Suizid zu verringern. Schließlich kämen Amokflüge offenbar häufiger vor, als der Öffentlichkeit bewusst sei. Wie häufig allerdings erwähnt sie nicht: Luftfahrtexperten zufolge lassen sich solche Flüge mit Passagiermaschinen in den vergangenen Jahrzehnten an einer Hand abzählen. In der Geschichte der Lufthansa, dem Mutterkonzern von Germanwings, kamen sie bisher nicht vor.
Pusch hatte sich bereits in der Vergangenheit sehr pointiert für Frauenrechte eingesetzt. So fordert sie eine "geschlechtergerechte Sprache". Aus "kompensatorischer Gerechtigkeit" sollten beispielsweise in den nächsten 2000 Jahren nur noch weibliche Sprachformen genutzt werden.
Mit ihrem jüngsten Kommentar allerdings ruft sie auch viele Kritikerinnen auf den Plan. "#emma schafft es immer noch am besten, dem Feminismus ein Eigentor zu schießen", schreibt eine Nutzerin bei Twitter. Andere sprechen dort schlicht von Geschmacklosigkeit und dem "Höhepunkt der medialen Ausschlachtung des tragischen Flugzeugunglücks".
Manche User allerdings wenden den Kommentar auch gegen "Emma" selbst: "Bei der aktuellen Debatte räumt die #Emma selbst beim Morden die Überlegenheit des Mannes ein."