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Maddie verschwand im Alter von drei Jahren aus einer Ferienwohnung in Portugal.
Maddie verschwand im Alter von drei Jahren aus einer Ferienwohnung in Portugal.(Foto: dpa)
Mittwoch, 26. April 2017

"Bedeutende Ermittlungsansätze": Maddie-Ermittler gibt Hoffnung nicht auf

In wenigen Tagen ist das Verschwinden von Madeleine McCann zehn Jahre her. Noch immer fehlt von ihr jede Spur. Doch bei Scotland Yard hält man es nicht für ausgeschlossen, dass sie lebt und doch noch gefunden wird.

Auch zehn Jahre nach dem Verschwinden von Madeleine McCann verfolgt die britische Polizei in dem Fall noch immer vielversprechende Ermittlungsansätze. In einem Interview sagte Mark Rowley, der Leiter für Sonderermittlungen bei Scotland Yard, vier Beamte seien derzeit mit einer "kleinen Zahl von entscheidenden Ermittlungssträngen" befasst.

Aus ermittlungstaktischen Gründen könne er nichts darüber sagen, in welche Richtungen die Beamten derzeit ermittelten. "Wenn wir nicht dächten, dass sie bedeutend sind, würden nicht weitermachen", so Rowley lediglich. In den sechs Jahren, in denen seine Behörde nun mit dem Fall befasst sei, habe man Gedanken darüber entwickelt, was die wahrscheinlichsten Erklärungen für das Verschwinden der damals Dreijährigen sein könnten. "Und wir verfolgen diese."

Madeleine McCann war am 3. Mai 2007 aus einer Ferienanlage in Portugal verschwunden. Die britische Polizei ermittelt seit 2011 in dem Fall. Rowley beschrieb die Möglichkeit eines schief gegangenen Einbruchs als eine "vernünftige Hypothese", die bisher nicht "völlig ausgeschlossen wurde". Prinzipiell behandelten seine Ermittler den Fall als Entführung, weil eine Dreijährige sich nicht aus eigenem Antrieb von ihren Eltern entfernen würde. "Es handelt sich nicht um eine 20-jährige Vermisste, die die Entscheidung getroffen hat, ein neues Leben zu beginnen. Es ist ein kleines Mädchen vermisst und so ist es im Kern eine Entführung."

Keine Beweise

Der Sonderermittler schloss auch nicht aus, dass Maddie noch am Leben sein könnte. Es gebe weder einen definitiven Beweis dafür, dass sie lebe, noch dafür, dass sie tot sei. "Natürlich verstehen wir, dass die Menschen nach so vielen Jahren pessimistisch sind. Aber wir müssen für alles offen bleiben und deshalb behandeln wir das als Vermisstenfall."

Rowly betonte ausdrücklich, dass die Polizei eine Beteiligung von Maddies Eltern an einem möglichen Verbrechen ausschließt. "Es gibt absolut keinen Grund, das wieder aufzumachen", sagte er. Kate und Gerry McCann waren zeitweise ins Visier portugiesischer Ermittler geraten.

"Ich wünschte, ich könnte sagen, wir werden diesen Fall lösen", sagte Rowley über die Aussichten, Maddies Verschwinden aufzuklären. "Wir klären mehr als 90 Prozent der Schwerverbrechen in Schottland auf." Aber eine kleine Zahl bleibe ungelöst. "Wir werden alles tun, was wir können, um eine Antwort zu finden." Er könne jedoch nicht garantieren, dass dies gelingen werde.

Quelle: n-tv.de

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