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Was war in der Staufer-Kaserne in Pfullendorf los? Es wird weiter wegen Aufnahmeritualen ermittelt.
Was war in der Staufer-Kaserne in Pfullendorf los? Es wird weiter wegen Aufnahmeritualen ermittelt.(Foto: dpa)
Mittwoch, 24. Mai 2017

Ermittlungen bei der Bundeswehr: Sexuelle Belästigung gab es wohl nicht

Was nach einem Belästigungsskandal bei der Bundeswehr in Pfullendorf aussah, war wohl keiner. Die Staatsanwaltschaft gibt Entwarnung. Es wird jedoch weiter wegen möglicher Quälerei ermittelt.

Ein angeblicher Skandal um sexuelle Belästigung in einer Bundeswehrkaserne in Süddeutschland bleibt ohne strafrechtliche Konsequenzen. Ermittlungen hätten keinen Anfangsverdacht für strafbares Verhalten in der Ausbildungseinrichtung im baden-württembergischen Pfullendorf ergeben, teilte die Staatsanwaltschaft Hechingen mit. Ganz vom Tisch ist die Affäre damit aber nicht: In einem zweiten Verfahren, bei dem es um quälerische Aufnahmerituale geht, wird weiter ermittelt.

Zu den Vorwürfen über umstrittene sexuelle Handlungen habe die Bundeswehr "umfangreich intern" ermittelt, so die Staatsanwaltschaft. Dabei hätten sich keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass in Pfullendorf "Lehrgangsteilnehmer im Rahmen der Kampfsanitäterausbildung zu sexuellen Handlungen genötigt wurden".

Darauf, dass "Soldatinnen an einer Tanzstange erotische Tanzbewegungen durchgeführt haben, geschweige denn hierzu von Vorgesetzten gezwungen und dabei 'betatscht' wurden", gebe es keine Hinweise, so die Staatsanwaltschaft.

Trotzdem weitere Ermittlungen

Die Bundeswehr hatte entsprechende Hinweise erhalten und im Oktober 2016 die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Bei der Prüfung dieser Vorwürfe sei es allein um die strafrechtliche Relevanz gegangen, nicht aber um moralische oder dienstrechtliche Aspekte, sagte Staatsanwalt Markus Engel. "Das zu beurteilen, ist Sache der Bundeswehr."

Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen sieben Bundeswehrangehörige, die sich in Pfullendorf an möglicherweise strafbaren Aufnahmeritualen in Mannschaftsdienstgraden beteiligt haben sollen. Bei diesen Ermittlungen geht es um den Verdacht auf Straftaten wie Freiheitsberaubung, Körperverletzung und Nötigung.

Quelle: n-tv.de

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