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Offizielle Zahl aus Ägypten: 63,8 Prozent für Verfassung

Die umstrittene ägyptische Verfassung ist nach offiziellen Angaben mit knapp 64 Prozent angenommen worden. Die Bürger hätten bei dem Referendum mit 63,8 Prozent mehrheitlich für den Text gestimmt, teilte der Vorsitzende der Wahlkommission, Samir Abul Maati, mit. Die Wahlbeteiligung lag demnach bei 32,9 Prozent. Wahlberechtigt waren 52 Millionen Menschen. Die Opposition kritisiert den Verfassungstext als stark islamistisch geprägt und hat bereits angekündigt, das Ergebnis anfechten zu wollen.

Die regierenden Islamisten hatten bereits direkt im Anschluss an die beiden Abstimmungsrunden am 15. und 22. Dezember den Sieg für sich reklamiert. Das größte Oppositionsbündnis meldete zahlreiche Regelverstöße und Fälle von Betrug. Die Verfassung ist zwischen den Islamisten und laizistischen Kräften in Ägypten äußerst umstritten. Die Opposition bemängelt, dass die vielfach vagen Bestimmungen des Texts die Bürgerrechte nicht ausreichend garantierten und einer weiteren Islamisierung den Weg bereiteten.

Aus Sorge vor einem Sturm auf die Banken schränkt Ägypten unterdessen den freien Geldverkehr ein. Die Regierung untersagte es, mehr als umgerechnet 7500 Euro in ausländischen Währungen außer Landes zu bringen oder einzuführen. Angesichts der unsicheren politischen Lage fürchten die Behörden, dass die Bevölkerung ihre Konten räumt und damit das ägyptische Pfund unter Druck setzt. Viele Ägypter sorgen sich um einen weiteren Absturz der Wirtschaft, die unter den gesunken Touristenzahlen und ausbleibenden Investitionen aus dem Ausland leidet. Kürzlich hatte die Ratingagentur S&P die Bonität des bevölkerungsreichsten arabischen Landes gesenkt.

Die Notenbank hat Maßnahmen angekündigt, um die Bankenkonten zu schützen. Dabei nannte sie jedoch keine Details. Das hatte die Sorge ausgelöst, die Zentralbank könnte Privatkonten sperren lassen. Auf den Straßen Kairos kursierten diverse Gerüchte. "Ich habe gehört, dass die Notenbank alle unsere Konten beschlagnahmen wird, um die Staatsangestellten zu bezahlen", sagte etwa Aiman Osama, Vater von zwei Kindern.

Quelle: n-tv.de

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