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Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas und UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon. (Archivbild)
Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas und UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon. (Archivbild)(Foto: AP)

Palästinenser im Hungerstreik: Ban zählt Israel an

Ein Hungerstreik von vier inhaftierten Palästinensern sorgt für immer mehr Unmut. 1500 Palästinenser demonstrieren für bessere Haftbedingungen. Sie bekommen Unterstützung von höchster Stelle: Nach Tony Blair schaltet sich nun auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ein.

Ein Hungerstreik von Palästinensern in israelischer Haft hat Auswirkungen bis zu den Vereinten Nationen in New York. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat Israel aufgefordert, die Rechte der Gefangenen "in Gänze" zu achten und alles zur Beendigung des Konflikts beizutragen. "Die Festgehaltenen müssen angeklagt und unter internationalen Standards vor Gericht gestellt oder freigelassen werden", sagte der Koreaner.

Vier Palästinenser in israelischer Haft befinden sich seit mehreren Monaten im Hungerstreik. Sie wollen damit gegen die israelische Praxis der Inhaftierungen ohne Anklage und Urteil sowie gegen "schlechte Behandlung" protestieren.

Ban sagte, er habe Briefe des Palästinenserpräsidenten Mahmoud Abbas und der Arabischen Liga erhalten. Darin warnen die Absender vor einer raschen Verschlechterung der Gesundheit der Hungerstreikenden. "Die Verpflichtungen gegenüber den internationalen Menschenrechten müssen für alle palästinensischen Gefangenen vollständig respektiert werden", sagte Ban.

Auch Blair fordert bessere Bedingungen

Auch der Sondergesandte des Nahost-Quartetts, der britische Ex-Premier Tony Blair, zeigte sich in einer Erklärung  beunruhigt über den Gesundheitszustand der Häftlinge und forderte  Israel auf, ihnen die nötige medizinische Versorgung und rechtlichen Beistand nach internationalen Standards zu gewähren.

Der palästinensische Chefunterhändler im Nahostkonflikt, Sajeb Erakat, bat indes die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton in einem Schreiben, sich für die palästinensischen Häftlinge einzusetzen. Nötig seien "konkrete Maßnahmen, um die Straflosigkeit für Israel zu beenden". Ashton hatte am Samstag gefordert, den palästinensischen Gefangenen das Recht auf Familienbesuch zu garantieren.

Tausende Palästinenser hatten sich zuvor im Westjordanland zu Solidaritätskundgebungen für hungerstreikende Landsleute in israelischer Haft versammelt. Im südlichen Hebron gingen etwa 1500 Menschen auf die Straße. Als es Zusammenstöße mit israelischen Soldaten gab, setzten diese Tränengas ein. Im nördlichen Nablus demonstrierten etwa tausend Menschen. In Ramallah, wo die Palästinensische Autonomiebehörde ihren Sitz hat, blockierten Dutzende Menschen den Zugang zur dortigen Vertretung der Vereinten Nationen.

Quelle: n-tv.de

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