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Nach Clausnitzer Protesten: AfD-Chefin Frauke Petry spricht von einer "unsachlichen Symptomdebatte".
Nach Clausnitzer Protesten: AfD-Chefin Frauke Petry spricht von einer "unsachlichen Symptomdebatte".(Foto: REUTERS)

Petry dementiert eigene Aussage: "In Clausnitz protestierten doch keine AfDler"

Zuerst räumt Frauke Petry ein, dass auch AfD-Mitglieder unter den rechten Pöblern in Clausnitz waren. Nun rudert sie zurück und "verbittet sich jegliche Verdächtigungen" - dabei geht es ihrer Ansicht nach eigentlich nur um "Bürgerproteste".

An den fremdenfeindlichen Protesten im sächsischen Clausnitz waren nach Angaben der AfD-Chefin Frauke Petry doch keine Mitglieder ihrer Partei beteiligt. "Das haben eingehende Prüfungen der letzten Tage ergeben", erklärte Petry. Diverse Medienberichte über den Verlauf der Clausnitzer Ereignisse und einen Zusammenhang dieser Demonstration mit der AfD seien "unzutreffend". "Die AfD verbittet sich jegliche Verdächtigungen, konstruierte Zusammenhänge und Mutmaßungen dieser Art", sagte die Parteivorsitzende.

Grünen-Politiker Volker Beck und Frauke Petry in der Phoenix-Sendung "Unter den Linden".
Grünen-Politiker Volker Beck und Frauke Petry in der Phoenix-Sendung "Unter den Linden".(Foto: imago/Müller-Stauffenberg)

Petry selbst hatte allerdings bereits am Montagabend in der Phoenix-Sendung "Unter den Linden" eingeräumt, dass AfD-Mitglieder an der Protestaktion beteiligt gewesen seien. Zudem hatte der Leiter der Flüchtlingsunterkunft, Thomas Hetze, nach den fremdenfeindlichen Protesten zugegeben, Parteimitglied zu sein. Er steht im Verdacht, Informationen über die Ankunft der Flüchtlinge in dem Heim weitergegeben zu haben. Petry hatte bei Phoenix gesagt, es ärgere sie, "dass so etwas in Sachsen passiert, zumal wenn eigene Mitglieder beteiligt sind."

In ihrer jüngsten Erklärung relativierte die Politikerin die Bedrohungslage durch die pöbelnde Menschenmenge. Gespräche mit Augenzeugen hätten gezeigt, dass es "keinerlei Angriffe der Demonstranten gegen die Asylbewerber im Bus gegeben" habe. Es sei lediglich "Wir sind das Volk!" gerufen worden. "Wenn solche Rufe schon dazu führen, dass strafrechtliche Konsequenzen verlangt werden, dann steht es schlecht um unsere Demokratie", beklagte Petry und verwies darauf, dass die sächsische Polizei auch ein mögliches strafrechtlich relevantes Verhalten vonseiten der Flüchtlinge prüfe. "Damit ist Clausnitz ein weiteres Beispiel für eine unsachliche Symptomdebatte."

Petry: Bürgerproteste werden kriminalisiert

In Clausnitz hatte ein fremdenfeindlicher Mob am vergangenen Donnerstagabend einen ankommenden Bus mit Flüchtlingen blockiert. Auf Videomaterial von dem Vorfall sind Sätze wie "Verpisst euch doch!" oder "Ab nach Hause!" zu hören. Zudem steht die Polizei in der Kritik, weil ein Beamter unter johlendem Beifall der Menge einen verängstigten Jungen rabiat aus dem Bus gezerrt hatte. Petry sprach dennoch von "Bürgerprotesten", die "lediglich kriminalisiert" werden würden.

Der Co-Vorsitzende der AfD, Jörg Meuthen, hatte sich deutlich kritischer zu den Ereignissen von Clausnitz geäußert als Petry. Meuthen hatte dem "Handelsblatt" erklärt, es sei eine AfD-Position, dass sich der Bürgerprotest gegen die "chaotische Asylpolitik" der Bundesregierung richten müsse und nicht gegen Flüchtlinge. Die Bilder aus Clausnitz bezeichnete er als "zutiefst erschreckend und verstörend".

Quelle: n-tv.de

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