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Es gibt Extremismusvorwürfe gegen einen weiteren Bundesoffizier, diesmal vom Militärischen Abschirmdienst.
Es gibt Extremismusvorwürfe gegen einen weiteren Bundesoffizier, diesmal vom Militärischen Abschirmdienst.(Foto: picture alliance / dpa)

NS-Parole gewittert?: MAD-Offizier steht unter Neonazi-Verdacht

Ein Offizier des Bundeswehrgeheimdienstes wurde einem Bericht zufolge wegen Volksverhetzung angezeigt. Der Mann ist außerdem AfD-Politiker und sitzt im Kölner Stadtrat. Ihm wird ihm vorgeworfen, eine NS-Parole verbreitet zu haben.

Bei der Bundeswehr gibt es möglicherweise einen neuen Fall von Rechtsextremismus. Ein Offizier der Bundeswehr und Kölner AfD-Politiker soll bei Twitter eine NS-Parole verbreitet haben. Der "Kölner Stadt-Anzeiger" schreibt, Hendrik Rottmann sei wegen Volksverhetzung angezeigt worden. Rottmann sitzt für die AfD im Kölner Stadtrat. Außerdem ist er Hauptmann beim Militärischen Abschirmdienst, dem Geheimdienst der Bundeswehr.

Zwei Politiker der Linkspartei werfen Rottmann laut dem Bericht vor, die verbotene Parole "Deutschland erwache" getwittert zu haben. Dabei handelte es sich um eine Losung der NS-Kampforganisation SA.

Zudem hätten sich die Bundestagsabgeordneten Matthias Birkwald und der Kölner Ratsherr Jörg Detjen mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde an Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen gewendet, wie es weiter heißt. Rottmanns Twitter-Konto ist inzwischen gelöscht. Dem "Kölner Stadt-Anzeiger" sagte er, ihm sei die Anzeige nicht bekannt.

Die Bundeswehr wird von einem Skandal um rechtsextremistische Umtriebe erschüttert: Der mutmaßlich rechtsradikale Offizier Franco A. wurde festgenommen, weil er einen Anschlag geplant haben soll. Außerdem wurden in Kasernen in Donaueschingen und im elsässischen Illkirch Wehrmachtsandenken gefunden worden. Als Konsequenz ordnete das Verteidigungsministerium an, alle Kasernen auf Wehrmachts-Sammelstücke zu durchsuchen. Von der Leyen versprach eine lückenlose Aufklärung. In einem Interview sagte sie, sie sei sicher, dass weitere Fälle von Rechtsextremismus bekannt werden.

Quelle: n-tv.de

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