Politik
Ghulam Ahmad Bilour
Ghulam Ahmad Bilour(Foto: REUTERS)

Schmähfilm-Macher soll sterben: Minister setzt Kopfgeld aus

Der Mohammed-Schmähfilm ruft in Pakistan sogar den Eisenbahn-Minister auf den Plan. Ghulam Ahmad Bilour bietet Geld für die Ermordung des Machers. Der Regierung in Islamabad ist dieser Aufruf unangenehm. Ministerpräsident Pervez Ashraf lässt vermelden, dass sein Kabinett nicht mit dem Minister übereinstimme.

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Ein pakistanischer Minister hat ein Kopfgeld auf den Macher des ausgesetzt. "Ich verkünde heute, dass ich mit 100.000 Dollar denjenigen belohnen werde, der diesen Gotteslästerer, diesen Sünder, der unsinnig über den heiligen Propheten gesprochen hat, ermordet", sagte Eisenbahn-Minister Ghulam Ahmad Bilour auf einer Pressekonferenz und erntete dafür von den Anwesenden Applaus.

Er rief die radikal-islamischen Taliban und Al-Kaida dazu auf, sich ihm "in dieser gesegneten Mission" anzuschließen. Ein Sprecher des pakistanischen Ministerpräsidenten Raja Pervez Ashraf erklärte, die Regierung in Islamabad stimme mit dem Minister nicht überein.

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Hinter dem im Internet verbreiteten, 13-minütigen, amateurhaften Film soll ein 55-Jähriger aus Kalifornien stecken. Seit Auftauchen des Videos kam es in zahlreichen Ländern , mehrere Menschen starben. Am Samstag lieferten sich Tausende Islamisten in der Hauptstadt von Bangladesh, Dhaka, Zusammenstöße mit der Polizei. In der größten nordnigerianischen Stadt Kano verbrannten Muslime eine US-Fahne, der Protest blieb aber friedlich.

Westerwelle warnt

Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat sich gegen die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in europäischen Satirezeitschriften gewandt. Zur Freiheit gehöre immer auch Verantwortung, sagte der FDP-Politiker der "Welt am Sonntag". "Manchmal lautet die Frage nicht, ob man etwas tun darf. Sondern ob man etwas tun sollte." Meinungsfreiheit umfasse nicht das Recht, Andersgläubige oder Andersdenkende zu beleidigen und damit absichtsvoll den öffentlichen Frieden zu stören. "Das gilt übrigens nicht nur für die unerträgliche Darstellung des Propheten als Kinderschänder, sondern auch für den Umgang mit Jahwe oder Jesus Christus."

Westerwelle schloss nicht aus, dass die anhaltenden gewaltsamen Massenproteste in der islamischen Welt gegen die Beleidigung des Propheten Mohammed ein Fall für den UN-Sicherheitsrat werden. "Das kommt darauf an, ob die Lage weiter eskaliert", sagte er der Zeitung. "Wichtig ist, dass in der westlichen Welt verstanden wird, dass die Gewalttäter nicht repräsentativ für die große Mehrheit der Völker in der arabischen Welt sind. Und dass in der islamischen Welt verstanden wird, dass die große Mehrheit der Menschen im Westen ihre Religion nicht nur respektiert, sondern Beschimpfungen und Beleidigungen auch ablehnt."

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Quelle: n-tv.de

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