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Al-Schabaab kämpft für die Errichtung eines islamischen Staates am Horn von Afrika. (Archivbild)
Al-Schabaab kämpft für die Errichtung eines islamischen Staates am Horn von Afrika. (Archivbild)(Foto: REUTERS)

Buspassagiere vereiteln Blutbad: Muslime schützen Christen bei Überfall

Eine mutige Aktion verhindert in Kenia ein größeres Blutbad: Bei einem Überfall auf einen Bus durch Terroristen weigern sich die muslimischen Passagiere, ihre Religion preiszugeben. Dadurch retten sie ihre christlichen Mitreisenden. Tote gibt es dennoch.

In Kenia hat sich eine Gruppe von muslimischen Bus-Passagieren bei einem Überfall von Islamisten schützend vor Christen gestellt. Das berichteten Augenzeugen und lokale Offizielle dem britischen Sender BBC. Bei dem Angriff kamen mindestens zwei Menschen ums Leben. Mutmaßlich steckt die somalische Al-Schabaab Miliz hinter der Attacke am frühen Morgen.

Der Bus war dem Bericht zufolge mit rund 50 Passagieren auf dem Weg von der Hauptstadt Nairobi nach Mandera, als Islamisten das Fahrzeug stoppten. Die bewaffneten Männer hätten die Passagiere aufgefordert, sich in Gruppen aufzuteilen, um Muslime von Nicht-Muslimen unterscheiden zu können. Dies hätten die muslimischen Passagiere verweigert. Ein lokaler Offizieller sagte, sie hätten den Extremisten gesagt, sie müssten sie "entweder alle zusammen töten oder sie in Ruhe lassen".

Die mutige Aktion der Busreisenden zeigte Wirkung: Wie Manderas Gouverneur einer kenianischen Zeitung sagte, hätten die Angreifer daraufhin beschlossen, die Gruppe in Frieden zu lassen. Dennoch starben zwei Menschen. Einer von ihnen wurde dem Bericht zufolge erschossen, als er versuchte, vor den Islamisten zu fliehen. Über den Tod des anderen sind keine Details bekannt. Drei weitere Menschen wurden verletzt, darunter der Busfahrer.

Bereits im vergangenen Jahr attackierten Al-Schabaab-Kämpfer einen Bus in der Region und töteten 28 Nicht-Muslime, die über die Weihnachtstage auf dem Weg nach Nairobi waren. Im April hatte ein Anschlag der Al-Schabaab-Terroristen auf eine Universität im Nordosten Kenias mit 147 Toten weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Auch dort standen gezielt Christen im Visier der Attentäter.

Quelle: n-tv.de

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