Politik
Angela Merkel mit Kopftuch: Pegida wirft der Bundeskanzlerin immer wieder vor, den "Willen des Volkes" zu ignorieren.
Angela Merkel mit Kopftuch: Pegida wirft der Bundeskanzlerin immer wieder vor, den "Willen des Volkes" zu ignorieren.(Foto: dpa)

Besorgte Bürger oder Rechtsradikale?: Pegida: Regierung bestätigt rechte Einflüsse

Auf eine Anfrage der Linken berichtet das Ministerium, dass mehrere Pegida-Ableger von Rechtsextremen organisiert oder beeinflusst werden. Linken-Abgeordnete Jelpke kritisiert die Toleranz gegenüber geistigen Brandstiftern.

Die Wut der "besorgten Bürger" richtet sich nicht nur gegen den Islam, sondern auch gegen die Politik von Bundeskanzlerin Merkel.
Die Wut der "besorgten Bürger" richtet sich nicht nur gegen den Islam, sondern auch gegen die Politik von Bundeskanzlerin Merkel.(Foto: dpa)

Das Bundesinnenministerium geht davon aus, dass in mindestens sechs Bundesländern die Veranstaltungen der Pegida-Bewegung von Rechtsextremisten organisiert oder beeinflusst werden. Das geht aus der Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke hervor, aus der die "Thüringer Allgemeine" zitiert. "Bisher konnte bei "Gida"-Veranstaltungen in Berlin, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern eine rechtsextremistische Steuerung oder Einflussnahme festgestellt werden", schreibt das Bundesinnenministerium dem Bericht zufolge.

Insbesondere in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen sowie Mecklenburg-Vorpommern würden Pegida-Ableger durch rechtsextremistische Parteien wie NPD, Die Rechte und PRO NRW unterstützt. Mit Pegida in Dresden und deren regionalen Ablegern habe sich eine Bewegung entwickelt, deren Zusammenhalt unter anderem auf Ressentiments gegenüber Asylbewerbern, Ausländern und Muslimen basiere, schreibt der parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Günther Krings: "Darauf aufbauende Hasspropaganda kann Einfluss auf eine Radikalisierung rechter Gruppierungen, aber auch auf nicht in der Szene verankerte Einzeltäter und Kleinstgruppen nehmen."

Allerdings würden politisch motivierte Straftaten im Verhältnis zur Zahl der Veranstaltungen und Teilnehmer bislang im gesamten Bundesgebiet "relativ gesehen eher selten verübt".

Jelpke kritisiert diese Einschätzung und die Arbeit des Verfassungsschutzes. Der erfasse nur solche Aufmärsche, deren Akteure "sinnbildlich schon die Hakenkreuzfahne" schwenkten, nicht aber die geistigen Brandstifter, sagte sie dem Blatt.

Quelle: n-tv.de

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