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Flüchtlinge auf der griechischen Insel Kos. Viele von ihnen wollen weiter nach Schweden.
Flüchtlinge auf der griechischen Insel Kos. Viele von ihnen wollen weiter nach Schweden.(Foto: AP)

Reden über Flüchtlingspolitik: Rechtspopulisten Schwedens stärkste Partei

Die rechtspopulistischen Schwedendemokraten erreichen in einer Umfrage mehr als 25 Prozent der Stimmen. Liegt es an den steigenden Flüchtlingszahlen oder am Umgang der anderen Parteien mit den Schwedendemokraten?

Eine neue Umfrage sieht die rechtspopulistischen Schwedendemokraten als stärkste politische Kraft des Landes. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov erreicht die Partei jetzt 25,2 Prozent - so viel wie nie zuvor.

Die schwedischen Sozialdemokraten von Ministerpräsident Stefan Löfven kommen der Erhebung zufolge auf 23,4 Prozent, die Konservativen auf 21,0 Prozent.

Der Politologe Sören Holmberg sagte der schwedischen Gratiszeitung "Metro", in deren Auftrag die Umfrage durchgeführt wurde, der Grund für den Erfolg der Schwedendemokraten sei einfach. 46 Prozent der Wähler glaubten, die Themen Asyl und Einwanderung seien derzeit die wichtigste politische Frage. Gemessen an der Einwohnerzahl nimmt Schweden in der EU die meisten Flüchtlinge auf.

Stina Morian von YouGov sagte, sie glaube nicht, dass die Schwedendemokraten bis zur nächsten Wahl die stärkste Partei blieben, aber es sei wahrscheinlich, dass sie Schwedens zweitgrößte Partei werden könne. Ihrer Ansicht nach hatte auch ein Doppelmord in einer schwedischen Ikea-Filiale, den ein Flüchtling aus Eritrea gestanden hatte, Einfluss auf die Umfrage ihres Instituts.

Dagegen hält der deutsche Rechtspopulismus-Experte Timo Lochocki den Erfolg der Schwedendemokraten in der aktuellen Umfrage eher für eine Folge der politischen Kommunikation der etablierten Parteien. Alle anderen Parteien würden die Schwedendemokraten "rundheraus ablehnen und stattdessen weiterhin eine Politik der offenen Arme in Asyl- und Flüchtlingsfragen betreiben, ohne auf die Sorgen der Wähler oder klar erkennbare Integrationsprobleme in Schweden einzugehen", sagte Lochocki n-tv.de. In einer solchen Situation könnten sich die Rechtspopulisten als einzige Partei darstellen, die sehe, dass es Probleme gebe.

Bei der Parlamentswahl vor einem Jahr hatten die Schwedendemokraten knapp 13 Prozent erreicht. Schweden wird seither von einer rot-grünen Minderheitsregierung geführt. Die nächste reguläre Wahl steht 2018 an.

Quelle: n-tv.de

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