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Ein Riverine-Boot der US-Streitkräfte auf Patrouille im Persischen Golf. Zwei solcher Boote setzten iranische Sicherheitskräfte fest.
Ein Riverine-Boot der US-Streitkräfte auf Patrouille im Persischen Golf. Zwei solcher Boote setzten iranische Sicherheitskräfte fest.(Foto: AP)

Kerry entschuldigt sich beim Iran: Teheran lässt US-Soldaten frei

Angesichts der Spannungen rund um den Persischen Golf hätte der Zwischenfall leicht zu einer internationalen Krise führen können: Doch offenbar steht die Freilassung von zehn US-Soldaten, die vom Iran festgehalten werden, unmittelbar bevor.

Der Iran hat zehn festgehaltene US-Soldaten nach einem Vorfall in seinen Hoheitsgewässern wieder freigelassen. Das gaben die iranischen Revolutionsgarden in einer Erklärung bekannt. Die US-Soldaten waren den Angaben zufolge am Dienstag auf zwei Marinebooten bis zu zwei Kilometer weit in die Hoheitsgewässer des Irans eingedrungen. Daraufhin wurden Boote wie Soldaten festgesetzt.

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Der Iran werte den Vorfall nicht als Spionage, sondern gehe von einem technischen Defekt des Navigationssystems als Ursache aus, sagte der Marinekommandeur der Revolutionsgarden, General Ali Fadawi. Auch die beiden Schiffe wurden wieder freigegeben.

Die Außenminister beider Länder, John Kerry und Mohammed Dschawad Sarif, seien nach dem Zwischenfall in ständigem Kontakt gewesen, sagte der General iranischen Medien zufolge. Die beiden Außenminister hätten persönlich telefoniert, um den Zwischenfall zu klären. Fadawi zufolge klagte Sarif im Telefongespräch mit Kerry darüber, dass die Amerikaner in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen seien, und verlangte eine Entschuldigung. Die habe er auch bekommen, so der General weiter.

Ein US-Militärvertreter hatte zuvor bestätigt, dass eines der beiden kleinen Patrouillenboote offenbar eine Motorpanne gehabt habe. Sie seien daraufhin von Schiffen der iranischen Revolutionsgarden auf eine Marinebasis auf der Insel Farsi gebracht worden. Sie wurden sowohl nach US- als auch nach iranischen Angaben gut behandelt.

"Lehre für die Unruhestifter"

Die winzige Insel Farsi liegt mitten im Persischen Golf auf halber Strecke zwischen dem Iran und Saudi-Arabien. Wegen der Insel reichen die iranischen Hoheitsgewässer bis weit in den Persischen Golf hinein, durch den eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt verläuft.

"Dieser Vorfall im Persischen Golf, der wahrscheinlich nicht der letzte Fehler der US-Streitkräfte in der Region gewesen sein wird, sollte den Unruhestiftern im US-Kongress eine Lehre sein", warnte der iranische Armeechef, General Hassan Firusabadi, laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Tasnim. Er spielte damit auf Bestrebungen einiger Kongress-Mitglieder an, neue Sanktionen gegen den Iran zu verhängen.

Quelle: n-tv.de

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