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Die Überwachungsdaten sind weg.
Die Überwachungsdaten sind weg.(Foto: picture alliance / dpa)

Datenpanne beim BKA: Überwachungsdaten gelöscht

Eine schwerwiegende Datenpanne ereignet sich beim Bundeskriminalamt. Ältere Datensätze sollen in ein Langzeitarchiv umziehen, doch statt dessen werden monatelang Daten aus der Telekommunikationsüberwachung gelöscht. Das BKA bestätigt den Vorgang, wiegelt aber ab.

Durch eine Software-Panne sind beim Bundeskriminalamt (BKA) und bei der Bundespolizei über Monate Beweismittel in Ermittlungsverfahren gelöscht worden. Betroffen seien Daten aus der sogenannten Telekommunikationsüberwachung (TKÜ), wie sie in Ermittlungen gegen Schwerkriminelle und Terroristen gesammelt werden.

Eine Sprecherin der Behörde bestätigte eine entsprechende Meldung der "Bild am Sonntag". Betroffen gewesen seien verschiedene Kontakte, soweit sie über das Internet abgewickelt wurden. Darunter befänden sich neben überwachten E-Mails und Chatsitzungen auch abgehörte Telefongespräche und Kurzmitteilungen (SMS). Die Zeitung nannte auch Telefaxe sowie die Lokalisierung von Mobiltelefonen (Funkzellenabfrage).

Laut BKA bestätigte seien aber jeweils nur einzelne Mosaiksteinchen betroffen und keine kompletten Ermittlungsunterlagen gelöscht worden, hieß es. Alle für die Ermittlungsverfahren relevanten Inhalte seien zuvor ausgewertet und aktenkundig gemacht worden.

Techniker bemerken Fehler

Der "BamS" zufolge wurde die Datenpanne im Februar von Technikern der Firma Syborg entdeckt, die die vertraulichen Daten im Auftrag der Polizei verwalte. Betroffen seien neben den Datensätzen am BKA-Standort Wiesbaden auch solche der Bundespolizei.

Nach Angaben eines beauftragten Wartungsunternehmens habe ein Softwarefehler dazu geführt, dass vom 14. Dezember 2011 bis zum 10. Februar 2012 am BKA-Standort Wiesbaden systematisch Daten aus TKÜ-Maßnahmen des BKA und der Bundespolizei unwiederbringlich gelöscht wurden. Die älteren Datensätze sollten von einem sogenannten Onlinespeicher in ein Langzeitarchiv ausgelagert werden.

Die Behörde lege Wert auf die Feststellung, dass die Panne nicht die Ermittlungen gegen Mitglieder und Unterstützer des rechtsextremistischen "Nationalsozialistischen Untergrundes" (NSU) betreffe.

Quelle: n-tv.de

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