Politik

Pakistan und Indien nähern sich an: Zardari trifft Singh

Rund 60 Jahre Jahre nach der Unabhängigkeit der beiden Atommächte Pakistan und Indien normalisieren sich die Beziehungen der Länder langsam. Große diplomatischen Fortschritte bringt aber auch der Besuch von Pakistans Präsident Zardari in Neu Delhi nicht.

Nach seinem Treffen mit Indiens Staatschef besuchte Pakistans Präsidenti Zardari das Grabmal eines Sufi-Gelehrten.
Nach seinem Treffen mit Indiens Staatschef besuchte Pakistans Präsidenti Zardari das Grabmal eines Sufi-Gelehrten.(Foto: REUTERS)

Die Widersacher Pakistan und Indien Indien und Pakistan reden wieder Als erster pakistanischer Staatschef seit sieben Jahren hat Asif Ali Zardari das Nachbarland besucht. Bei seiner als "privat" bezeichneten Reise mit hohem diplomatischen Symbolgehalt traf Zardari in Neu Delhi den indischen Regierungschef Manmohan Singh. Dabei sprachen die beiden Politiker unter anderem über die Lage in der Unruheregion Kaschmir und das Vorgehen gegen pakistanische Islamisten.

Zardari und Singh kamen zunächst zu einem rund 40-minütigen Gespräch und dann zu einem gemeinsamen Mittagessen zusammen. Zardari sprach bei einer anschließenden Pressekonferenz von "sehr produktiven" Gesprächen, bei denen "alle Themen angesprochen wurden, die möglich waren". Es sei das Ziel seines Landes, bessere Beziehungen zu Indien zu haben. Zudem lud er Singh zu einem Gegenbesuch nach Pakistan ein.

Singh sagte, er sei "sehr zufrieden" mit dem Verlauf der Gespräche. Er nehme die Einladung nach Pakistan an, Angaben zu einem Zeitpunkt machte er aber nicht. Es sei das gemeinsame Ziel beider Staaten, die Beziehungen zueinander zu normalisieren.

Indien und Pakistan führten schon drei Kriege

Beobachter erhofften sich von Zardaris Besuch eine leichte Verbesserung der angespannten Beziehungen der beiden Atommächte, die seit ihrer Unabhängigkeit 1947 drei Kriege gegeneinander geführt haben. Zuletzt erschütterten die Terror erschüttert Mumbai die Beziehungen der Länder schwer. Große Fortschritte in zentralen Streitpunkten waren aber nicht erwartet worden.

Der indische Politikexperte Brahma Chellaney bezeichnete die Indien-Reise Zardaris als "hauptsächlich symbolisches Ereignis". Mit Blick auf die dominierende Rolle der pakistanischen Armee in der Außenpolitik des Landes sagte Chellaney über Zardari, es könnten keine "bedeutsamen Gespräche mit jemandem geführt werden, der nichts zu sagen hat". Zuletzt hatte 2005 der damalige pakistanische Staatschef Pervez Musharraf Indien besucht.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen mit Singh flog Zardari in die rund 400 Kilometer südwestlich von Neu Delhi gelegene Stadt Ajmer. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen besuchte er dort das Grabmal eines in ganz Südasien verehrten Sufi-Gelehrten aus dem 12. Jahrhundert. Nach indischen Medienberichten versprach Zardari vor seiner Rückreise nach Pakistan dem Schrein ein Spende in Höhe von einer Million Dollar (763 000 Euro).

Der Sufismus ist eine in der Region weit verbreitete moderate Form des Islam, zu der die Verehrung von Heiligen, religiöse Gesänge und Meditation gehören. Gemeinsam mit seiner ermordeten Ehefrau Benazir Bhutto hatte Zardari den Schrein bereits 2005 besucht.

Quelle: n-tv.de

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