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Montag, 06. September 2010

Galgen, Rad, Scheiterhaufen: Sonderschau zeigt das Grauen

War das Mittelalter wirklich so grausam, wie es uns heute erscheint? Der Frage kann man sehr bald in Erfurt nachgehen: Skelettreste Hingerichteter, Gerichtsakten, Urteile und eine Auswahl von Richtstätten künden in der Schau "Galgen, Rad und Scheiterhaufen" von blutigem Gebaren früherer Zeiten.
Mittelalterliche Skelette in Erfurt in einem Parkhaus: Sie waren hier vor elf Jahren bei Bauarbeiten von Archäologen entdeckt worden.

Mittelalterliche Skelette in Erfurt in einem Parkhaus: Sie waren hier vor elf Jahren bei Bauarbeiten von Archäologen entdeckt worden.
(Foto: dpa)

Für die Folter verlangte der Scharfrichter einen festen Preis: "Einem Nasen und Ohren abzuschneiden" kostete fünf Thaler, "einen mit dem Schwert hinzurichten" brachte sieben Thaler und 30 Kreuzer ins Säckel. Der gruselige Leistungskatalog aus der Zeit um 1700 gibt Einblicke in eine Zeit, in der Todesstrafe und Verstümmeln im Namen der Obrigkeit an der Tagesordnung waren. Knochen, die Reste abgehackter Hände, Daumenschrauben, Stiche von mittelalterlichen Folterkellern, Galgen, furchterregende Beile und Schwerter künden in der Schau "Galgen, Rad und Scheiterhaufen – Einblicke in Orte des Grauens" von dem blutigen Gebaren.

Die Sonderausstellung beleuchtet das Thema Richtstätten aus archäologischer, anthropologischer, historischer und volkskundlicher Sicht. Sie wurde vom Neanderthal Museum in Mettmann (Nordrhein-Westfalen) übernommen und mit Thüringer Forschungsergebnissen und Objekten ergänzt.

Mittelalterliches Hochgericht

So sind mittelalterliche Skelette zu sehen, die vor elf Jahren in Erfurt in einem Parkhaus bei Bauarbeiten von Archäologen entdeckt worden waren. Laut wissenschaftlicher Untersuchung war an dem Ort im Mittelalter ein sogenanntes Hochgericht, an dem Todesurteile vollstreckt wurden. Ein Teil der Delinquenten wurde ertränkt, andere enthauptet oder gerädert.

Die Sonderausstellung"Galgen, Rad und Scheiterhaufen" wird am 12. September eröffnet und läuft bis zum 12. Dezember 2010.

abe/dpa

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