Donnerstag, 31. Juli 2008
"Saunawetter" in Peking: China hat Notfallplan
Die Olympia-Stadt Peking plant noch drastischere Maßnahmen gegen Smog, falls die Luftqualität nicht ausreichend sein sollte. Ein Notfallplan des Umweltministeriums, der heute veröffentlicht wurde, sieht vorübergehend zusätzliche und massive Beschränkungen für den Verkehr und die Industrieproduktion in Peking, der Nachbarmetropole Tianjin sowie der umliegenden Provinz Hebei vor. Die Maßnahmen treten dann in Kraft, wenn die Meteorologen jeweils für die nächsten zwei Tage vorhersagen, dass durch "extrem ungünstige Wetterbedingungen" die Luftverschmutzung stark zunehmen wird.
Bei solchem "Saunawetter" in Peking werden weitere 105 Fabriken für Möbel, Elektrogüter und Baumaterialien sowie Chemieanlagen geschlossen. Über die bisher schon geltende Halbierung der 3,3 Millionen Pekinger Autos hinaus, die nach Nummernschild heute nur an geraden und ungeraden Tagen fahren dürfen, sollen in der Hauptstadt zusätzlich Fahrzeuge von der Straße genommen werden. Die seit 20. Juli geltenden Beschränkungen für die Olympischen Spiele hatten bisher nur beschränkte Wirkung, was Besorgnis ausgelöst hatte. Besonders wenn Wind und Regen ausbleiben, sammeln sich die Schadstoffe in der von Hügeln umlagerten 17-Millionen-Metropole an.
Dutzende Kraftwerke müssen dichtmachen
Als Notfallmaßnahme sollen in der rund eine Autostunde entfernten Nachbarstadt Tianjin 56 mehr Kohlekraftwerke, Heizanlagen sowie chemische und andere Fabriken den Betrieb einstellen. Autos in Tianjin werden dann wie in Peking auch nur jeden zweiten Tag fahren dürfen, teilte das Umweltministerium mit. In den umliegenden Städten Zhangjiakou, Chengde, Shijiazhuang, Baoding, Langfang und Tangshan in der Provinz Hebei sollen ähnliche Maßnahmen ergriffen werden. Die zusätzlichen Beschränkungen sollen nur vorübergehend erlassen und wieder ausgesetzt werden, wenn die Vorhersage für die kommenden zwei Tage erwarten lässt, dass die Grenzwerte die nötigen Standards erfüllen.
Experten diskutieren sogar, ob notfalls 90 Prozent der Pekinger Autos von der Straße genommen werden sollen, doch sieht der jetzt vorliegende Notfallplan keine so weitgehenden Fahrverbote vor
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