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Dienstag, 08. April 2008

Nach Skandal um Gewichtheber: Doping-Razzia in Athen

Der Doping-Skandal im griechischen Gewichtheben schlägt immer höhere Wellen: Nachdem bei einer Dopingkontrolle 11 der 14 griechischen Nationalmannschafts-Athleten positiv getestet worden waren, durchsuchten Polizei und Staatsanwaltschaft nun die Büros des Gewichtheber-Verbandes, die Unterkünfte der Athleten im Vorort Agios Kosmas und eine Apotheke in Athen.

"Wir haben die Aktion durchgeführt, um zu sehen, ob irgendwelche Reste der zuletzt nachgewiesenen Substanzen übrig sind. Aber wir haben nichts gefunden und die Untersuchung geht weiter", sagte ein Polizeivertreter. Rund 30 Beamte waren im Einsatz.

Generalsekretär Vassilis Gerakaris vom Gewichtheber-Verband beteuerte, den Behörden sämtliche Dokumente zu den betreffenden Fällen übergeben zu haben: "Wir werden alles tun, um Licht in die Sache zu bringen."

Beim bislang größten Dopingfall in der Gewichtheber-Geschichte Griechenlands sind sechs Frauen und fünf Männer aus der Nationalmannschaft der Einnahme verbotener Substanzen überführt worden. Die Analyse der unangemeldeten Tests am 7. März hatte das Kölner Anti-Doping-Labor vorgenommen.

"Unsinnige" Erklärungen

Die griechische Presse hält den Ausschluss der heimischen Gewichtheber von den Olympischen Spielen in Peking weiterhin für unvermeidlich. Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht der Cheftrainer des Gewichtheber-Verbandes, Christos Iakovou, der bis zur Klärung der Affäre vom Dienst suspendiert worden ist. Iakovou erklärte, die Doping-Affäre sei auf einen Fehler eines chinesischen Pharma-Herstellers zurückzuführen. Der habe falsche Substanzen nach Athen geschickt. Die griechische Presse bezeichnete die Behauptung als Unsinn.

Die Dopingsünder sollen drei verbotene Substanzen, darunter das äußerst gefährliche Steroid Trenbonol (Methyltrienolon) eingenommen haben, das unter anderem schwere Leberschäden hervorrufen kann. Der griechische Kulturminister Michalis Liapis erklärte wiederholt, er werde dafür sorgen, dass alle Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

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