Sonntag, 19. August 2007
Rassismus-Vorwurf: Ermittlungen gegen BVB-Keeper
Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat wegen einer angeblichen rassistischen Beleidigung Ermittlungen gegen BVB-Torhüter Roman Weidenfeller eingeleitet. Der Dortmunder soll den Schalker-Stürmer Gerald Asamoah bei der 1:4-Derby-Niederlage als "schwarzes Schwein" beschimpft haben.
"Ja, es stimmt! Er hat schwarzes Schwein zu mir gesagt. Ich hätte so was nie von ihm gedacht", hatte Asamoah zunächst der "Bild am Sonntag" gesagt. Später bekräftigte er seinen Vorwurf gegenüber dem WDR-Fernsehen: "In einem solchen Spiel fallen immer Worte. Aber wenn man so etwas hört, ist man einfach nur enttäuscht. Das darf man nicht sagen. Weidenfeller hat sich noch während des Spiels bei mir entschuldigt. Er hat es bereut. Ich weiß aber nicht, warum er es nach dem Spiel nicht zugegeben hat. Er soll die Wahrheit sagen."
Watze verwundert
Der BVB-Keeper beteuerte hingegen mehrmals seine Unschuld: "Ich habe das definitiv nicht gesagt. Ansonsten sage ich dazu gar nichts mehr, weil zu viele Unwahrheiten im Umlauf sind." Gegenüber der "Bild am Sonntag" hatte der Torhüter zuvor erklärt: "Wer mich kennt, weiß, dass ich rassistische Äußerungen nie in den Mund nehmen würde. Das ist ganz bestimmt nicht mein Wort-Jargon. Ich gebe zu, dass äußerst deftige Worte gefallen sind. Aber Asamoah soll sich mal hinterfragen, was er mir alles an den Kopf geworfen hat."
Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zeigte sich verwundert über Asamoahs Beschuldigungen. "Mir ist der zeitliche Ablauf suspekt", sagte Watzke den "Ruhr Nachrichten": "Nach dem Spiel hätte Asamoah die Chance gehabt, über die angebliche rassistische Beleidigung zu sprechen. Da hat er gesagt, Vorfälle wie zwischen Weidenfeller und ihm seien nach einem Spiel vergessen. Und spät am Abend fällt ihm dann plötzlich ein, dass er doch beleidigt wurde."
Fußball-Bund wartet ab
Der DFB-Kontrollausschuss kündigte indes an, zunächst den offiziellen Bericht von Schiedsrichter Knut Kircher abzuwarten. Zudem wurden beide Profis zu Stellungnahmen aufgefordert.
DFB-Präsident Theo Zwanziger betonte, dass der Deutsche Fußball-Bund rassistische Vorfälle jeder Art verurteilt und konsequent bestraft. Zum konkreten Fall wollte sich Zwanziger nicht äußern. Zunächst müsse der Sachverhalt durch den Kontrollausschuss geklärt werden.
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