Eisschnelllauf-Weltcup

Fehlstart für Friesinger-Postma

07.11.2009 | 18:36 Uhr
Anni Friesinger-Postma schüttelt nur ungläubig den Kopf, auch Jenny Wolf kann nicht lächeln: Für die deutschen Sprintstars verläuft der Einstieg in die internationale Eisschnelllauf-Saison alles andere als optimal.
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Schlecht wie nie im Weltcup: Annie Friesinger-Postma fehlt die Form. (Foto: REUTERS)

Mit Platz 15 über 1000 m (1:17,84 Minuten) erzielte die 32-Jährige ihr bislang schlechtestes Weltcup-Ergebnis über 1000 m und verpasste beim Sieg der Kanadierin Christine Nesbitt (1:15,41) die vorzeitige Qualifikation für die Olympischen Winterspiele in Vancouver (12. bis 28. Februar). Monique Angermüller (1:16,84) hingegen löste mit Platz sieben das Olympia-Ticket.

Auch Sprint-Weltmeisterin Jenny Wolf musste einen Dämpfer hinnehmen. Die Lokalmatadorin musste sich über 500 in 38,04 Sekunden ihrer Dauer-Rivalin Wang Beixing (China) geschlagen geben, die in 37,85 knapp über Wolfs Bahnrekord (37,75) geblieben war.

"Ich kann keinen Druck aufbauen"

"Ich bin nicht topfit. Dass ich so weit hinten landen würde, hätte ich aber nicht gedacht", sagte Friesinger-Postma. Den Rückschlag führte sie auf Verletzungen zurück: "Ich habe zwei Problemzonen - das Knie und den Knöchel. Ich kann keinen Druck auf die Schlittschuhe aufbauen. Auf den Geraden kommt bei den Schwüngen einfach nichts raus."

Im vergangenen Jahr hatte sie sich einer Meniskus-Operation am rechten Knie unterziehen müssen. Zudem verletzte sie sich in diesem Sommer bei einem Sturz am Knöchel. Ihr schlechtestes Ergebnis über 1000 m bei einem Weltcup war zuvor ein sechster Platz im Januar in Kolomna.

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Solider Auftakt für Wolf

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Liefert sich Kriegsspielchen mit Wang: Jenny Wolf. (Foto: AP)

Auch Top-Sprinterin Wolf haderte mit ihrem Weltcup-Auftakt. "Das war eine solide Leistung, die aber noch ausbaufähig ist", sagte Wolf. Nach einem starken Start bekam die dreimalige 500-m-Weltmeisterin in der Innenkurve Probleme und verlor entscheidende Zeit auf die Siegerin. "Ich hoffe, dass es am Sonntag im zweiten Lauf über 500 m etwas besser läuft und ich den Spieß umdrehen kann", sagte Wolf.

Nach ihrer Einschätzung läuft in dieser Saison alles auf einen Zweikampf mit Wang in Vancouver hinaus. "Das ist schon etwas nervig", sagte die Top-Sprinterin. "Mittlerweile gibt es so kleine Kriegsspielchen zwischen uns. Zum Beispiel trainiert sie nie, wenn ich auf dem Eis bin", sagte Wolf. Andere Konkurrentinnen seien zurzeit noch nicht auszumachen, "auch wenn die Dritt- und Viertplatzierten ein wenig aufgeholt haben".

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Sven Kramer war der Sieg über 5000m sicher. (Foto: AP)

Äußerst zufrieden war Angermüller nach ihrem zwölften Platz über 500 m. "Platz sieben ist ein Traum. Ich kann meine Freudentränen nicht verbergen. Ich bin total happy", sagte die Berlinerin.

Bei den Männern lief Weltrekordler Sven Kramer über 5000 m einem sicheren Sieg entgegen. Der Niederländer siegte in 6:14,69 Minuten und verwies den Norweger Havard Bökko (6:17,17) und Landsmann Bob de Jong (6:19,22) auf die Plätze zwei und drei. Von den deutschen Läufern überzeugte der 19 Jahre alte Patrick Beckert, der in 6:32,50 seine persönliche Bestzeit um mehr als fünf Sekunden steigerte und auf Rang 15 lief. Marco Weber (München/6:31,77) kam als bester Deutscher auf Platz 13.

Verwendete Quellen: sid