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"Es ist ja noch nicht vorbei": Thomas Haas.
"Es ist ja noch nicht vorbei": Thomas Haas.(Foto: dpa)

Tennis-Erfolgsstory in Miami: Haas siegt wie im Rausch

Haas-Hype in Miami. Deutschlands bester Tennisspieler steht Thomas Haas beim Turrier in Südflorida im Halbfinale. Und längst der Liebling des Publikums. Seine couragierten Auftritte begeistern die Fans - und wecken Begehrlichkeiten beim fast 35-Jährigen.

Die sagenhafte Erfolgsstory von Thomas Haas beim ATP-Masters-Turnier in Miami geht weiter. Einen Tag nach seiner 6:2, 6:4-Lektion für den serbischen Branchenprimus Novak Djokovic ließ der gebürtige Hamburger auch dem Franzosen Gilles Simon keine Chance. In nur 64 Minuten düpierte der fast 35 Jahre alte Tennisprofi die Nummer elf der Setzliste mit 6:3, 6:1 und erreichte das Halbfinale.

"Es ist ja noch nicht vorbei. Ich hoffe, dass ich vielleicht sogar noch einen Schritt weiterkomme, das wäre ein Traum", sagte Haas. Für Simon wurde das Abendmatch auf dem Center Court indes zum Alptraum. Der gewohnt kampf- und laufstarke Rechtshänder hatte zuletzt 2008 gegen Haas gewonnen, diesmal wurde er vorgeführt. "Ich wusste, dass Tommy stark beginnen wird, aber ich konnte trotzdem einfach nichts machen. Wenn er so weiterspielt, kann er das Turnier gewinnen", sagte Simon über Haas, der am kommenden Mittwoch 35 Jahre alt wird.

Haas gewann 23 von 28 Punkten bei seinem ersten Aufschlag, nutzte im ersten Satz seinen einzigen Breakball zum vorentscheidenden 5:3 und spielte im zweiten Durchgang wie im Rausch. Entscheidend sei einmal mehr sein gutes Allround-Spiel gewesen, betonte Deutschlands Vorzeige-Tennisprofi. Zudem sei er nach dem Sieg gegen Djokovic mit viel Selbstvertrauen ins Match gegangen, resümierte Haas. Nach seinem Match gegen den serbischen Superstar hatte er noch eine Nachtschicht eingelegt, um die vielen Glückwunsch-SMS und E-Mails von Fans und Freunden zu beantworten. "Das war richtig harte Arbeit.". Auch auf den Social-Media-Seiten machte sich seine Gala gegen den Djoker bemerkbar. Während der 80 Spielminuten stieg der Twitter-Account von Haas um 1300 Follower an.

Keineswegs Außenseiter im Halbfinale

Der Wahl-Amerikaner bringt in den Tagen von Miami nicht nur die Gegner zur Verzweiflung, sondern auch den Statistikern reichlich Arbeit. Immer wieder müssen diese tief in der Tennis-Geschichte wühlen, um eine ähnliche Story zu finden wie die des Thomas Mario Haas aus dem März 2013. Zuletzt stand die ehemalige Nummer zwei der Weltrangliste 2006 in Paris-Bercy im Halbfinale eines ATP-Masters. In seinem jetzigen Alter war dies zuvor nur Andre Agassi gelungen, der 2005, wenige Tage vor seinem 35. Geburtstag, ebenfalls in Miami die Vorschlussrunde erreicht hatte und ein paar Monate später sogar beim Masters von Montreal noch im Finale gegen Rafael Nadal spielte.

Vor einem Jahr war Haas als Nummer 145 der Welt nach Key Biscayne gekommen und verließ die Palmeninsel unmittelbar vor dem South Beach von Miami mit einer Zweitrunden-Niederlage gegen Radek Stepanek aus Tschechien und starken Knieschmerzen. Jetzt gehört Haas zu den Top vier der mit 4,2 Millionen Dollar dotierten Veranstaltung.

In der gegenwärtigen Form geht er keineswegs als Außenseiter ins Halbfinale gegen David Ferrer am Freitag, auch wenn der Spanier beide bisherigen Duelle gewonnen hat und in diesem Jahr bei den Turnieren in Auckland sowie Buenos Aires triumphierte. "Er kommt an jeden Ball, ist immer in Bewegung", sagte Haas über den Weltranglisten-Fünften und betonte: "Es ist schon faszinierend, was er seit Jahren leistet." Für ihn selbst gilt das jedoch umso mehr.

Quelle: n-tv.de

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