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Bad Boys: Das DHB-Team feiert bei der Handball-EM den Finaleinzug.
Bad Boys: Das DHB-Team feiert bei der Handball-EM den Finaleinzug.(Foto: REUTERS)

Norwegen legt Protest ein: Handballer ziehen ins EM-Finale ein

Der Siegeszug der jungen deutschen Handball-Mannschaft ist noch nicht vorbei. In einem ungemein spannenden Halbfinale ringt das Team Norwegen erst in der Verlängerung nieder. Nun ist es noch ein Schritt zum Triumph.

Erst jubelten die neuen deutschen Handball-Helden völlig ungezügelt, dann mussten sie doch noch um ihren EM-Coup zittern. Kurz nach dem Halbfinal-Sieg der DHB-Auswahl bei der Europameisterschaft in Polen legte Norwegen am Abend in Krakau Protest ein. Beim 34:33 (27:27, 14:13) nach Verlängerung sollen in den letzten fünf Sekunden zwei deutsche Spieler mit gelben Hemden und damit zwei Torhüter auf dem Parkett gewesen sein.

Erst an diesem Samstag wollte die Europäische Handball-Föderation (EHF) über den Fall verhandeln und bis 12.00 Uhr eine Entscheidung fällen. "Wir sehen der Verhandlung gelassen entgegen und freuen uns auf das Finale", sagte Delegationsleiter Bob Hanning.

Rund 90 Minuten zuvor hatte sich der sonst so kühle Bundestrainer Dagur Sigurdsson in die Arme von Teammanager Oliver Roggisch gestürzt, die Spieler waren glückstrunken durch die Halle gehüpft. Nur Sekunden vor Schluss hatte Nachrücker Kai Häfner den WM-Siebten mit seinem fünften Treffer ins EM-Finale geworfen. Damit ist die DHB-Auswahl nur noch einen Sieg vom ersten Titel seit dem WM-Triumph 2007 entfernt. Schon jetzt ist die direkte Qualifikation für die WM 2017 in Frankreich perfekt, beim Titelgewinn wäre auch das Olympia-Ticket für Rio gelöst.

"Jedes Tor ein Kampf"

"Das war ein Krimi, Wahnsinn, alles auf einmal", sagte der sichtlich erschöpfte Sigurdsson im ZDF. "Jedes Tor war ein Kampf, um jeden Ball wurde gekämpft." Auch der entscheidende Mann Häfner war überglücklich. "Ich habe schon vorher gesagt, wenn die Mannschaft mich braucht, werde ich alles geben und dann schauen, was rauskommt", sagte der erst während der EM wegen Verletzungen ins Team gerückte Rückraumspieler, dem der Bundestrainer eine "große Leistung" bescheinigte.

"Wir haben ein tolles Team", befand Torwart Andreas Wolff und versprach mit Blick auf das Endspiel am Sonntag: "Wir gewinnen auf jeden Fall." Bester Werfer war Tobias Reichmann, der sieben seiner zehn Treffer vom Siebenmeterpunkt erzielte. "einfach nur sensationell. Wir sind einfach eine geile Truppe", versicherte der zweite Keeper Carsten Lichtlein.

Im Finale der EM in Polen spielt das deutsche Team gegen Spanien. Der WM-Vierte gewann in Krakau sein Halbfinale gegen Kroatien mit 33:29 (18:14). Im zweiten Halbfinale standen sich anschließend Spanien und Kroatien gegenüber. Zuvor hatte Gastgeber Polen im letzten Spiel des Deutschen Michael Biegler als Nationaltrainer Polens in Breslau das Spiel um Platz sieben mit 26:24 (12:12) gegen Schweden gewonnen.

Norweger sind nicht abzuschütteln

Im ersten Halbfinale der neuformierten deutschen Mannschaft, die mit einem Altersschnitt von 24,6 Jahren eher wie einer verstärkte Junioren-Auswahl die EM bestritt, blieb sie ihrer Linie treu. Vor allem der coole Siebenmeter-Schütze Reichmann und der erneut starke Keeper Wolff hielten die Norweger in Schach.

Dank einer Zwei-Mann-Überzahl konnte sich der WM-Siebte zur Mitte der ersten Hälfte bis auf 9:5 absetzen. Die Norweger bewiesen aber, dass sie nicht umsonst erstmals in der Geschichte ihres Verbandes im Halbfinale standen. Nervenstark hielten sie Anschluss. Allerdings verpasste es die DHB-Sieben auch durch einige leichtfertig vergebene Chancen, den klaren Vorsprung zu wahren. 14:13 hieß es zur Pause.

In Hälfte zwei machte sich die DHB-Auswahl das Leben weiter durch leichte Ballverluste schwer. So konnten die Norweger sogar in Unterzahl mit 17:16 in Führung gehen. In dieser Phase wirkte die Sigurdsson-Schützlinge plötzlich gehemmt in ihren Aktionen und taten sich schwer im Angriff. Beim Stand von 17:19 drohte der deutschen Mannschaft die Partie kurz zu entgleiten. 

Aber auch die Norweger konnten lange nicht an ihre bemerkenswerten Leistungen der vergangenen Tage anknüpfen und verpassten es, sich entscheidend abzusetzen. Sogar eine 27:25-Führung genügte nicht, Rune Dahmke rettete die deutsche Mannschaft mit einem Treffer acht Sekunden vor Schluss in die Verlängerung.  Dort zeigte das DHB-Team dann erneut seine Willensstärke, erkämpfte sich die Führung und gab diesen Vorteil nicht mehr her. Häfner machte mit seinem Treffer in allerletzter Minute alles klar.

Quelle: n-tv.de

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