Donnerstag, 26. Juli 2007
Startrecht für Pistorius?: IAAF gibt Studie in Auftrag
Biomechanik-Professor Peter Bruggemann aus Köln soll mit einer Studie klären, ob der beinamputierte Südafrikaner Oscar Pistorius bei offiziellen Leichtathletik-Wettbewerben an den Start gehen kann. Die Expertise ist vom Weltverband IAAF in Auftrag gegeben worden und soll klären, inwieweit Prothesen technische Hilfsmittel sind, mit denen ein unerlaubter Wettkampf-Vorteil erzielt werden könnte.
Pistorius war mit IAAF-Erlaubnis bei Meetings für Nicht-Behinderte in Sheffield und Rom angetreten. Er fordert ein Startrecht bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen.
Olympia kommt wohl zu früh
"Ich arbeite gerne mit der IAAF bei dieser Untersuchung zusammen", begrüßte der an beiden Beinen amputierte Sprinter die Initiative, "und wir werden ein faires und fundiertes Ergebnis erzielen." Dass der 20 Jahre alte Paralympics-Sieger über 200 Meter sich nun Hoffnungen machen kann, schon bei den Sommerspielen 2008 in Peking - dort will er in der 4 x 400-Meter-Staffel seines Landes mitlaufen - dabei zu sein, scheint verfrüht.
Denn mit der Studie werde man frühestens im Oktober beginnen können, teilte die IAAF mit. Der Weltverband hatte bereits am 13. Juli beim Golden-League-Meeting in Rom Videoaufzeichnungen von Pistorius' Lauf veranlasst. In der italienischen Hauptstadt war er in 46,90 Sekunden Zweiter geworden.
Glückwünsche und Bedenken
"Ich bin ein großer Bewunderer der Paralympics-Bewegung und ich gratuliere Oscar zu allem, was er bisher erreicht hat", sagte IAAF- Präsident Lamine Diack. Pistorius habe seine 400-Meter-Zeit soweit verbessert, dass er in der Lage sei, an den Wettkämpfen der Nicht-Behinderten teilzunehmen.
"Wir können aber keine technischen Hilfsmittel erlauben, die zu einem unfairen Vorteil gegenüber anderen Athleten führen", betonte der Senegalese. Pistorius hofft natürlich, schon 2008 als erster Behinderter bei den Sommerspielen dabei sein zu können, er wäre aber auch nicht gram, wenn es bis dahin noch nicht gelingen sollte: "Wenn es 2008 nicht klappt, dann eben 2012."
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