
Trauriges Ende einer tollen Tennis-Woche: Nach der Final-Aufgabe seines Davis-Cup-Kollegen Philipp Petzschner konnte sich Philipp Kohlschreiber nicht so recht über seinen dritten ATP-Titel freuen. "Ich habe ein Turnier gewonnen, aber es fühlt sich nicht gut an", sagte Kohlschreiber nach dem Abbruch-Sieg im ersten deutschen Herren-Finale seit mehr als sieben Jahren. "Mit so einem Ende hat das einen faden Beigeschmack."
Beim Stand von 7:6 (7:5), 2:0 für Kohlschreiber schlich Petzschner beim Rasenturnier in Halle geknickt zum Netz, um seinem Namensvetter zu gratulieren. Anschließend vergrub er den Kopf unter einem blauen Handtuch und versuchte, das bittere Ende der Partie zu verarbeiten. Beim Stand von 5:5 habe er erstmals Rückenbeschwerden gehabt, berichtete Petzschner. "Ich glaube, dass es etwas Muskuläres ist."
In der übernächsten Woche beim Rasen-Höhepunkt in Wimbledon will der Bayreuther aber unbedingt wieder dabei sein, um seinen Doppeltitel zu verteidigen. "Ich mache mir keine Sorgen um Wimbledon", betonte der Weltranglisten-71., der Kohlschreiber fair lobte: "Das soll die Leistung von Philipp nicht schmälern. Er hat ein Riesenturnier gespielt."
Der stemmte als fünfter deutscher Profi die Trophäe bei den Gerry Weber Open in die Höhe. Den Anfang hatte Michael Stich 1994 gemacht. Ihm folgten David Prinosil (1999), Kiefer (2000) und Haas (2009). Seine vorherigen Einzel-Titel hatte Kohlschreiber 2007 in München und 2008 in Auckland gefeiert, Petzschner war bislang nur 2008 in Wien erfolgreich gewesen.


