Semenya kein Einzelfall in der Geschichte

Mann, Frau - oder Zwitter?

11.09.2009 | 15:10 Uhr
Die südafrikanische 800-Meter-Weltmeisterin Caster Semenya ist internationalen Medienberichten zufolge ein Zwitter. Ihr Fall ist aber kein einzelner: In der Sportgeschichte tauchten wiederholt Fälle auf, bei denen es Zweifel am Geschlecht von Sportlern gab.
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Zuletzt musste die indische Sportlerin Santhi Soundarajan ihre Silbermedaille wieder abgeben: Von der Chromosomen-Konstellation her ist sie männlich. (Foto: REUTERS)

Die südafrikanische 800-Meter-Weltmeisterin Caster Semenya ist internationalen Medienberichten zufolge ein Zwitter. Ein Geschlechtstest soll bewiesen haben, dass die 18-Jährige ein dreifach höheres Testosteron-Niveau als bei Frauen üblich habe. Zudem soll sie den Berichten zufolge innenliegende Hoden statt Eierstöcken und keine Gebärmutter haben. In der Sportgeschichte tauchten wiederholt Fälle auf, bei denen es Zweifel am Geschlecht von Sportlern gab.

Stella Walsh

Die Amerikanerin Stella Walsh, als Polin geboren, holte bei den Olympischen Spielen über 100 Meter 1932 in Los Angeles Gold und vier Jahre später in Berlin Silber. Als sie 1980 bei einem Überfall erschossen wurde, stellte sich heraus, dass Walsh männliche Geschlechtsorgane sowie weibliche und männliche Chromosomen hatte.

Tamara und Irina Press

Die Schwestern Tamara und Irina Press aus der Sowjetunion sorgten bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio mit ihren Leistungen im Kugelstoßen und Diskuswerfen für Aufsehen. Als zwei Jahre später Geschlechtskontrollen eingeführt wurden, waren beide von der Bildfläche verschwunden. Spekuliert wurde, dass beide sowohl weibliche als auch männliche Geschlechtsmerkmale haben. Sie wurden oft als "Press Brothers" tituliert.

Eva Klobukowska

Die internationale Laufbahn der Polin Eva Klobukowska wurde jäh beendet, als sie beim Finale des Europacups im September 1967 in Kiew nicht starten durfte. Die Staffel-Olympiasiegerin von 1964 fiel bei einem Geschlechts-Test durch.

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Erika Schinegger

Als Erika Schinegger holte sie 1966 in Chile den Weltmeisterschaftstitel im Abfahrtslauf der Damen. Vor den Olympischen Spielen 1968 wurde entdeckt, dass die Rennläuferin männliche Hormone hat. Schinegger ließ sich zum Mann operieren und nahm den Vornamen Erik an. Die Goldmedaille wurde ihm danach aberkannt.

Santhi Soundarajan

Die indische Leichtathletin musste bei den Asienspielen 2006 in Doha ihre 800-Meter- Silbermedaille wieder abgeben. Santhi Soundarajan sah zwar aus wie eine Frau. Bei einem Geschlechts-Test hatte sich aber herausgestellt, dass sie von der Chromosomen-Konstellation her männlich ist.

Verwendete Quellen: dpa