Mittwoch, 02. Mai 2007
Nach Niederlage in Liverpool: Mourinho von Gerrard verhöhnt
Nachdem sich Jose Maunel Reina gemeinsam mit Dirk Kuyt in die lange Liste der Fußball-Helden des FC Liverpool eingetragen hatte und Jose Mourinho nur noch seine Fabeln vom "eigentlich besseren" FC Chelsea geblieben waren, hatte Steven Gerrard noch ein verbales Präsent für den Teammanager der Londoner parat. "Er hat gesagt, dass wir nur ein kleiner Klub sind. Darüber haben wir sehr gelacht. Das zweite Finale binnen drei Spielzeiten ist für einen kleinen Klub gar nicht so schlecht", verhöhnte der Liverpooler Kapitän den Portugiesen im Anschluss an den Erfolg der Reds im Elfmeterschießen des Champions-League-Halbfinals.
Mourinho, dessen Schützlinge Arjen Robben und Geremi vom Elfmeterpunkt an Liverpools Torwart Reina scheiterten, bevor der Niederländer Kuyt mit seinem Treffer den Triumph des englischen Rekordmeisters perfekt machte, muss den Hohn in England aber wohl nicht mehr allzu lange ertragen. Das Aus gegen den fünfmaligen Cup-Gewinner aus Liverpool, an dem die Blues schon vor zwei Jahren in der Vorschlussrunde gescheitert waren, hat die Spekulationen über einen Abschied des Portugiesen zum Saisonende in den englischen Medien angeheizt.
Mourinhos Rausschmiss jederzeit möglich
Nahezu alle Zeitungen berichten über das offenbar bevorstehende Ende der Amtszeit des Trainers, dem eine Schaffenspause wohl auch gut tun würde. Jedenfalls weisen die Aussagen Mourinhos nach der von Liverpool klar beherrschten Partie darauf hin, dass der zuletzt stark kritisierte 44-Jährige, dessen Starensemble um den derzeit verletzten deutschen Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack in der Premier League fünf Punkte hinter Manchester United liegt, den Bezug zur Realiät zu verlieren scheint.
"Wir haben die ganze Zeit auf Sieg gespielt, wir haben alles versucht. Das Team in blau war enthusiastisch. Chelsea war schon im Hinspiel besser und Chelsea war im Rückspiel besser. Wir hätten das Finale verdient gehabt", analysierte Mourinho die Begegnung und hatte sich damit eine ziemlich exklusive Ansicht gesichert.
"Mit individueller Klasse durchgemogelt"
Die deutschen Experten sahen das Spiel, in dem der Däne Daniel Agger in der 22. Minute das 0:1 aus dem Hinspiel egalisiert hatte, jedenfalls völlig anders. "Der FC Liverpool ist verdient weiter", sagte Franz Beckenbauer. Auch der Ex-Liverpooler Dietmar Hamann ließ kein gutes Haar an der Mourinho-Truppe: "Chelsea hat das ganze Jahr nicht gut gespielt. Sie haben sich bislang mit ihrer individuellen Klasse durchgemogelt."
Mit den Problemen der Londoner wollten sich die Liverpooler, die am 23. Mai in Athen ihren bisher letzten Triumph aus dem Jahr 2005 wiederholen wollen, nicht beschäftigen. "Hat Mourinho das wirklich gesagt? Auch egal. Wir reden nicht viel, sondern freuen uns auf das Finale", meinte der spanische Teammanager Rafael Benitez und konterte wie schon in den vergangenen Wochen souverän die Ausführungen seines Gegenübers.
Hubschrauberabsturz
Überschattet wurde das Spiel von einem Hubschrauber-Absturz, bei dem offenbar Chelseas Ehren-Vizepräsident Philip Carter und drei weitere Insassen getötet worden sind. Allerdings hat die Polizei die Namen der Opfer noch nicht offiziell bekannt gegeben. Der Helikopter mit dem Multimillionär an Bord war nach dem Spiel vom Liverpooler John Lennon Airport gestartet und kurz darauf vom Radar verschwunden.
Nach einer fieberhaften Suche hat die Polizei das Wrack des Hubschraubers in einem Waldstück gefunden. Das Ziel des Flugs war die Stadt Peterborough, die rund 150 Kilomter nördlich von London liegt. Carter war einer von acht Ehren-Vizepräsidenten des Klubs, die aber alle keine offizielle Funktion im Verein haben.
Von Alex Griffiths, sid
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