Frankreich kann kommen

Lipowitz brilliert bei Königsetappe der Tour-Generalprobe

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Zwei Wochen vor Start der Tour de France ist Florian Lipowitz in bestechender Form. (Foto: picture alliance / Roth / SCA)
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20.06.2026 | 17:08 Uhr
Florian Lipowitz geht mit großen Ambitionen in die diesjährige Tour de France. Die Form des Deutschen ist exzellent. Bei der Generalprobe in Slowenien gewinnt er die Königsetappe.

Florian Lipowitz hat die Königsetappe der Slowenien-Rundfahrt gewonnen und sich genau zwei Wochen vor dem Beginn der Tour de France in starker Form präsentiert. Der 25 Jahre alte Ulmer vom Team Red Bull-Bora-hansgrohe setzte sich am Samstag nach anspruchsvollen 184,7 km zwischen Kranj und der Wintersport-Hochburg Kransjka Gora durch und übernahm vor dem Schlusstag auch die Gesamtführung, die er mit nur vier Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkollegen Giulio Pellizzari anführt.

Die Königsetappe der Slowenien-Rundfahrt gewann der Tour-Dritte des Vorjahres im Finale einer Zweiergruppe gegen den Italiener Pellizzari. Am letzten Anstieg des Tages zum 1611 Meter hohen Vrsic-Pass hatte sich Lipowitz von Pellizzari abgesetzt, der in der Abfahrt zum Ziel aber wieder aufschloss. Letztlich feierte Deutschlands bester Rundfahrer aber seinen erst vierten Sieg als Profi. Zuvor hatte er 2023 eine Etappe und die Gesamtwertung der Czech Tour sowie 2024 die Sibiu Tour gewonnen. Ein Sieg auf World-Tour-Level fehlt Lipowitz noch.

"Ich bin sehr glücklich, wieder einmal gewonnen zu haben nach fast zwei Jahren", sagte Lipowitz im Sieger-Interview. "Die Etappe morgen wird noch einmal kitzlig." Die letzte Etappe der Slowenien-Rundfahrt führt am Sonntag über mittelschwere 169,4 km von Litija nach Novo Mesto. Lipowitz nimmt vier Sekunden Vorsprung auf Pellizzari mit.

Kann Lipowitz Pogacars Fünf verhindern?

Lipowitz hatte die kleine Rundfahrt in Slowenien als Härtetest für die am 4. Juli in Barcelona beginnende Tour de France gewählt. Neben Red Bull ist in Bahrain Victorious nur ein weiteres World-Tour-Team am Start. Topstar Tadej Pogacar, der mit zwei Siegen zu den Rekordgewinnern der Slowenien-Rundfahrt gehört, fehlt diesmal bei seinem Heimrennen und bestreitet parallel die Tour de Suisse.

Der Superstar peilt bei der Tour de France seinen fünften Gesamtsieg an, mit er mit den Rekordsiegern Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Indurain gleichziehen würde. Neben Dauerrivale Jonas Vingegaard, der jüngst den Giro d'Italia gewann, gehört Lipowitz zu den schärfsten Kontrahenten Pogacars. Mit Spannung erwartet wird zudem das Tour-Debüt des 19-jährigen französische Supertalents Paul Seixas.

Pogacar bei Tour de Suisse eine Klasse für sich

Pogacar indes präsentiert sich bei der Tour de Suisse in bestechender Form und steht kurz davor, die Rundfahrt zu gewinnen. Der Weltmeister vom Team UAE Emirates-XRG entschied das Einzelzeitfahren der vierten Etappe für sich, in einem Hundertstel-Krimi um den Sieg setzte sich der Slowene gegen seinen Klassikerrivalen Mathieu van der Poel durch.

Für die 23,7 überwiegend flachen Kilometer in Aarburg benötigte Pogacar 26:37,99 Minuten, nach dem Solo-Erfolg zum Auftakt feierte er seinen zweiten Tagessieg. Der Niederländer van der Poel (Alpecin-Premier Tech) kam nur 31 Hundertstelsekunden dahinter auf Rang zwei. Dritter wurde der ehemalige Zeitfahr-Weltmeister Tobias Foss (+0:06 Minuten/Netcompany Ineos) aus Norwegen. Nils Politt, wichtiger Helfer von Pogacar, kam als bester Deutscher auf Rang 14 (+0:43).

Pogacar, der seine Generalprobe für die Frankreich-Rundfahrt (4. bis 26. Juli) bestreitet, überholte gar seinen vor ihm gestarteten Verfolger Richard Carapaz (EF Education-EasyPost) und baute seine Führung in der Gesamtwertung um rund anderthalb Minuten aus. Vor der letzten Etappe am Sonntag liegt der 27-Jährige 4:22 Minuten vor Tokio-Olympiasieger Carapaz aus Ecuador. Mit dem Erfolg in der Schweiz würde Pogacar eine weitere Lücke in seiner Titelsammlung schließen.

Verwendete Quellen: ntv.de, mar/sid