
Auf der Zielgeraden einer langen Saison spürt Maria Riesch plötzlich den heißen Atem Lindsey Vonns im Nacken. Sechs Rennen sind im alpinen Ski-Weltcup noch zu absolvieren, doch unter der Sonne im italienischen Tarvisio schmolz der Vorsprung der deutschen Doppel-Olympiasiegerin auf die Rivalin von 196 auf 96 Zähler zusammen. Drei Kristallkugeln räumte die Amerikanerin am Wochenende ab - nacheinander gewann sie die Disziplin-Wertungen in der Super-Kombi, in der Abfahrt und nun im Super-G.
Maria Riesch, die von Freitag bis Sonntag die Plätze drei, sechs und drei belegte, gibt sich vor dem Endspurt gelassen: "Dass ich Punkte verliere an diesem Wochenende, habe ich schon einkalkuliert. Jetzt kommen aber noch zwei Speed-Rennen und vier technische Wettbewerbe, und deswegen lasse ich mich nicht aus der Ruhe bringen." In der Tat geht es am kommenden Wochenende zu einem Riesenslalom und einem Slalom ins tschechische Spindlermühle, danach sind beim Weltcup-Finale in Lenzerheide vom 16. bis 20. März Abfahrt, Super-G Slalom und Riesenslalom zu fahren. Vorteil Riesch im Kampf um die große Kugel.
"Ich bin wieder näher dran"
Aber: Zweite, Zweite und am heutigen Sonntag im Super-G zum achten Mal in diesem Winter Erste - Lindsey Vonn ist mit Rückenwind auf die Zielgerade eingebogen. " Drei Rennen, drei Kugeln, es könnte nicht besser sein", sagte die Titelverteidigerin im Gesamtweltcup. Mittlerweile hat sie neun kleine Kristallkugeln gewonnen, und den Zweikampf um ihre vierte große nacheinander will sie nicht aufgeben: "Ich bin wieder näher dran." Eine Chance hat sie aber vor allem dann, wenn Maria Riesch nachhaltig patzt.
Am heutigen Sonntag war es schon beinahe so weit: Im Super-G, den sie erst mit der Startnummer 22 aufnahm und damit etwa zehn Minuten nach Lindsey Vonn, wäre die Deutsche beinahe nicht ins Ziel gekommen, deshalb war sie mit Rang drei hinter Vonn und Julia Mancuso USA "auf keinen Fall unzufrieden. Ich hatte Glück, ich hätte ja auch stürzen können", sagte Maria Riesch.


