Mittwoch, 04. März 2009
Zu spät zum Doping-Test: Rummenigge fordert Milde
Karl-Heinz Rummenigge macht sich für Milde im Fall der Hoffenheimer Fußballer Andreas Ibertsberger und Christoph Janker stark. Der "Sport Bild" sagte der Vorstandschef des FC Bayern München: "Ob die Spieler nun um 17.48 oder um 17.38 Uhr in der Doping-Kabine antreten, ist völlig egal. Wichtig allein ist das Ergebnis: Und das war negativ. Das ist doch am Ende das Entscheidende."
Für die Doping-Kontrolleure ist jedoch entscheidend, dass in den fraglichen zehn Minuten eine Manipulation des abzugebenden Urins möglich gewesen wäre. "Man versteckt beispielsweise ein kleines Fläschchen mit Fremd-Urin im Genitalbereich. Den Inhalt lässt man anstatt des eigenen Urins in das Probenfläschchen laufen", erklärte Dopinganalytiker Wilhelm Schänzer in der Wochenzeitung "Die Zeit".
"Die Kontrollen sind alles andere als zu lasch."
Rummenigge kann die Diskussionen um die verspätet abgegebenen Dopingkontrollen von Ibertsberger und Janker dennoch nicht nachvollziehen. Auch die Vorwürfe in Richtung der Bundesligisten und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), die Kontrollen seien nicht ernsthaft genug, stoßen bei Rummenigge auf Unverständnis: "Die Kontrollen sind alles andere als zu lasch, im Gegenteil: Vor einem Jahr erst ist die Anzahl der Kontrollen in der Bundesliga verdoppelt worden. Ich finde es langsam absurd, wie diese Kontrollen interpretiert werden."
Kritik äußerte Rummenigge zudem an dem seit 1. Januar 2009 geltenden Anti-Doping-Meldesystem der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Die neuen Regularien besagen, dass die Fußballer wie alle anderen Topsportler für die jeweils kommenden 90 Tage fortlaufend ihren Aufenthaltsort bei der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) melden müssen, um für mögliche Kontrollen erreichbar zu sein.
"Michael Ballack hat es doch kürzlich auf den Punkt gebracht. Ein Fußball-Profi muss inzwischen schon Wochen und Monate im Voraus sein Privatleben offenlegen, wann und wo das ist. Ich finde das einfach nur lächerlich", sagte Rummenigge. Ballack hatte zuletzt moniert, dass er auch an freien Tagen seinen Aufenthaltsort bekannt geben müsse und dies einen massiven Eingriff in sein Privatleben darstelle.
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