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Jubel in Hamburg: Der HSV kann sich im Tabellekeller etwas Luft verschaffen.
Jubel in Hamburg: Der HSV kann sich im Tabellekeller etwas Luft verschaffen.(Foto: picture alliance / dpa)
Sonntag, 23. November 2014

Nordderby als Kellerduell: Skripnik ist besiegbar

Mit nur vier erzeilten Toren geht der HSV ins 101. Nordderby gegen Werden Bremen. Dort hat der neue Trainer die abstiegsgefährdete Mannschaft zuletzt zu drei Siegen in drei Pflichtspielen geführt. Doch jede Serie endet einmal - vor allem, wenn man nachhilft.

Fußball-Bundesligist Hamburger SV hat dank Joker Artjoms Rudnevs im 101. Nordderby gegen den Erzrivalen Werder Bremen einen Befreiungsschlag gelandet. Rudnevs traf mit seinem ersten Saisontor in der 84. Minute beim glücklichen 2:0 (0:0)-Erfolg in einer niveauarmen Begegnung zur Führung und verwandelte die Hamburger Arena damit in ein Tollhaus. Ein Eigentor von Werder-Schlussmann Raphael Wolf (90.+3) sorgte für die Entscheidung.

Zwei Tore in einer Partie waren dem Bundesliga-Dino an den ersten elf Spieltagen der Saison nicht gelungen. Durch den dritten Saisonsieg verließ der HSV die Abstiegsplätze, während Bremen unter Trainer Viktor Skripnik im vierten Pflichtspiel die erste Niederlage kassierte. Werder fiel damit wieder auf einen Abstiegsplatz zurück und hat zwei Zähler weniger als der HSV auf dem Konto. Neben dem Spiel verloren die Bremer auch Kapitän Clemens Fritz mit Gelb-Rot wegen wiederholten Foulspiels (89.).

"Der Sieg ist außerordentlich wichtig für uns", sagte ein erleichterter Sportdirektor Peter Knäbel bei Sky, während die Stimmungslage bei Bremens Zlatko Junuzovic natürlich völlig anders war: "Es herrscht Enttäuschung pur. Diese Niederlage ist sehr bitter. Mit einem Punkt wären wir im Soll gewesen. So ein billiges Tor zum 0:1 dürfen wir nicht bekommen."

Viele Zweikämpfe, wenig Zwingendes

Nichts zu holen in Hamburg - und dem HSV zudem das Toreschießen leichtgemacht: Es bleibt trüb für Werder.
Nichts zu holen in Hamburg - und dem HSV zudem das Toreschießen leichtgemacht: Es bleibt trüb für Werder.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Gastgeber, bei den Nachwuchshoffnung Mohamed Gouaida überraschend eine Chance von Beginn an bekam, starteten druckvoll. Werder fehlte hingegen mit Top-Torjäger Franco Di Santo (Außenbandverletzung im rechten Knie) eine wichtige Anspielstation in der Spitze.

Die ersten Gelegenheiten hatte der HSV vor 57.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena. Valon Behrami (9.) und der frech aufspielende Gouaida (11.) vergaben aber die frühe Führung für die Gastgeber. Die Bremer agierten aus einer stabilen Defensive und kämpften sich nach rund 20 Minuten besser ins Spiel. Junuzovic scheiterte bei der besten Bremer Gelegenheit im ersten Durchgang aber an Torhüter Jaroslav Drobny (28.).

In der von vielen Zweikämpfen geprägten Begegnung besaß der HSV auch weiterhin ein kleines Übergewicht, den Aktionen mangelte es allerdings oft an der notwendigen Präzision.

Beiden Mannschaften merkte man auch nach der Pause an, dass viel auf dem Spiel steht. Der Einsatz stimmte auf beiden Seiten, fußballerische Höhepunkte blieben trotzdem Mangelware. Der HSV war der Führung aber weiterhin etwas näher. Nach Flanke von Matthias Ostrzolek verpasste Nicolai Müller nur knapp (52.).

Wolf legt sich Ball ins Tor

Auch in der Folge sah Trainer Joe Zinnbauer wenig erfreuliche Szenen seiner Offensive, die sich schwer tat, Lücken in der Werder-Abwehr zu finden. Daran änderte zunächst auch die Einwechslung von Rudnevs als zweite Spitze neben dem erneut unauffälligen Torjäger Pierre-Michel Lasogga nichts.

Fast wäre der HSV sogar in Rückstand geraten, doch Drobny parierte bei einem Freistoß von Junuzovic stark (66.). Insgesamt waren die Bremer aber weiterhin darauf bedacht, kompakt zu stehen. Offensiv scheuten sie das letzte Risiko, während die Aktionen der Hamburger immer hektischer und ideenloser wurden. Drobny zeigte sich aber weiter hellwach und verhinderte bei einem Kopfball von Santiago Garcia nach 79 Minuten das 0:1. Dann drückte Rudnevs den Ball nach einem weiten Einwurf von Ashton-Phillip Götz aus kurzer Distanz über die Linie. Wenige Sekunden vor dem Ende fiel dann der zweite Hamburger Treffer. Nach einem Konter traf der eingewechselte Tolgay Arslan vor dem leeren Tor zwar nur den Pfosten, doch den Abpraller lenkte Wolf ins eigene Tor.

Quelle: n-tv.de

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