Luft in Peking "schon besser"

Wind weht Smog weg

29.07.2008 | 10:48 Uhr
Aufatmen in Peking: Wind und Regen sollen nach Angaben der Meteorologen in den nächsten Tagen den dichten Smog über der Olympiastadt vertreiben.

Aufatmen in Peking: Wind und Regen sollen nach Angaben der Meteorologen in den nächsten Tagen den dichten Smog über der Olympiastadt vertreiben. Während heute erstmals wieder eine Brise über der 17-Millionen-Metropole wehte und ein wenig Regen tröpfelte, sagte der Vizedirektor des Umweltamtes, Du Shaozhong, vor der Presse in Peking: "Sie können schon fühlen, dass es besser als gestern ist." Der Index für die Schadstoffe, der trotz der massiven Fahrverbote seit vergangenem Donnerstag nur Smog-Tage angezeigt hatte, sei mit dem Wind erstmals unter den Grenzwert von 100 Punkten gefallen.

Das Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Kevin Gosper, zeigte sich auch nicht besorgt über die Luftverhältnisse und das feucht-heiße Sommerklima in Peking. Die meisten Wettkämpfe fänden ohnehin in klimatisierten Hallen statt. Viele Athleten, die im Freien antreten müssten, seien außerdem Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit gewohnt. IOC-Präsident Jacques Rogge hatte allerdings im Frühjahr gewarnt, dass Wettkämpfe in Ausdauersportarten im Freien bei schlimmer Luftverschmutzung notfalls verschoben werden müssten.

Regen soll reinigen

Das Pekinger Wetteramt sagte für die Woche vor Beginn der Olympischen Spiele, die am 8. August eröffnet werden, besonders häufige Regenfälle vorher. Möglicherweise an fünf der sieben Tage könne es regnen, was die Luft noch weiter reinigen dürfte.

Die gute Nachricht für Sportler und Organisatoren lässt Chinas Starregisseur Zhang Yimou allerdings den Atem anhalten. Nichts fürchtet der Choreograf der Eröffnungsfeier der Sommerspiele am 8. August mehr als Regen. Es wäre "eine Katastrophe", schrieb die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die historischen Wetterdaten ergeben eine 41-prozentige Chance, dass die Zeremonie verregnet wird.

Australier eher skeptisch

Besonders skeptisch zeigten sich dennoch die Australier. "Es scheint sich seit meinem letztem Besuch im März nicht viel verbessert zu haben", sagte John Coates, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees.

Nach Auskunft des australischen Chefs de Mission, Peter Montgomery, dürfen Athleten aus "Down Under" ihren Start wegen des Smogs absagen, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. "Das ist zwar unwahrscheinlich, denn für Olympia trainieren viele Sportler zehn Jahre lang. Aber es wird keinen Druck geben", sagte Montgomery dem "Sydney Morning Herald".