Mittwoch, 06. August 2008
"Systematisches Doping": Zehn Athleten suspendiert
IOC-Chefmediziner Arne Ljungqvist glaubt an systematisches Doping in Russland, nachdem sieben Leichtathletinnen sowie drei Geher im Vorfeld von Olympia unter Verdacht geraten und suspendiert worden sind. Bezogen auf die Läuferinnen, die Urinproben manipuliert haben sollen, sagte der Schwede in Peking: "Ich denke, das ist systematisches Doping. Das wäre im neuen WADA-Code ein Vergehen, das zu einer vierjährigen Sperre führen könnte."
Allerdings wolle er keine Vorverurteilung vornehmen: "Jetzt muss der russische Leichtathletik-Verband herausfinden, was passiert ist." Der neue WADA-Code tritt zum 1. Januar 2009 in Kraft, weshalb derzeit wohl nur eine Zweijahres-Sperre in Frage kommt.
Verdacht der Manipulation von Dopingproben
Wegen des Verdachts der Manipulation von Dopingproben waren vergangene Woche sieben russische Athletinnen suspendiert worden, darunter die Olympia-Goldhoffnungen Jelena Sobolewa (800/1500 m), Diskus-Europameisterin Daria Pischtschalnikowa sowie die frühere Hammer-Weltrekordlerin Gulfija Chanafejewa. Als Medaillenkandidatin galt die ehemalige 1500-m-Weltmeisterin Tatjana Tomaschowa, 2004 in Athen Olympiazweite.
Auch für einen Start bei den Sommerspielen eingeplant war 1500-m-Läuferin Julia Fomenko. Nicht für Peking qualifiziert sind dagegen Swetlana Tscherkassowa und als Wiederholungstäterin Mittel- und Langstrecklerin Olga Jegorowa gewesen. Beim DNA-Vergleich ihrer Dopingproben aus den Jahren 2007 und 2008 waren Unregelmäßigkeiten festgestellt worden.
Positive EPO-Tests
Am Dienstag folgte dann der Ausschluss von drei Gehern. Nach Informationen der russischen Agentur All Sport wegen positiver EPO-Tests und nicht wegen mehrfach verpasster Kontrollen, wie es zuerst hieß. Die Proben waren am 20. April in Saransk genommen worden.
Auch der ursprünglich genannte Waleri Bortschin, 2006 EM-Zweiter über 20 Kilometer, soll nicht darunter sein. Vielmehr seien der frühere U20-Weltmeister Wladimir Kanaikin, der in Peking über 50 km starten sollte, und die nicht für Olympia qualifizierten Alexej Wojewodin (2004 Silber in Athen) sowie Wiktor Burajew (WM-Dritter 2001) betroffen. Die Namen bestätigte Trainer Wiktor Tschegin, zugleich wies er die Vorwürfe zurück.
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