DFB-Präsident Theo Zwanziger hält die Zeit für reif, dass sich homosexuelle Fußballer in der Öffentlichkeit outen können. "Wenn heute jemand käme und mich um Rat fragen würde, dann würde ich sagen: Hab' doch den Mut", sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in einem Interview mit der Berliner Zeitung.
Damit ein solches Outing für die betreffende Person jedoch nicht zum Spießrutenlauf wird, will der 62-Jährige das Thema Homophobie im Fußball stärker in den Blickpunkt rücken: "Wir müssen ein Klima schaffen, in dem es für homosexuelle Spielerinnen und Spieler kein Problem ist, sich zu outen."
Sollten aus der Öffentlichkeit dennoch negative Reaktionen kommen, würde der DFB ähnlich konsequent wie bei rassistischen oder antisemitischen Anfeindungen handeln. "Die Menschen sollen Vertrauen spüren und nicht glauben, dass der DFB etwas unter den Teppich kehrt oder Probleme leugnet", sagte der promovierte Jurist.
Beim Fan-Kongress 2007 in Leipzig sei er erst richtig auf das Thema gestoßen und habe gemerkt, "dass wir hier Nachholbedarf haben und uns intensiver aufstellen müssen." Am Freitag ist Zwanziger Gast beim zweiten Aktionsabend gegen Homophobie in Köln.