Joachim Löw wechselt im EM-Viertelfinale von Weltmeister Deutschland gegen Italien Personal und Taktik. In Bordeaux setzt der Bundestrainer gegen den Angstgegner, der in acht Versuchen bei großen Turnieren noch nie von Deutschland bezwungen wurde, erstmals bei der EM auf eine Dreierkette in der Abwehr. Dieselbe Taktik hatte Löw beim 4:1 gegen Italien im Test im März gewählt.
Allerdings hatte Deutschland in den ersten vier Turnierspielen in Frankreich mit der Viererkette kein Gegentor kassiert. Aus dem Team rutscht ausgerechnet Julian Draxler, der beim 3:0 gegen die Slowakei im Achtelfinale mit einem Tor und einer Vorlage überragend gespielt hatte.
Vor Torwart und Kapitän Manuel Neuer agieren im fünften Turnierspiel Benedikt Höwedes, der wieder in die Startelf rutscht, Jerome Boateng und Mats Hummels. Die bisherigen Außenverteidiger Joshua Kimmich und Jonas Hector spielen auf der rechten bzw. linken Seite offensiver als zuletzt im Achtelfinale. Allerdings können sie sich notfalls zurückfallen lassen, so dass aus der Dreierabwehrkette eine Fünferkette wird.
Im zentralen Mittelfeld agieren weiterhin Sami Khedira und Toni Kroos, Letzterer aber wohl deutlich offensiver. Hinter der einzigen Spitze Mario Gomez spielen im offensiven Mittelfeld Thomas Müller und Mesut Özil.
Bei Italien fehlt wie erwartet Mittelfeldspieler Daniele de Rossi in der Startelf, der sich beim Achtelfinal-Erfolg gegen Titelverteidiger Spanien verletzt hatte. Für ihn spielt Stefano Sturaro, da der etatmäßige Ersatz Thiago Motta gelbgesperrt fehlt.
